Sie sind hier: Startseite -> Wintersport -> Biathlon -> Einzel

Einzelbewerb im Biathlonsport

Große Falle: eine Strafminute pro Fehler

Der Sprint wird im Biathlon-Weltcup am häufigsten ausgetragen, die Verfolgung wird als Kombinationsbewerb auch häufiger veranstaltet, seltener ist der Einzelbewerb im Biathlonsport. Das hat aber auch seinen guten Grund, denn der Einzelbewerb ist das längste Rennen im Biathlon.

Wie funktioniert das Einzel im Biathlon?

Beim Einzelbewerb laufen die Frauen 15 Kilometer, die Männer gar 20 Kilometer und diese Distanz kann man unter Hochdruck auf höchstem Niveau nicht jede Woche laufen. Das heißt - man könnte schon, aber nach wenigen Bewerben wäre die Energie für weitere Rennen nicht mehr gegeben. Daher gibt es das Einzelrennen meist dreimal in der Saison, wobei ein Rennen schon Teil der Weltmeisterschaften ist.

Update 2024: In Antholz erlebte die Biathlonwelt eine Neuerung mit einem Kurz-Einzel, bei dem die Männer statt 20 15 Kilometer laufen und die Frauen statt 15 12,5 Kilometer. Die Regeln bleiben sonst gleich - wie nachstehend zu lesen ist, aber es wird kürzer gelaufen.

Der Grund für das Kurz-Einzel: die hohe Belastung im Spitzensport und die wenigen Einzelrennen. Um mehr Einzelrennen während der Saison zu ermöglichen, will man auf Wunsch der Trainer die Belastung reduzieren und verkürzt daher die Strecke, ergo die Rundenlänge. Die Athletinnen und Athleten sind da nicht so begeistert, aber es ist eine interessante Variante.

Zusätzlich zu der langen Laufstrecke gibt es vier Schießeinlagen und hier gleich zwei Besonderheiten: die erste ist, dass nicht wie im Verfolgungsrennen oder im Massenstart zweimal zuerst liegend und dann zweimal stehend geschossen wird, sondern es wechseln sich die Schießeinlagen ab. Nach dem ersten Liegendschießen wird stehend geschossen und dann wieder liegend.

Die zweite Besonderheit ist, dass der Einzelbewerb das einzige Rennen im Biathlonsport ist, bei dem es keine Strafrunde gibt. Hat man ein Ziel nicht getroffen, dann gibt es eine Strafminute, die auf die Laufzeit aufgeschlagen wird. Um für die TV-Zuseher, aber auch für das Publikum vor Ort den Bewerb nachvollziehbar zu machen, wird diese Minute sofort auf die Zeit aufgeschlagen. Das bedeutet, dass der Führende nach einem Fehler sofort um einige Ränge nach hinten rutschen kann, wenn die anderen fehlerfrei schießen konnten. Auch hier gilt die neue Regel der Kurz-Einzelrennen mit nicht einer Minute, sondern 45 Sekunden Strafzeit.

Sieger ist, wer im Ziel die beste Zeit anzubieten hat, wobei so wie beim Sprint nach einer gelosten Reihenfolge gelaufen wird und die Spitzenathletinnen und -athleten sich aussuchen können, wann sie an die Reihe kommen wollen. Das heißt, sie können sich in eine vordere Gruppe setzen lassen oder auch später an die Reihe kommen. Die eigentliche Startnummer wird aber innerhalb der gewählten Gruppe gelost.

Die Sache mit der Strafminute

Und diese Strafminute ist der Grund, warum langsamer geschossen wird als zum Beispiel beim Sprint. Weil selbst bei drei Fehlern im Sprint verliert man bei 15 bis 20 Sekunden pro Strafrunde weniger Zeit als bei einem Fehler im Einzel - eben durch die Strafminute. Das ist auch der Grund, warum man den Einzelbewerb als schießlastig bezeichnet. Schwächere Läufer haben im Sprint Mühe, erfolgreich zu sein, weil sie nur zweimal schießen und daher bei gutem Schießen nur wenig aufholen können. Im Einzel kann man mit viermal Null Fehler die besten Läufer bei Frauen und Männer schlagen, weil diese schneller laufen, aber damit auch fehleranfälliger sind.

Daher wird vorsichtiger agiert, wobei das auch ein Problem ist, weil zu vorsichtig bedeutet, dass man den Fehler vielleicht erst recht macht und außerdem kann man bei zu langem Schießen das Problem mit dem Puls bekommen. Gerade beim Stehendschießen und hier im Einzel beim letzten Schießen steht man ohnehin schon recht erschöpft und nicht ganz souverän am Schießstand. Wenn dann der Puls fällt, wird man mit dem gesamten Körper unruhig. In der Fachsprache spricht man auch von der Nähmaschine, weil man ruckartige Bewegungen macht, die man beim Schießen nun wirklich nicht brauchen kann.

Die Kunst ist es also, zügig, aber mit angezogener Handbremse zu schießen, um die Ziele sicher zu treffen. Beim Hinlaufen zum Schießplatz geht man nicht das ganz große Tempo und behält sich eine Reserve für mehr Konzentration, denn trotz der langen Strecke ist das Schießen noch mehr im Fokus als bei den anderen Bewerben.

Lesen Sie auch

Der Biathlonsport lässt sich untergliedern in die Einzelbewerbe und in die Teambewerbe. Was die Einzelbewerbe betrifft, ist das Einzelrennen als längstes die große Tradition, die Kombination aus Sprint und Verfolgung für den Gesamtweltcup am wichtigsten und das Massenstartrennen die jüngste Form von Bewerb.

Der Einzelbewerb ist das längste Rennen im Biathlonsport und wird von der Durchführung wie der Sprint veranstaltet, aber beim Schießen gibt es die Besonderheit mit der Strafminute statt einer Strafrunde. Das verändert völlig die Art und Weise, wie gelaufen und geschossen wird und somit hat man eine ganz andere Vorstellung von Taktik.

Die große Besonderheit beim Sprintrennen ist wohl auch jene, dass das Ergebnis doppelt zählt, weil man mit dem Ergebnis in die Verfolgung geht. Die Durchführung ist Stress pur für die Teilnehmer, weil man keine Zeit hat, um einmal durchzuschnaufen und das betrifft vor allem auch die Taktik.

Die Besonderheit beim Verfolgungsrennen im Biathlonsport ist wohl die Tatsache, dass man mit dem Ergebnis des Sprints startet und damit mit dem Zeitabstand des Rennens. Daher ist die Taktik bereits vorgegeben, weil mit Rückstand muss man aufholen und alles riskieren, bei Vorsprung kann man hingegen andere Varianten wählen. Speziell ist die Durchführung, da das Feld deutlich kleiner ist als beim Sprint und mit dem Zeitabstand gestartet wird.

Das Massenstartrennen ist eine der jüngeren Rennvarianten im Biathlonsport und die Durchführung ist schon einmal eine andere, weil alle gleichzeitig weglaufen und bei Null starten. Damit gibt es keine Rückstände wie in der Verfolgung. Der Massenstart an sich ist schon eine Besonderheit des Rennens. In der ersten Runde wird aber mit angezogener Handbremse gelaufen, das ist Teil der Taktik.

Themenseiten

Diesen Artikel teilen

Artikel-Infos

Biathlon EinzelbewerbArtikel-Thema:
Einzelbewerb im Biathlonsport
Beschreibung: Das 🎿 Einzel im Biathlon ist das längste Rennen im Biathlonsport mit 15 bzw. 20 Kilometer ✅ Laufstrecke und vier Schießeinlagen.

Kategorien

Rund um den Ball
Fußball
Golfsport
Tennis
Ballsportarten

Sommer und Winter
Wintersport
Wassersport
Motorsport

Ausdauersport
Radsport
Leichtathletik
Lauftraining
Training

und noch mehr...
Weitere Sportarten
Sportstorys

Olympia
Olympische Spiele