Sie sind hier: Startseite -> Radsport -> Klassiker

Die Klassiker des Straßenradsports

Berühmte Eintagesrennen mit großer Geschichte

Es gibt eigentlich keinen Unterschied zwischen einem Eintagesrennen und einem Klassiker im Rahmen des Radsports. Beides sind Eintagesrennen, doch der Begriff Klassiker hat sich insofern etabliert, als es Rennen gibt, die schon seit sehr langer Zeit jedes Jahr durchgeführt werden.

Radsport Eintagesrennen: Inhalt

Sehr berühmte Eintagesrennen im Straßenradsport

Als Frühjahrsklassiker werden gerne die Rennen zusammengefasst, die im Radsport im Frühjahr (daher auch der Name) in Frankreich, Belgien und in den Niederlanden gefahren werden. Aber es wäre unfair, nur diese Rennen zu nennen, denn auch Mailand - San Remo verdient den Begriff des Klassikers, findet bekanntlich aber in Italien statt.

Klassiker sind Straßenrennen, die schon seit Jahrzehnten auf dem Programm stehen und jedes dieser Rennen hat sich einen bestimmten Ruf erarbeitet. Berüchtigt ist natürlich Paris - Roubaix in Frankreich, ein Eintagesrennen, bei dem es über 50 Kilometer an Kopfsteinpflasterpassagen zu überwinden gilt. Dieses Rennen wird auch "die Hölle des Nordens" genannt, weil das Durchschütteln durch die Kopfsteinpflaster erfordert schon viel Willenskraft, zumal die Radprofis nicht unbedingt langsamer fahren. Und es findet im Norden von Frankreich statt, daher auch der Name.

Fahrrad und Fahrer müssen daher sehr widerstandsfähig sein und wenn es am Tag des Rennens auch noch regnet, wird das Rennen überhaupt zum ultimativen Bewährungstest. Mailand - San Remo ist für seine Länge bekannt, denn es werden fast 300 Kilometer am Stück zurückgelegt, die Flandernrundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich kann man aus Belgien ins Feld führen - zwei Rennen, bei denen unzählige Menschen am Straßenrand den Fahrern zujubeln.

Die großen Etappenrennen wie die Tour de France sind medial mehr im Mittelpunkt, aber wer die Klassiker unter den Eintagesrennen gewonnen hat, hat sich genauso viel Ehre erarbeitet. Der Radsport bietet beides und Fahrer, die die hohen Berge nicht gut und schnell überwinden können, haben bei den Klassikern die Chance, berühmt zu werden und umgekehrt können Fahrer ohne Sprintfähigkeiten bei den großen Rundfahrten erfolgreich agieren. Hier wie dort braucht es auch Teamgefährten, die hilfreich zur Seite stehen, um siegreich sein zu können.

Die fünf Monumente des Radsports

Bereits erwähnt wurden Eintagesklassiker, die schon sehr lange ausgetragen werden und fünf davon zählt man zu den Monumenten des Radsports, wobei das älteste Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich ist, das seit 1892 auf dem Programm steht.

Die fünf Monumente des Radsports sind:

Mailand - San Remo

Das Rennen ist ein klassisches Eintagesrennen und zählt zu den fünf Monumente des Radsports, zu denen auch die belgischen Klassiker gehören. Im Gegensatz zu den Etappenrennen gilt es hier, die perfekte Tagesform aufzubieten, denn am Ende des Tages steht der Sieger fest und eine zweite Chance gibt es nicht. Das Rennen ist mit fast 300 Kilometer länger als alle anderen Rennen, selbst länger als die Weltmeisterschaft. Während bei den Etappenrennen die Etappen eher kürzer werden, bleibt dieses italienische Radereignis so lang wie eh und je, meist um die 294 Kilometer.

Mailand liegt auf 110, San Remo auf 5 Meter Seehöhe. Dazwischen gibt es aber ein paar kleine Wellen und einen Berg mit 200 bis 300 bzw. 500 Meter Seehöhe. Alpinpässe findet man in dieser Region nicht vor, aber vor allem kleine Wellen vor dem Ziel nach 280 gefahrenen Kilometern können sehr schmerzen und können das Feld noch auseinanderreissen. Üblicherweise reichen diese kurzen Anstiege über 100 bis 150 Höhenmeter nicht aus, um dies zu erreichen und es gibt den Massensprint.

Flandern-Rundfahrt

Das Rennen wird traditionell Anfang April gefahren und ist Teil einer ganzen Reihe von Eintagesklassikern, die in Belgien, Frankreich und in den Niederlanden gefahren werden. Mailand-San Remo leitet diese Phase in Italien ein und dann wird im Nordwesten Europas weitergeradelt. Das Rennen ist sehr speziell und ein Fall für die Allrounder, aber auch für die Sprinter. Trotz des welligen Terrains hat ein Tom Boonen, nicht gerade ein Bergspezialist, große Erfolge feiern können.

Die Flandern-Rundfahrt ist eine Hochgebirgsstrecke, wie man es von Bergetappen der Tour de France kennt. Aber es gibt insgesamt 17 Hügel, die zu überwinden sind, wobei manche nur 75 Höhenmeter aufweisen, andere aber 150 Höhenmeter. Das ist auch noch nicht so wild, doch diese Höhenunterschiede werden häufig durch hohe Prozentwerte erzielt, sodass ein an sich flaches Rennen plötzlich eine Mauer von bis zu 20 % Steigung anzubieten hat. Es ist also die Kunst, seinen Rhythmus nicht zu verlieren, wenn die Strecke sich hebt und senkt, was vor allem auf der zweiten Streckenhälfte der Fall ist. Dazu kommen im Finale noch einige Stücke mit Kopfsteinpflaster, die auch nicht jedermanns Sache sind.

Paris - Roubaix

Dieser Eintagesklassiker lockt genausoviele Leute auf die Straßen wie die belgischen Klassiker und natürlich warten die Leute auch bei den Kopfsteinpflasterstücken auf die Radprofis. Diese kommen mit hoher Geschwindigkeit von der normalen Straße und müssen sich dann fest am Lenker anhalten, damit das Rad nicht ausbricht. Es gibt unterschiedliche Kopfsteinpflaster, manche sind flacher und fast wie eine normale Straße zu befahren, andere sind höher und dann schüttelt es die Fahrer durch. Meist fahren sie auf einem schmalen Band neben dem Kopfsteinpflaster, doch das heißt auch, dass das ganze Feld nicht so wie gewohnt fahren kann. Entweder fahren alle am Band und das Feld wird sehr lange oder einige fahren doch in der Mitte und lassen sich durchschütteln. Dieser Charakter ist das Herzstück des Rennens.

Die Folge ist, dass es immer neue Gruppen gibt, die sich durch die Kopfsteinpflaster bilden. Wer im Feld hinten fährt, hat bald den Abstand verloren, weil vorne immer wieder Unfälle passieren können und dann reißt das Feld auseinander. Den Rückstand kann man nur schwer wieder gutmachen. Seit 1896 wird das Rennen gefahren, es ist eines der fünf Monumente des Radsports und bis heute hat sich am Charakter nichts geändert.

Die gute Nachricht ist, dass das Streckenprofil kein Thema ist. Es ist eine fast topfebene Fahrt und es gibt keine Hügel wie bei der Flandern-Rundfahrt. Das ist auch nicht nötig, weil das Kriterium der Kopfsteinpflaster als Herausforderung durchaus reicht.

Lüttich - Bastogne - Lüttich

Das Finale dieser Radrennen ist durch den Klassiker Lüttich - Bastogne - Lüttich gegeben, der auch unter dem französischen Namen Liège - Bastogne - Liège weltweit bekannt ist. Und das Rennen ist ein würdiger Abschluss der Frühjahrsklassiker, bevor die großen Rundfahrten für die Radprofis beginnen. Denn Lüttich - Bastogne - Lüttich führt noch einmal in die Ardennen und weist ein hügeliges und anspruchsvolles Streckenprofil auf, weshalb das Rennen zu den schwersten der Frühjahrsklassiker zählt. Immer wieder gibt es die berühmten giftigen, wenn auch nicht langen Anstiege, die sehr steil sein können und den Rhythmus unterbrechen. Das perfekte Gelände für die Allrounder, die sowohl im Sprint wie auch bei kurzen Bergstücken glänzen können.

Lüttich - Bastogne - Lüttich ist nicht nur ein spannendes Rennen über 250 anstrengende Kilometer für die Radprofis, es ist auch das älteste im Terminkalender der Radprofis. Die erste Ausgabe dieses Rennens war bereits im Jahr 1892 und seither ist das Rennen ein fixer Bestandteil im internationalen Radsport.

Das Rennen hat wie die anderen belgischen Klassiker viele Wellen anzubieten, aber bei der Fahrt in den Süden von Lüttich aus gibt es auch Hügel mit einer Höhe über 500 Meter Seehöhe und damit doch mehr Höhenunterschied als bei den anderen Rennen, bei denen häufig nicht höher als 200 Meter gefahren wird. Lüttich liegt selbst auf 75 Meter Seehöhe und so kann man das Terrain recht gut nachvollziehen. Allerdings ist der höchste Punkt schon bei Kilometer 185 erreicht, doch bis dahin ist das Feld oft in Teile zersplittert. Daher haben die Allrounder mehr Chancen als die reinen Sprinter.

Lombardei-Rundfahrt

Das erste Mal wurde das Rennen im Jahr 1905 veranstaltet und seither zählt die Lombardei-Rundfahrt zu den wichtigsten Rennen im Jahr. Gefahren wird in der Region von Bergamo und Como, wobei die Strecke rund um den Lago di Como führt. Sie variiert in den letzten Jahren mehrfach, doch eines bleibt stets gleich - die Streckenführung ist nicht einfach. Es wird nämlich in einem sehr hügeligen Terrain gefahren, wobei es keine schweren Bergpässe gibt, aber das Profil der Lombardei-Rundfahrt zeigt nachdrücklich, dass Sprinter wenig Chancen auf den Sieg haben. Im Vorteil sind wohl jene, die gut sprinten können, aber auch gut über die Berge kommen - also die Allrounder.

Obwohl sich die Strecke ab und an ändert, bleibt eines gleich: Sprinter werden kaum einen Erfolg verbuchen können, denn Start und Ziel liegen auf etwa 250 Meter Seehöhe, während die höchsten Berge dieses Rennens bei über 1.000 Meter Seehöhe, teilweise gar über 1.300 Meter liegen. Damit ist das Streckenprofil zum Teil schwerer als die Mittelgebirgsetappen einer Tour de France oder eines Giro d´Italia und es braucht schon gewisse Kletterqualitäten, um erfolgreich sein zu können. Dazu gibt es vor dem Ziel auch noch einen kleinen Berg, der die verbliebenen Fahrer des Hauptfeldes aufteilen kann. Er ist nicht schwer, doch die Saison war lang und die Fahrer sind müde - da reichen kleine Angriffe oft schon aus, um eine Vorentscheidung herbeiführen zu können.

Weitere Eintagesrennen im Radsport

Neben diesen besonders beachteten Rennen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Eintagesrennen im Radsport, wobei es einige wie das Amstel Gold Race gibt, die auch schon lange gefahren werden und zu den Frühjahrsklassikern dazugezählt werden und andere wurden wohl schon länger gefahren, aber erst in den letzten Jahren wirklich beachtet wie die Eintagesrennen in Nordamerika, die meist im September stattfinden wie jenes in Montreal und in Quebec, die als Rundkurs eine Besonderheit darstellen.

In der Augusthitze gibt es auch das schwere Rennen in San Sebastian und es gibt von Deutschland bis Italien, von Europa bis China verschiedene weitere Veranstaltungen. In Deutschland wurden einige Rennen heruntergestuft, die früher in der Worldtour vorgesehen waren. Das Vattenfall Cyclassics ist noch im Rennkalender auf höchster Ebene zu finden.

Lesen Sie auch

Es gibt im professionellen Radsport zwei große Gruppen an Rennen. Das eine sind die Eintagesrennen mit einer meist langen Distanz, die entsprechend der Bezeichnung auch an einem Tag ausgefahren und entschieden werden. Schon lange jedes Jahr ausgetragene Rennen werden auch gerne als Klassiker bezeichnet, wie etwa jene im Frühjahr, bevor die großen Rundfahrten beginnen.

Und die Rundfahrt ist auch das Thema der zweiten Gruppe. Es gibt mehrtägige Rundfahrten, anspruchsvolle einwöchige Rennen und dann die großen drei Schleifen mit Giro d´Italia, Tour de France und La Vuelta, die jeweils über drei Wochen ausgefahren werden.

Als zusätzliche Kategorie sind auch die Einladungsrennen zu nennen, bei denen viele Radprofis gutes Geld verdienen können, die sonst bei den Rennen für ihre Kapitäne arbeiten müssen. Beim Einladungsrennen dürfen sie auf eigene Rechnung fahren.

Themenseiten

Diesen Artikel teilen

Artikel-Infos

Straßenrennen KlassikerArtikel-Thema:
Die Klassiker des Straßenradsports
Beschreibung: Die 🚲 sogenannten Klassiker des Straßenradsports sind Eintagesrennen wie ✅ Paris - Roubaix und andere Rennen.

letztes Datum:
16. 06. 2021

Kategorien

Rund um den Ball
Fußball
Golfsport
Tennis
Ballsportarten

Sommer und Winter
Wintersport
Wassersport
Motorsport

Ausdauersport
Radsport
Leichtathletik
Lauftraining
Training

und noch mehr...
Weitere Sportarten
Sportstorys

Olympia
Olympische Spiele