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Giro d´Itala oder kurz Giro

Giro d´Italia: Dolomiten bis Süditalien

Der Kalender der Radprofis kennt drei große Rundfahrten, die auch zu den Höhepunkten der Saison zählen, wobei diese stets die gleiche Reihenfolge haben. Im August oder Anfang September startet die Vuelta in Spanien, im Juli wird die Tour in Frankreich gefahren und den Beginn macht stets der Giro d´Italia, der im Mai ausgetragen wird.

Giro d´Italia: Inhalt

Giro d´Italia: Bedeutung

Giro d´ItaliaDie italienische Radrundfahrt für Profis gibt es auch schon seit dem Jahr 1909 und basiert auf den Machern der Sportzeitung Gazzetta dello Sport, die sich durch die Tour de France, die erstmals 1903 stattfand, animieren ließen, auch in Italien solch ein Rennen zu veranstalten. Auch heute noch ist die Zeitung und der Giro eine Einheit. Mit Ausnahme der beiden Weltkriege wurde das Rennen jedes Jahr ausgetragen, wobei es eine Zusammenarbeit und Konkurrenz zur Tour de France gibt.

Denn eigentlich würde man genauso viel mediales Interesse haben wollen wie die Tour de France, aber an dieser Veranstaltung kommt selbst der Giro d´Italia, der meist einfach nur als Giro bezeichnet wird, nicht vorbei. Der Giro hat wie die Tour viele verschiedene Landschaften anzubieten. In Küstennähe gibt es topfebene Flachetappen für die Sprinter, in Mittelitalien zum Teil hohe, zum Teil moderate Hügel bis Berge für Mittelgebirgsetappen oder einfach wellige Fahrten und im Norden warten die Dolomiten auf die Radprofis, um ihnen mit hohen Steigungsklettereien das Leben zur Hölle zu machen.

Und tatsächlich sind die Berge in Norditalien anders als die Alpen in Frankreich oder in der Schweiz. Denn die Dolomiten haben kürzere Klettereien, die dafür aber steiler sind. Anstiege mit 16 % trifft man immer wieder an und die gefürchtetsten Rampen können auch 20 und mehr Prozent aufweisen. Sprinter sind davon nicht gerade begeistert und auch einige Bergfahrer haben dann Mühe, ihre Klasse zu zeigen, weil es so steil wird, dass man keinen runden Tritt mehr zeigen kann.

Manche dieser Bergstraßen sind sogar so schmal, dass die Teamfahrzeuge nicht Folge leisten dürfen. Zu diesen speziellen Bergetappen gibt es auch Besonderheiten im Süden wie die Fahrt auf den Vesuv bei Neapel. Der Giro endet nicht in Rom so wie die Vuelta in Madrid oder die Tour in Paris - der Zielort ist immer wieder ein anderer, wobei sehr häufig Mailand als Ziel gewählt wird, weil man damit die letzten Bergetappen fahren kann und es nicht weit bis zu dieser Metropole hat.

Das Kriterium des Giro d´Italia

Wer die Gesamtwertung gewinnen will, der braucht gute Beine auf den Bergen. Speziell in der letzten Woche werden die Dolomitenetappen gefahren und dabei gibt es drei bis fünf Pässe in einem Teilstück, die alles abverlangen. Das Stilfserjoch wird auch gerne in den Tourplan eingebaut und es gibt beim Giro häufiger als bei den anderen großen Rundfahren ein Bergzeitfahren. Nur wer wirklich gut in Form ist und die Belastung des letzten Tages leicht wegstecken kann, wird den Gesamtsieg erreichen können. Dabei ist zu beachten, dass die Dolomiten anders strukturiert sind als zum Beispiel die Alpen, die bei der Tour de France befahren werden. Denn diese Berge sind steiler und die Anstiege dadurch oft kürzer und knackiger. Manche Rampen haben um die 16 bis 20 % an Steigung, während man in den Alpen längere Klettereien vor sich hat, aber häufig mit 9 bis 11 %.

Allerdings muss man auch davor aufpassen, denn es gibt zwar die Flachetappen für die Sprinter, doch mittendrin warten schon die ersten Bergankünfte zum Beispiel in Mittelitalien, wenn vom Meeresniveau ins Landesinnere gefahren wird und sich so mancher Berg aufstellt oder wenn man auf Sizilien dem Vulkan Ätna einen Besuch abstattet.

Giro und die Sprinter

Für die Sprinter selbst gibt es eine besondere Situation beim Giro. Sie haben einige Möglichkeiten, um Etappen zu gewinnen, aber auch Lust, bei der Tour de France erfolgreich zu sein. Da beim Giro die Punktewertung nicht nur über den Sprint geht, sondern auch bei den Bergetappen Punkte möglich sind, ist es häufig schwierig, das Punktetrikot zu gewinnen und deshalb steigen viele vor der letzten Woche aus, um sich auf die Tour de France vorzubereiten. Die wahren Sprintkanonen beenden den Giro selten. Sie freuen sich über ein paar Etappensiege und wollen weitere bei der Tour erreichen.

Giro d´Italia 2019: die aktuelle Ausgabe

Der Giro d´Italia 2019 findet vom 11. Mai bis zum 2. Juni 2019 statt und beginnt in Bologna. Süditalien ist diesmal kein Thema, auch ein Start im Ausland ist nicht gegeben. Man ist also schon in Mittelitalien, doch es dauert trotzdem bis zur letzten Woche, ehe die Entscheidung über den Gesamtsieg fällt. Die ersten harten Prüfungen gibt es am Ende der 2. Woche und dann werden Zug um Zug die Sprinter sich auch verabschieden, die eineinhalb Wochen lang um Etappensiege kämpfen können.

Giro d´Italia 2019 Etappenplan

1. Etappe am 11. Mai 2019: Bologna - Bologna, 8,2 km langes Einzelzeitfahren
2. Etappe am 12. Mai 2019: Bologna - Fucecchio, 200 km (flach bis hügelig)
3. Etappe am 13. Mai 2019: Vinco - Orbetello, 219 km (flach)
4. Etappe am 14. Mai 2019: Orbetello - Frascati, 228 km (flach)
5. Etappe am 15. Mai 2019: Frascati - Terracina, 140 km (flach)
6. Etappe am 16. Mai 2019: Cassino - San Giovanni Rotondo, 233 km (Mittelgebirgsetappe)
7. Etappe am 17. Mai 2019: Vasto - L´Aquila, 180 km (Mittelgebirgsetappe)
8. Etappe am 18. Mai 2019: Tortoreto Lido - Pesaro, 235 km (flach)
9. Etappe am 19. Mai 2019: Riccione - San Marino, 34,7 km Einzelzeitfahren

1. Ruhetag am 20. Mai 2019

10. Etappe am 21. Mai 2019: Ravenna - Modena, 147 km (flach)
11. Etappe am 22. Mai 2019: Carpi - Novi Ligure, 206 km (flach)
12. Etappe am 23. Mai 2019: Cuneo - Pinerolo, 146 km (Mittelgebirgsetappe)
13. Etappe am 24. Mai 2019: Pinerolo - Ceresole Reale (Lago Serru), 188 km (Bergetappe mit Bergankunft)
14. Etappe am 25. Mai 2019: Saint-Vincent - Courmayeur, 131 km (Bergetappe mit Bergankunft)
15. Etappe am 26. Mai 2019: Ivrea - Como, 237 km (Mittelgebirgsetappe)

2. Ruhetag am 27. Mai 2019

16. Etappe am 28. Mai 2019: Lovere - Ponte di Legno, 226 km (Bergetappe mit Bergankunft)
17. Etappe am 29. Mai 2019: Commezzadura - Anterselva (Antholz), 180 km (Bergetappe mit Bergankunft)
18. Etappe am 30. Mai 2019: Valdaora - Santa Maria di Sala, 220 km (flach)
19. Etappe am 31. Mai 2019: Treviso - San Martino di Castrozza, 151 km (Bergetappe mit Bergankunft)
20. Etappe am 1. Juni 2019: Feltre - Croce D´Aune - Monte Avena, 193 km (Bergetappe mit Bergankunft)
21. Etappe am 2. Juni 2019: Verona - Verona, 15,6 km langes Einzelzeitfahren

 

Die bisherigen Sieger beim Giro d´Italia

Der Giro d´Italia ist nicht nur eine der drei großen Rundfahrten für die Profis, es ist auch ein sehr traditionelles Rennen. Die erste Rundfahrt fand 1909 statt und jedes Jahr im Mai gibt es eine neue Ausgabe, die über 3.000 Kilometer lang ist. Dabei sind die ersten beiden Wochen hauptsächlich für die Sprinter und Allrounder gedacht, in der letzten Woche geht es in die Dolomiten und dann gibt es die schwierigen Bergetappen.

Naturgemäß haben es nur Radprofis in die Siegerliste des Giro d´Italia geschafft, die gut über die Berge kommen können. Reine Sprinter haben am Giro ihr Vergnügen, weil es bis zu 10 Etappen gibt, die im Massensprint entschieden werden können, aber mit der Gesamtwertung haben sie nichts zu tun.

Auffällig ist aber, dass es keine Seriensieger wie bei der Tour de France gibt. Es haben ein paar Fahrer mehrfach gewonnen, aber nicht in Serie hintereinander. Drei Siege in Folge sind jedoch schon ein paar Mal gelungen. Auffällig ist auch, dass lange Zeit die Italiener dominiert haben - es ist ja ihre Rundfahrt. Doch zuletzt sind die internationalen Sieger häufiger anzutreffen.

Ergebnis 2019

Platz 1: Richard Charapaz (Ecuador)
Platz 2: Vincenzo Nibali (Italien)
Platz 3: Primoz Roglic (Slowenien)

Siegerliste beim Giro d´Italia

2019 Richard Charapaz (Ecuador)
2018 Christopher Froome (Großbritannien)
2017 Tom Dumoulin (Niederlande)
2016 Vincenzo Nibali (Italien)
2015 Alberto Contador (Spanien)
2014 Nairo Quintana (Kolumbien)
2013 Vincenzo Nibali (Italien)
2012 Ryder Hesjedal (Kanada)
2011 Michele Scarponi (Italien) (Contador des Dopings überführt)
2010 Ivan Basso (Italien)

2009 Denis Menchov (Russland)
2008 Alberto Contador (Spanien)
2007 Danilo Di Luca (Italien)
2006 Ivan Basso (Italien)
2005 Paolo Salvodelli (Italien)
2004 Damiano Cunego (Italien)
2003 Gilberto Simoni (Italien)
2002 Paolo Salvodelli (Italien)
2001 Gilberto Simoni (Italien)
2000 Stefano Garzelli (Italien)

1999 Ivan Gotti (Italien)
1998 Marco Pantani (Italien)
1997 Ivan Gotti (Italien)
1996 Pavel Tonkow (Russland)
1995 Tony Rominger (Schweiz)
1994 Jewgeni Berzin (Russland)
1993 Miguel Indurain (Spanien)
1992 Miguel Indurain (Spanien)
1991 Franco Chiocciolli (Italien)
1990 Gianni Bugno (Italien)

1989 Laurent Fignon (Frankreich)
1988 Andy Hampsten (USA)
1987 Stephen Roche (Irland)
1986 Roberto Visentini (Italien)
1985 Bernard Hinault (Frankreich)
1984 Francesco Moser (Italien)
1983 Giuseppe Saronni (Italien)
1982 Bernard Hinault (Frankreich)
1981 Giovanni Battaglin (Italien)
1980 Bernard Hinault (Frankreich)

1979 Giuseppe Saronni (Italien)
1978 Johan de Muynck (Belgien)
1977 Michel Pollentier (Belgien)
1976 Felice Gimondi (Italien)
1975 Fauto Bertoglio (Italien)
1974 Eddy Merckx (Belgien)
1973 Eddy Merckx (Belgien)
1972 Eddy Merckx (Belgien)
1971 Gösta Pettersson (Schweden)
1970 Eddy Merckx (Belgien)

1969 Felice Gimondi (Italien)
1968 Eddy Merckx (Belgien)
1967 Felice Gimondi (Italien)
1966 Gianni Motta (Italien)
1965 Vittorio Adorni (Italien)
1964 Jacques Anquetil (Frankreich)
1963 Franco Balmamion (Italien)
1962 Franco Balmamion (Italien)
1961 Arnaldo Pambianco (Italien)
1960 Jacques Anquetil (Frankreich)

1959 Charly Gaul (Niederlande)
1958 Fiorenzo Magni (Italien)
1957 Carlo Clerici (Schweiz)
1956 Charly Gaul (Niederlande)
1955 Fiorenzo Magni (Italien)
1954 Carlo Clerici (Schweiz)
1953 Fausto Coppi (Italien)
1952 Fausto Coppi (Italien)
1951 Fiorenzo Magni (Italien)
1950 Hugo Koblet (Schweiz)

1949 Fausto Coppi (Italien)
1948 Fiorenzo Magni (Italien)
1947 Fausto Coppi (Italien)
1946 Gino Bartali (Italien)
1940 Fausto Coppi (Italien)

1939 Giovanni Valetti (Italien)
1938 Giovanni Valetti (Italien)
1937 Gino Bartali (Italien)
1936 Gino Bartali (Italien)
1935 Vasco Bergamaschi (Italien)
1934 Learco Guerra (Italien)
1933 Alfredo Binda (Italien)
1932 Antonio Pesenti (Italien)
1931 Francesco Camusso (Italien)
1930 Luigi Marchisio (Italien)

1929 Alfredo Binda (Italien)
1928 Alfredo Binda (Italien)
1927 Alfredo Binda (Italien)
1926 Giovanni Brunero (Italien)
1925 Alfredo Binda (Italien)
1924 Giuseppe Enrici (Italien)
1923 Costante Girardengo (Italien)
1922 Giovanni Brunero (Italien)
1921 Giovanni Brunero (Italien)
1920 Gaetano Belloni (Italien)

1919 Costante Girardengo (Italien)
1914 Alfonso Calzolari (Italien)
1913 Carlo Oriani (Italien)
1911 Carlo Celatti (Italien)
1910 Carlo Celatti (Italien)

1909 Luigi Ganna (Italien)

Übersicht der Unterseiten

Dolomiten

Die schweren Dolomitenetappen in der letzten Woche sind stets ein Kriterium für den Gesamtsieg beim Giro d´Italia.

Monte Zoncolan

Der Monte Zoncolan ist ein sehr steiler Pass in den Karnischen Alpen bei Udine, der durch den Giro d´Italia berühmt wurde.

Stilfser Joch

Das Stilfser Joch ist einer der höchsten Pässe in Europa und ein häufiges Kriterium beim Giro d´Italia mit der langen Kletterei.

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