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Schwalbe und Schiedsrichter

Unfaires Vortäuschen eines Fouls

Die Schwalbe ist im Fußballsport kein Vogel, wie jenes bekannte Tier, das man schon oft in der freien Natur beobachten hat können, sondern ein Begriff, der sich auf das Fliegen bezieht. Und zwar ist immer dann eine Schwalbe gegeben, wenn ein Fußballer im Angriff sich fallen lässt und so simuliert, als wäre er gefoult worden. Beliebtester Tatort hierfür ist der gegnerische Strafraum, weil ein Foul in diesem Bereich einen Elfmeter und damit eine Riesenchance auf ein Tor mit sich bringt.

Kunstflieger und der Schiedsrichter

Berühmt wurde die Szene von Andi Möller in Diensten von Borussia Dortmund, der sich fallen ließ, einen Strafstoß erhielt, aber blöderweise über die Wiederholung der Fernsehübertragung überführt wurde. Er erhielt eine Strafe und als fairster Spieler des Jahrhunderts ging er auch nicht in die Geschichte ein. Nur ist er kein Einzelfall, denn immer wieder kommen Stürmer auf die Idee, sich besonders spektakulär fallen zu lassen, um für seine Mannschaft einen Vorteil herauszuholen.

Der Haken ist nur, dass bei der Ausbildung der Schiedsrichter genau solche Situationen auch besprochen und analysiert werden. Sowohl der Schiedsrichter-Assistent an der Seitenlinie als auch der Schiedsrichter selbst achten sehr genau darauf, ob ein Foul überhaupt gegeben sein kann. Die Entscheidung ist schwierig, doch manche versuchte Schauspieler sind untalentiert, was die Bühne betrifft und so erkennt man sehr schnell, dass hier ein tragischer Tod vorgetäuscht wird und weit und breit kein Foul entstanden ist. In so einem klaren Fall kommt es sogar zu einem Eigentor in dem Sinne, dass der Angreifer die gelbe Karte wegen unfairem Verhalten erhält. Von einem Elfmeter ganz zu schweigen.

Die Schwalbe wurde ein großes Thema und die Spieler sind nun gewarnt, dass das Konzept nicht wirklich aufgeht. Es wird immer wieder aufs neue versucht, aber die Schiedsrichter kennen die Tricks. Manchmal ist es aber schwierig zu erkennen, ob es sich um ein Foul gehandelt hat oder um eine Schwalbe. Stürmer haken sich auch gerne beim Verteidiger ein und dann gibt es den Körperkontakt, ohne dass der Abwehrspieler irgendetwas dagegen machen kann. Dann ist eine Ermessensentscheidung des Schiedsrichters gefragt.

Schwalbe und sterbender Schwan

Die Tierwelt muss immer wieder für menschliche Züge herhalten. Die Schwalbe umschreibt im Strafraum den Stürmer oder seine Kollegen, die ein Foul simulieren, um den Elfmeter zugesprochen zu bekommen. Die Schwalbe funktioniert aber auch außerhalb des Strafraums mit der gleichen Technik und dem Ziel, eine gute Freistoßdistanz zu haben.

Der Schwan muss aber auch eine Rolle spielen und zwar als sterbender Schwan. So umschreibt man zynisch einen Spieler, der so tut, als ob im Rahmen einer Diskussion sein Gegenspieler ihn geschlagen, gestoßen oder sonstwie angegriffen hätte. Die Folge ist, dass sich der Spieler nach hinten fallen lässt, als wäre er bewusstlos und simuliert einen sterbenen Schwan mit dem Ziel, dass der Gegenspieler eine rote Karte erhält.

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