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Big Air (BA)

Große Schanze, spezielle Figuren

Der Big Air, abgekürzt BA, ist ein Bewerb im Snowboardsport, der lange Zeit den Männern vorbehalten war, einen Damenbewerb gab es lange Zeit nur abseits vom Weltcup. In den letzten Jahren sind aber auch die Frauen auf der großen Schanze unterwegs und bieten sensationelle Sprünge. Die Aufgabe beim Big Air besteht darin, mit Hilfe einer großen Schanze einen hohen Luftstand zu erreichen und diesen zu nutzen, um verschiedenste Drehungen und Manöver inklusive einer anschließenden sicheren Landung zu zeigen.

Big Air - Schanze und Gelände

Die Grundvoraussetzung für eine gelungene und auch ordnungsgemäße Durchführung des Big Air ist das richtige Gelände und natürlich die Schanze. Die Teilnehmer brauchen die Möglichkeit, die notwendige Geschwindigkeit aufzubauen, um überhaupt den Luftstand zu erreichen, der für die Figuren vonnöten ist. Seitens des Weltverbandes FIS gibt es daher folgende technische Daten als Richtwert, die man nicht genau einhalten muss, an die man sich aber beim Aufbau orientieren sollte:

Anlauf
Die Neigung sollte 22 Grad (+/- 2°) aufweisen, die Länge ist mit 30 bis 60 Meter angegeben und der Anlauf sollte eine Breite von acht Meter beinhalten.

Sprung
Der Sprung oder besser die Schanze selbst hat eine Breite von mindestens fünf Meter und eine Höhe von 2,5 bis 3,5 Meter. Der Absprungwinkel ist mit 25 bis 30 Grad angegeben und der Vorbau mit 10 bis 18 Meter.

Aufsprunghügel
Die Neigung des Aufsprunghügels sollte 30 Grad (+/- 2°) aufweisen und eine Mindestbreite von 22 Meter haben. Die Länge ist mit 35 Meter vorgeschrieben.

Zielbereich
Der Zielbereich hat eine Breite von 30 Meter und ebenso eine Tiefe von 30 Meter, sodass man genug Zeit zum Abbremsen hat. Die Neigung liegt im Bereich von Null bis drei Grad.

Weichen die tatsächlichen Werte ab, so muss berücksichtigt werden, dass die Teilnehmer die nötige Geschwindigkeit erreichen und dass die Dimension von Schanze, Schanzenhöhe sowie Landungsbereich und Zielbereich aufeinander abgestimmt sind, sodass die Sicherheit gewährleistet bleibt. Was das Gelände für den Big Air betrifft, muss dieses einen Tag vor dem Wettkampf fertiggestellt sein. Ein Training muss möglich sein.

Musikeinrichtung
Ähnlich dem Bewerb in der Halfpipe ist die Musik eine wesentliche Zutat zu einer Partystimmung und daher ist dafür Sorge zu tragen, dass am ganzen Gelände die Musik gut hörbar ist. Das Lautsprechersystem muss entsprechend konfiguriert und leistungsstark sein. Zuständig für die Auswahl der Musik ist der Musikchef.

Startraum und Zielraum

Der Startraum ist abgesperrt und steht nur den Teilnehmern zur Verfügung, um sich vorzubereiten. Chef beim Start ist der Starter, der das Vorbereitungszeichen und das Startkommando gibt. Er ist mit dem Chef Punktrichter per Funk verbunden und regelt auch den Ablauf im Training.

Der Zielraumchef ist für den Zielbereich verantwortlich, unter anderem für die Kontrolle des Publikums und Einschreiten, falls sich jemand daneben benimmt. Er muss auch Sorge dafür tragen, dass die Athleten sicher im Zielbereich ankommen und abbremsen können.

Wie funktioniert der Big Air-Wettkampf?

Die Regeln sind ähnlich dem Halfpipe-Bewerb und das bedeutet, dass es sechs Damen und zwölf Herren im Finale gibt. Üblicherweies und vor allem bei Großereignissen oder im Weltcup gibt es weit mehr Teilnehmer und daher braucht es eine Qualifikation.

Die sieht so aus, dass alle im 1. Lauf an den Start gehen und die besten drei Damen sowie sechs Herren qualifizieren sich direkt für das Finale. Im zweiten Lauf nehmen alle anderen wieder teil und springen um die verbliebenen Finalplätze.

Was passiert, wenn am 3. Platz (Damen) oder 6. Platz (Herren) zwei gleichauf liegen? In dem Fall sind beide fix für das Finale qualifiziert und im 2. Lauf werden weniger Finalplätze ersprungen/erkämpft.

Heat Format
Neben diesem normalen Qualifikationsformat gibt es auch das Heat Format, wobei in zwei oder drei Läufen die Finalplätze ermittelt werden. Bei zwei Läufen steigen die besten drei Damen und sechs Herren ins Finale auf, bei drei Läufen die besten zwei Damen und vier Herren.

Aufgeteilt werden die Gruppen in die Läufe nach Rangliste. Bei zwei Läufen starten etwa beim 1. Lauf die Läufer 1, 3, 5 und im 2. Lauf 2, 4, 6. Damit wird verhindert, die die absolut besten im gleichen Lauf an den Start gehen.

Finale
Im Finale treten die sechs Damen und zwölf Herren gegeneinander an, wobei jeder drei Sprünge absolviert. Gewertet werden alle Sprünge, gezählt aber nur die zwei besten Sprünge, sodass man sich einen Fehler leisten kann. Gibt es Punktgleichstand, dann wird der nicht gezählte dritte Sprung als Kriterium herangezogen.

Wer die meisten Punkte erreicht, ist der Sieger.

Wertungsgericht und Wertungen im Big Air-Bewerb

Im Big Air gibt es drei Punktrichter, die allesamt die gleiche Aufgabe haben. Sie beurteilen nämlich als Judge 1 - 3 den Gesamteindruck der Darbietung. In der Halfpipe werden die Figuren, Höhe und dergleichen auch bewertet, aber das findet beim Big Air nicht statt. Jeder Punktrichter kann von 1 bis 100 Punkte vergeben, wobei 1 ein Totalausfall und 100 eine perfekte Darbietung darstellt.

Das heißt, dass 200 Punkte das Maximum darstellen, wobei man mit 190 Punkten meist schon auf der Siegerstraße ist. Bei der Bewertung ist zu beachten, welche Figur gezeigt wird, wie sie ausgewertet wurde, wie schwierig sie ist und wie die Landung gelungen ist. Jemand mit einem hohen Schwierigkeitsgrad, aber einer gestürzten Landung wird weniger Punkte erhalten als jemand mit einem weniger schwierigen Sprung und sicherer Landung. Doch siegreich wird man so auch nicht sein. Man muss schon die besten Tricks mit perfekter Ausführung und sicherer Landung zeigen können, um gewinnen zu können.

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    • Halfpipe
      Der Bewerb in der Halfpipe ist ein Teil des Freestyle-Programms im Snowboardsport.
    • Parallel-Riesentorlauf (PSG)
      Der Parallel-Riesentorlauf oder PSG ist die längere Variante der Parallel-Rennen im Snowboardsport, wobei die Abwicklung mit dem Slalom ident ist.
    • Parallel-Slalom (PSL)
      Der Parallel-Slalom oder auch PSL ist ein Bewerb im Snowboardsport, der zusammen mit dem Riesentorlauf für die Parellelwertung zählt und Geschwindigkeit mit Artistik verknüpft.
    • Slope Style (SBS)
      Slope Style, abgekürzt SBS, ist eine Disziplin im Snowboardsport und besteht aus der Aufgabe, einen Parcours mit Boxen, Rails, Corner und Kicker fehlerfrei zu überwinden.
    • Snowboardcross (SBX)
      Beim Snowboardcross oder SBX treten vier Teilnehmer gleichzeitig an, um per Snowboard eine bestimmte Strecke mit Sprünge und Steilwandkurven zu absolvieren.
    • Weltcuppunkte
      In den Bewerben des Snowboard-Sports im Rahmen der FIS (Weltcup) gibt es eine andere Regel bei der Vergabe der Weltcuppunkte als bei den anderen Sportarten.
    • Allgemeine Begriffe
      Allgemeine Snowboard-Begriffe sind jene, die auch für Freizeitsportler Gültigkeit haben wie Bail als einfacher Sturz oder Downhill als Abfahrt mit dem Snowboard.
    • Begriffe zu Board / Ausrüstung
      Begriffe zum Snowboard und der Ausrüstung wie Snowboard-Schuhe mit der Beschaffenheit, dem Aufbau des Boards, der Bindung und Eignung für Schneearten.
    • Begriffe zu Drehungen
      Snowboard-Begriffe zu den Drehungen mit dem Board von One-eighty (180 Grad) bis zu den mehrfachen Drehungen wie Ten-eighty (1080) mit höherer Schwierigkeit.
    • Begriffe zu Sprünge
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