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Parallel-Slalom (PSL)

Geschwindigkeit und Geschicklichkeit in Kombination

Der Snowboardsport hat verschiedene Bewerbe entwickelt, die zum Teil noch neuerer Natur sind, zum Teil schon länger gefahren und bestritten werden. Der Parallel-Slalom ist eine Weiterentwicklung des Parallel-Riesentorlaufs, der schon länger mit dem Board durchgeführt wurde. Der Slalom ist damit der kleine Bruder und die beiden Bewerbe kann man durchaus mit dem alpinen Skilauf und ihren unterschiedlichen Längen pro Durchgang vergleichen.

Parallel-Slalom mit dem Snowboard

Die grundsätzlichen Spielregeln beim Parallel-Slalom oder abgekürzt PSL gelten für Frauen und Männer gleichermaßen. Als Grundlage gilt ein Hang, der eine Strecke von 80 Meter Höhendifferenz Minimum und 120 Höhenmeter Maximum aufweist. Diese Höhendifferenz muss gegeben sein, damit ein Rennen gemäß der Regeln überhaupt durchführbar sein kann. Die Höhendifferenz ist aber nur der Grundwert. Dazu braucht es auch eine Streckenlänge von 250 bis 450 Meter. Empfohlen wird eine Streckenlänge um die 350 Meter. Das Gefälle sollte bei 16 Grad liegen (+/- 2 Grad).

Außerdem muss die Strecke zumindest 30 Meter breit sein, damit zwei Kurse nebeneinander gesteckt werden können. Damit das Rennen wirklich durchgeführt werden kann, braucht es Tore, wie man das vom alpinen Skisport her auch kennt. Die Tore beim Snowboard-Slalom sind aber anders gestaltet, weil die Innenstange ist viel kürzer und sehr flexibel, die Außenstange ist höher und ein wenig vergleichbar mit den alpinen Toren. Bei zwei gesteckten Kursen hat der eine eine andere Farbe als der andere, wobei aus Sicht vom Starthaus der linke Kurs immer rot und der andere immer blau bestückt wird. So kann man auch davon sprechen, dass der eine auf dem roten und der andere auf dem blauen Kurs unterwegs ist.

Schließlich gilt auch noch, dass für die Rennen der Profis die Piste entsprechend präpariert wird. Vergleichbar mit dem alpinen Skisport brauchen die Frauen und Männer im Rennen eine harte Schneeauflage, damit sie ihre Kurven entsprechend mit dem Board ziehen können und nicht ständig einsinken. Das reduziert die Sturzgefahr und sorgt auch für faire Bedingungen.

Kurssetzung im Parallel-Slalom

Ein Kurs beinhaltet mindestens 18 Tore, wobei das Ziel der Kurssetzung darin bestehen soll, das Gelände zu berücksichtigen und eine maximale Geschwindigkeit zuzulassen. Andererseits sollen keine Kombinationen gesteckt werden, die kaum fahrbar sind oder die sogar zu einer Gefahr für Damen und Herren werden könnten. Der Kurs soll interessant gesteckt werden und nicht von oben bis unten immer die gleiche Systematik aufweisen.

Zwischen den Toren gibt es einen Abstand von 10 bis 14 Meter maximal. Der Kurs ist so zu gestalten, dass er eine Herausforderung darstellt und nicht langweilig ist, aber er darf auch nicht gefährlich sein. Dazu zählt, dass man keine Tore setzt, durch die die Teilnehmer gezwungen sind scharf zu bremsen oder sich anderweitig in Gefahr zu bringen.

Die letzten Tore eines Kurses sind meist recht direkt gesetzt, weil die Teilnehmer spektakulär mit Höchstgeschwindigkeit durch das Ziel fahren können sollen. Das ist auch publikumswirksam wichtig. Außerdem ist zu beachten, dass die Kurse eine ausreichende Distanz zueinander haben und das ist im Fall des PSL ein Abstand von 8 bis 10 Meter.

Der Ablauf der Kurssetzung erfolgt in dem Sinne, dass zuerst der Hang besichtigt wird, dann setzt der Kurssetzer die Strecke und die Jury überprüft die Tore (richtige Farbe, Position) und gibt die Strecke für das Rennen frei.

Rennablauf im Parallel-Slalom

Qualifikation
Bevor das eigentliche Rennen beginnt, gibt es eine Qualifikation, wobei es davon abhängt, wie viele Leute teilnehmen. Wenn es zum Beispiel 50 oder mehr Teilnehmer gibt, dann gibt es 16 Finalplätze. Sind es weniger als 50 Teilnehmer, dann stehen auch nur acht Finalplätze zur Verfügung.

Das bedeutet, dass man vor dem eigentlichen Rennen die Qualifikation überstehen muss und zwar in dem Sinne, dass man den originalen Kurs gegen die Zeit fahren muss. Dabei gibt es zwei Verfahren. Mit einem Lauf gibt es die direkte Qualifikation, zum Beispiel die schnellsten 16 Damen oder Herren. Werden aber zwei Läufe angesetzt, dann qualifizieren sich die schnellsten acht des ersten Laufes und dann wieder die schnellsten acht des zweiten Laufes - vorausgesetzt, dass es 16 Finalplätze gibt.

Gibt es den Fall, dass am 16. Platz zwei oder mehr Teilnehmer mit identer Zeit klassiert sind, dann erfolgt ein Stechen, also noch ein Durchgang.

Das Rennen
Gestartet wird vom Starthaus aus, bei dem für beide Kurse die jeweiligen Teilnehmer in Position gehen. Hinter dem Starthaus befindet sich der Startbereich mit einer Länge von 30 Meter und einer Breite von 10 Meter, in dem sich die Teilnehmer vorbereiten können. Das Starthaus selbst hat eine Länge von sechs Meter.

Der Starter informiert sich, dass die Strecken frei sind und fragt die Teilnehmer, ob sie startklar sind. Danach gibt er das Startsignal und die beiden stürzen sich aus dem Starthaus, um den Kurs so schnell wie möglich im Sinne der Kurssetzung zu absolvieren. Dabei gilt bei 16 Finalteilnehmern folgende Reihenfolge basierend auf der Qualifikation:

Platz 1 - Platz 16
Platz 8 - Platz 9
Platz 5 - Platz 12
Platz 4 - Platz 13
Platz 3 - Platz 14
Platz 6 - Platz 11
Platz 7 - Platz 10
Platz 2 - Platz 15

Der Besserplatzierte nutzt im ersten Durchgang den roten (linken) Kurs, im zweiten Durchgang wird die Seite gewechselt, sodass alle einmal den roten und einmal den blauen Kurs bewältigt haben. Beide Läufe werden zusammengezählt und wer schneller war, steigt in die nächste Runde auf. Das wird bis zum Finale so durchgezogen.

Dabei gibt es ein großes und ein kleines Finale (Big Final / Small Final). Im kleinen Finale wird Platz drei ausgefahren, im großen Finale wird der Sieger oder die Siegerin ermittelt. Die Plätze dahinter bis Rang 16 werden nach den gestoppten Zeiten festgelegt.

Sonderfälle
Was ist, wenn einer im ersten Durchgang stürzt? In dem Fall wird mit einer 4%-Strafe (meist 1,5 Sekunden) der zweite Lauf bestritten. Damit hat man aber kaum mehr eine Chance, in die nächste Runde aufzusteigen.

Was passiert, wenn beide Teilnehmer nach zwei Läufen die gleiche Zeit erreicht haben? Dann gilt die schnellere Qualifikationszeit als Kriterium.

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