Im Jahr 1982, nachdem der Ski-Weltcup schon 15 Jahre veranstaltet wurde, wurde mit dem Super-G eine neue Disziplin eingeführt, die ab dem Jahr 1987 auch bei den Weltmeisterschaften in das Programm aufgenommen wurde und ein Jahr später, 1988, erstmals bei Olympischen Spielen als Disziplin anerkannt war.
Der Super-G ist eigentlich die Abkürzung für Super Giant Slalom, also Super-Riesenslalom oder Super-Riesentorlauf, doch diese Bezeichnungen werden alle nicht verwendet, weil Super-G durch die Kürze eine viel bequemere Definition ist. Es handelt sich dabei um ein schnelles Skirennen mit einem Durchgang, bei dem Sprünge und hohe Geschwindigkeit von der Abfahrt, mehr Richtungswechsel vom Riesenslalom übernommen wurden. Ein langsamerer Super-G ist eher für die Riesentorläufer ergo Techniker geeignet, bei einem schnellen Super-G sind die Abfahrer im Vorteil.
Diese Disziplin wurde eingeführt, weil es ein Ungleichgewicht zwischen jenen Skifahrerinnen und Skifahrern gab, die sich für die Abfahrt oder für die technischen Disziplinen entschieden haben. Wer sich auf die Abfahrt spezialisiert hatte, hatte praktisch keine Chance, den Gesamt-Weltcup zu gewinnen, weil die Technikerinnen und Techniker mit Slalom und Riesentorlauf bzw. zusätzlich mit der Kombination mehr Möglichkeiten vorfanden, um zu punkten.
Durch den Super-G sollten die Abfahrtsspezialisten ein zweites Standbein bekommen. Das bedeutet mehr Rennen, mehr Möglichkeiten, Geld zu verdienen und natürlich auch mehr Punkte und eine größere Chance, im Gesamt-Weltcup mitzureden.
Ein Super-G hat nicht so viele Tore wie ein Riesentorlauf, aber mehr als eine Abfahrt und stellt eine Kombination aus den beiden traditionellen Disziplinen dar. Es muss zumindest ein Sprung in die Strecke eingebaut und es muss eine ausgewogene Streckenführung gewählt werden, sodass sowohl die Techniker als auch die Abfahrer eine Chance auf den Sieg haben können. Wesentlich ist die Vorgabe, dass es einen Höhenunterschied von 400 bis 600 Meter zwischen Start und Ziel geben muss, damit ein Super-G ordnungsgemäß durchgeführt werden kann.
Der Ablauf des Super-G beinhaltet nur zwei Faktoren:
Das unterscheidet den Super-G massiv von der Abfahrt, weil man im Rahmen des Abfahrtslaufes meistens zwei Trainingsläufe hat. Beim Super-G muss man sich bei der Besichtigung die Strecke und den Kursverlauf ansehen und einprägen und dann gilt es, das Wissen optimal im Rennen umzusetzen. Passiert ein Fehler, wird es nichts werden mit einem guten Ergebnis.
Somit ist die Kurssetzung im Rennen wesentlich, wobei der Kurs durch die Tore vorgegeben wird. Jedes Tor besteht aus zwei Kippstangen und einem verbindenden Tuch, das entweder rot oder blau gefärbt ist. Wie bei der Abfahrt gibt es aber ein inneres und äußeres Tor und die Aufgabe besteht darin, zwischen diesen beiden Toren durchzufahren. Verpasst man ein solches Tor und fährt außen herum, scheidet man aus und muss das Rennen beenden.
Im Rennen selbst gibt es dann die übliche Startnummernreihenfolge, wobei die besten Rennläuferinnen und Rennläufer die Startnummer auswählen können. Dabei gibt es immer wieder Regeländerungen, denn die besten Rennfahrer haben lange die Nummern 16 bis 22 getragen, aktuell sind 6 bis 15 für die besten bei Frauen und Männer vorgesehen.
Ziel ist es natürlich, die Strecke schnellstmöglich zu absolvieren. Die Rennläuferin oder der Rennläufer mit der besten Zeit darf sich dann über den Sieg im Super-G freuen.
Jedes Rennen definiert sich über die Kurssetzung, selbst im Abfahrtslauf. Man kann einen Riesenslalom ganz eng setzen, man kann ihn aber auch flüssiger stecken. Doch in keiner Disziplin ist die Kurssetzung von so zentraler Bedeutung wie im Super-G.
Wenn ein Trainer weiß, dass seine Athletinnen oder Athleten eher dem Abfahrtslager zuzurechnen sind, dann wird man, wenn es der Hang zulässt, einen sehr schnellen Kurs wählen. Die Geschwindigkeiten sind trotzdem geringer als in der Abfahrt, aber für die Technikerinnen oder Techniker trotzdem etwas zu hoch. So kommen sie unter Druck, während Leute, die hohe Geschwindigkeiten gewohnt sind, damit kein Problem haben.
Es kann aber auch umgekehrt sein, dass in der Mannschaft starke Technikerinnen und Techniker gegeben sind. Sie sind im Riesenslalom sehr erfolgreich und man wird dann einen Kurs stecken, der mehr Kurven beinhaltet und vielleicht auch solche, die enger zu fahren sind, um den Radius voll zu nutzen. Das bringt die schnellen Leute wiederum unter Druck, weil die Abfahrt ganz anders abläuft.
Aus Sicht der Teilnehmerinnen oder Teilnehmer muss es aber möglich sein, beide Varianten zu beherrschen, um in der Weltcupwertung des Super-G viele Punkte sammeln zu können. Dennoch gibt es Vorlieben und das wissen die Trainer, die von Rennen zu Rennen bestimmt werden, um den Kurs zu gestalten. Diese Überlegungen machen den Super-G sehr speziell, weil im Riesenslalom gibt es die Expertinnen und Experten für diese Disziplin, im Slalom und in der Abfahrt ebenso. Nur im Super-G treffen sehr unterschiedliche Fahrertypen aufeinander.
Oben haben wir die Besichtigung schon besprochen, doch es gibt noch weitere Faktoren. Nicht nur der Kurs und sein Charakter sind wichtig, sondern auch die Begutachtung des Geländes. Wenn es eine Welle gibt, nach der eine scharfe Kurve zu fahren ist, muss man das wissen, sonst könnte man vom Kurs abkommen und ausscheiden. Noch drastischer wird es, wenn es eine hohe Welle ist und damit ein Sprung durchzuführen ist. Dann braucht man eine Zeit für die Landung und kann Fehler kaum mehr korrigieren.
Während man im Abfahrtslauf mit den Trainingsläufen üben kann, gibt es im Super-G diese Option nicht. Manche Rennen sind leicht zu lesen, aber es gibt auch Rennen im Super-G, bei denen eine bestimmte Stelle besonders heimtückisch zu fahren ist, was sich oft erst bei voller Renngeschwindigkeit zeigt. Rennen, in denen von den ersten sechs Teilnehmerinnen oder Teilnehmern vier genau an so einer Stelle ausscheiden, sind keine Seltenheit. Schon alleine deshalb ist es hilfreich, wenn man nicht eine der ersten Startnummern erwischt hat und von den Erfahrungen der ersten Teilnehmer profitieren kann.
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Artikel-Thema:
Super-G im alpinen Skizirkus
Beschreibung: Der 🎿 Super-G im Ski Alpin ist eine Kombination von ✅ Abfahrtslauf und Riesentorlauf und die zweite schnelle Disziplin im Weltcup.