Die Abfahrt im alpinen Skisport ist die schnellste Disziplin, bei der vor allem die Männer Geschwindigkeiten erreichen können, die über jene auf der Autobahn in Österreich (130 km/h) reichen. Es gibt Passagen mit über 140 km/h und daraus entwickelt sich ein Rennen, das sehr spektakulär wirkt.
Begonnen hat alles nach dem Zweiten Weltkrieg, denn die Abfahrt, auch als Abfahrtslauf oder Abfahrtsrennen bezeichnet, wurde schon in den 1950er-Jahren ausgetragen und war auch Teil der Olympischen Winterspiele. Als der Weltcup 1967 eingeführt wurde, war die Abfahrt natürlich ein wesentlicher Teil des Programms.
Ziel der Abfahrt ist es, die Strecke mit der geringsten Zeit zu überwinden, wobei es viel weniger Richtungsänderungen gibt als beispielsweise beim Riesentorlauf. Es können aber, wie beim Ziel-S in Wengen, trotzdem schwierige Kurven eingebaut sein, alleine schon, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Die Abfahrt erfordert ein technisches Können, viel Mut und ein Gespür für die richtige Linie. Verpasst man vor einem Flachstück eine Kurve, dann hat man in der Regel seine Siegchancen schon verspielt, weil die Geschwindigkeit danach zu gering ist, um die Abfahrt gewinnen zu können.
Die Abfahrt ist das einzige Rennen im alpinen Skisport, bei dem es Trainingsläufe gibt. Man hat so sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Möglichkeit, unter Rennbedingungen die Strecke zu testen. Zwar kennt man die meisten Pisten bestens, aber die Tore werden von Jahr zu Jahr doch anders gesetzt und der Schnee ist auch jedes Jahr anders beschaffen.
Ein Abfahrtslauf setzt sich aus folgenden Bereichen zusammen:
Eine Besichtigung gibt es natürlich in jedem Skirennen, wobei es bei der Abfahrt darum geht, den Kurs richtig zu lesen. Das bedeutet, dass man sich einprägt, wie man die Kurven fahren muss, welche Sprünge zu überwinden sind und welche Bedingungen vorliegen. Mit diesem Wissen wendet man sich den Trainingsläufen zu.
Beim Trainingslauf gilt es, die Erkenntnisse umzusetzen und zu erkunden, welche Linie besonders schnell ist. Es gibt normalerweise zwei Trainingsläufe, bei denen die Zeit so wie im Rennen genommen wird. Im Rahmen des olympischen Abfahrtslaufes sind üblicherweise aber sogar drei Trainingsläufe angesetzt. Mit dem Trainingslauf gibt es aber zusätzliche Möglichkeiten der Taktik, denn man kann eine ruhige Fahrt anstreben und so tun, als ob man nicht in Form wäre. Oder man wählt die Taktik, dass man eine Superzeit erreicht und die Konkurrenz beeindruckt.
Spannend ist auch, wenn die Läuferinnen oder Läufer einer bestimmten Nation besonders schnell sind, die der anderen Nationen aber nicht. Dann wird geprüft, wie denn diese Abfahrerinnen oder Abfahrer ihre Linie gewählt haben, um für sich neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Das eigentliche Rennen ist der Abschluss für den Abfahrtslauf, wobei es aber auch an einem Wochenende zwei Rennen geben kann. Das passiert häufig dann, wenn ein Rennen ausfallen musste und ein anderer Weltcuport dieses Rennen zusätzlich zur ohnehin geplanten Abfahrt veranstaltet. Dann könnte es so aussehen, dass am Donnerstag und Freitag Trainingsläufe stattfinden, am Samstag und Sonntag aber zwei Abfahrtsläufe.
Schon beim Trainingslauf gibt es Startnummern und damit eine klare Struktur, wer wann seine Fahrt beginnt, doch die Startnummern haben im Rennen eine noch größere Bedeutung. Die besten Rennläuferinnen oder Rennläufer im aktuellen Weltcup dürfen sich eine Startnummer aussuchen, wobei diese Regelung sich immer wieder ändert. Mal gab es die besten Fahrer von Nummer 16 bis 22, mal von 6 bis 15. Bei Neuschnee ist eine niedrige Nummer zum Beispiel gar keine gute Idee, bei normalen Bedingungen spielt die Startnummer hingegen keine so große Rolle.
Gewonnen hat, wer das Rennen mit der schnellsten Zeit absolvieren konnte, wobei die Zeiten auch abhängig davon sind, wo man eine Abfahrt austrägt, denn in Wengen fahren die Männer an die 2:30 Minuten, in Kitzbühel gibt es Zeiten unter zwei Minuten. Bei den Frauen sind viele Siegerzeiten im Bereich von 1:15 Minuten.
Welche Vorgaben gibt es überhaupt für die Abfahrt? Bei der Siegerzeit hat man schon erkennen können, dass die Strecken verschieden lang sein können, es gibt auch einfachere Strecken und sehr anspruchsvolle. Generell gibt es sechs Vorgaben für den Abfahrtslauf:
Eine Abfahrt mit Geschwindigkeiten von 80 oder 90 km/h interessiert niemanden. Es muss schon eine schnellere Fahrt möglich sein. Gleichzeitig ist es aber auch mäßig interessant, wenn es kaum enge Kurven oder besondere Streckenteile gibt. Das Ziel-S in Wengen, der Sprung über den Hundsschopf ebendort oder die Mausefalle in Kitzbühel sind klassische Beispiele für spektakuläre Elemente der Abfahrt. Generell gilt, dass der Höhenunterschied zwischen 800 und 1.100 Meter liegen sollte. Wie lange eine Abfahrt ist, ist hingegen nicht vorgeschrieben.
Das Risiko und der Mut müssen ein Element der Abfahrt sein, aber das Risiko darf nicht zu einer vorsätzlichen Gesundheitsgefährdung führen. Im Laufe der Abfahrtsentwicklung gab es immer wieder neue Ideen, wie man die Sicherheit erhöhen kann, ohne das Rennen negativ zu beeinflussen. Eine Variante sind die Sicherheitsnetze, um bei einem Sturz die Energie aufzufangen, eine andere Idee sind die Markierungen mit Lebensmittelfarbe, um auch bei schlechterer Sicht die Linie gut erkennen zu können. Es hat sich herausgestellt, dass vor allem vor einem Sprung diese Markierungen für die Rennläufer sehr hilfreich ist.
Kriterium der Strecke ist dabei der Kurs selbst, also wie gefahren werden muss. Das wird mit den Toren entsprechend erreicht, die als Doppeltore gesteckt werden. Das bedeutet zum einen, dass es zwei Kippstangen gibt, zwischen denen ein Stofftuch gespannt ist, das eine rote oder eine blaue Farbe aufweisen. Zum anderen sind es auch Doppeltore, weil es zwei Tore gibt, nämlich links und rechts der Strecke. Zwischen diesen beiden Toren muss man fahren, sonst verlässt man die Strecke. Hat man zum Beispiel in einer Kurve die Linie verlassen und kann das nächste Tor nicht mehr richtig passieren, dann ist man ausgeschieden und muss das Rennen sofort beenden.
Die Abfahrt führte zu zwei wesentlichen Merkmalen, nämlich den Sprüngen und der Abfahrtshocke. Jede Abfahrt beinhaltet Sprünge, wobei es manche Strecken mit mehr solcher Sprünge gibt und andere mit weniger dieser Herausforderungen. Berühmt wurden die Kamelbuckel in Gröden, aber auch die weiten und hohen Sprünge in Beaver Creek, der schon genannte Hundsschopf in Wengen oder die Mausefalle in Kitzbühel.
Beim Sprung verliert man Geschwindigkeit, kann aber bei gutem Sprung auch ein wenig Strecke abkürzen. Eine Taktik kann es sein, früher als nötig wegzuspringen, um schneller wieder Fahrt aufnehmen zu können. Für die Skifans sind die Sprünge besonders spannend, weil sie spektakulär aussehen.
Neben den Sprüngen ist aber die Abfahrt für die Abfahrtshocke bekannt, denn es gibt immer wieder Passagen, in denen es darum geht, möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen oder diese lange zu halten. Gleiterpassagen ohne große Schwierigkeiten sind ein solcher Fall und man neigt den Oberkörper nach vorn, streckt auch die Arme mit den Stöcken nach vorn und geht in die Hocke. So macht man sich kleiner und bietet weniger Luftwiderstand, was gut für die maximal mögliche Geschwindigkeit ist.
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Artikel-Thema:
Abfahrtsrennen im Ski Alpin
Beschreibung: Das 🎿 Abfahrtsrennen im Ski Alpin ist die schnellste Disziplin mit weiten Sprüngen und ✅ sehr hohen Geschwindigkeiten samt Fliehkräfte in der Kurve.