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Rückhand

Der komplexere und für viele schwierigere Grundschlag

Mit der Vorhand sind die meisten Tennisspielerinnen und Tennisspieler auf der sicheren Seite, wenn sie von der Grundlinie aus agieren, weil man entlang des Körpers auf der Seite der Schlaghand den Ball treffen und steuern kann. Die für viele schwächere Seite ist die Rückhand oder auch der Rückhandschlag, weil man dazu fitter sein muss und mehr Vorbereitung benötigt wird. Allerdings hat sich durch die beidarmige Variante viel verändert.

Ausführung des Rückhandschlags

Rückhand oder Rückhandschlag im TennisspielDer Rückhandschlag erfordert mehr Fitness, weil man frühzeitig erkennen muss, wohin der Ball fliegen wird, wo er aufkommt und wo man ihn schlagen kann, um zurückzuspielen. Das gilt zwar auch für die Vorhand, aber bei der Vorhand holt man seitlich vom Körper mit dem Schläger aus und trifft den Ball optimalerweise punktgenau. Das war es auch schon.

Bei der Rückhand muss man hingegen den Schläger vor dem Körper vorbeiführen, ein Knie beugen, um eine stabilere Position zu erreichen, mit dem Schläger hinter dem Körper ausholen und den Ball treffen. Das heißt, man braucht eine viel umfangreichere Vorbereitung, weil ohne der Stabilität wird der Rückschlag auf der Rückhandseite zur Lotterie, weil man den Ball nicht so gut kontrollieren kann. Deshalb wird häufig auf der Rückhandseite auch eine sogenannte Sicherheitsvariante gespielt, indem man den Ball anschneidet und versucht irgendwie über das Netz zurückzuspielen.

Und diese komplexe Bewegung ist auch der Grund, warum viele Spielerinnen und Spieler damit Mühe haben. Es zeigt sich sehr oft, dass Spieler A auf die Rückhandseite von Spieler B spielt und zwar durchaus auch zehnmal in Folge. Das mag jetzt nicht so wirklich spannend sein, macht taktisch aber Sinn.

Rückhand im Tennissport

Und deshalb wird sehr gerne die Rückhandseite auch umlaufen, weil man auf der Vorhandseite stabiler ist und mehr Sicherheit hat. Man kann besser durchziehen und mehr Druck ausüben. Das weiß der Gegner natürlich auch und spielt sehr gerne in die Rückhandecke, womit man sehr seitlich steht und wenn man zurückspielt, spielt er einen Angriffsball in die Vorhandecke und man muss sehr gut zu Fuß sein, um den Ball überhaupt noch zu erreichen.

Es gibt auch Spielerinnen und Spieler, die mit dem langsamen Slice auf der Rückhandseite eine Verteidigungsvariante spielen, bis sie die Gelegenheit bekommen, mit der Vorhand zum Gegenangriff gehen zu können. Aber es gibt auch Leute, die auf der Rückhandseite besser sind als mit der Vorhand. Das wohl bekannteste Beispiel war Stefan Edberg, dessen Rückhand weit stärker und gefährlicher war als seine Vorhandschläge. Die waren gut, aber nicht wirklich beeindruckend.

Beidarmige Rückhand im Powertennis

Im Laufe der Jahre hat sich auf der Rückhandseite aber einiges getan. Statt den Slice zu spielen und sich zu verteidigen, wird fast durchwegs beidarmig gespielt. Bei den Damen hat man dies aus Kraftgründen eingeführt, aber auch die Herren spielen fast durchwegs die Rückhand mit beiden Armen, weil die Rückhandseite normalerweise nicht so stark ist wie die Vorhandseite. Mit der Zuhilfenahme des zweiten Arms erzeugt man mehr Druck, zwingt sich noch mehr, in die Knie zu gehen und spielt Rückhand-Winner viel öfter als mit der einarmigen Variante.

Natürlich gab es mit Edberg jemanden, der es auch mit einem Arm geschafft hat und auch ein Roger Federer spielt einarmig, Pete Sampras könnte man als langjährige Nummer eins auch nennen. Doch von Agassi bis Djokovic, von Nadal bis Sharapova spielten und spielen die Stars die Rückhand mit beiden Armen und können so viel mehr Druck auf den Ball bringen, womit aus der schwachen Rückhandseite eine starke Angriffswaffe wurde. Auch das ist ein Grund, warum es immer ungesünder wurde, einen Netzangriff zu wagen, weil die Rückschläge von der ehemals schwächeren Seite einfach zu gut und platziert sind und man fast immer in der Defensive ist, obwohl man eigentlich am Netz angreift.

Es gibt auch verschiedene Ansichten zum Thema. Dominic Thiem aus Österreich spielt sehr erfolgreich, aber auch einarmig die Rückhand, was Thomas Muster als seine Schwäche bezeichnet. Ob es eine Schwäche sein muss, wenn man die Rückhand einarmig spielt - darüber muss jeder für sich befinden.

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