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Passierschlag beim Tennisspiel

Den Netzangreifer ausspielen

Neben dem Lob gibt es als alternative Möglichkeit im Tennis auch den Passierschlag, um von der Grundlinie aus einen Netzangriff zu vereiteln. Das Ziel dieser Schlagtechnik besteht darin, den Tennisball am angreifenden Gegenspieler vorbei zuspielen, diesen also zu passieren, was den Namen erklärt.

Gegenmittel gegen Netzangreifer

Der Gegenspieler übt meist mit einem präzisen Grundschlag Druck aus und rückt zum Netz vor, um den Punkt mit einem Volley abzuschließen, falls es doch gelingen sollte, den Schlag zu retournieren. Mit dem Passierschlag kann man diese Aktion aber unterbinden, wobei damit jeder Schlag gemeint ist, der mit Vorhand oder Rückhand ausgeführt wird und dem Netzspieler seinen Plan durchkreuzt.

Häufig wird zum Beispiel diagonal in eine Ecke gespielt, sodass der Grundlinienspieler aus dem Feld gedrängt wird. Der Angriffsspieler rechnet damit, dass sein Gegenüber den Ball ebenfalls diagonal zur Mitte des Tennisplatzes zurückspielen wird, wenn er denn den Ball noch richtig treffen kann. Stattdessen spielt er den Ball fast direkt und gerade Richtung Grundlinie und der Netzspieler hat keine Möglichkeit mehr, darauf zu reagieren und kann nur zusehen, wie der Ball sich vor der Grundlinie in das Feld versenkt, womit der Verteidiger zum einen den Angriff abgewehrt hat und zum anderen einen Punkt erzielen konnte.

Schafft es der Netzspieler, den Ball noch zu erreichen, aber nicht mehr regelkonform über das Netz zu spielen, dann gilt dies nicht als Passierschlag, weil zwar auch ein Punkt gewonnen wurde, aber der Netzspieler nicht wirklich passiert wurde. Als Passierschlag gilt aber zum Beispiel auch, wenn sich der Netzspieler nach einem Aufschlag für eine Angriffsseite entscheidet und sein Gegenüber diagonal den Ball spielt, bevor der Netzspieler diesen erreichen kann. Es muss also kein gerade ausgeführter Schlag sein.

Passierschlag im aktuellen Tennis

Der Hauptgrund, warum kaum mehr jemand Serve-And-Volley spielt und nach dem Aufschlag gleich zum Netz läuft, ist genau diese Fähigkeit, mit dem Passierschlag diesen Angriff zu vereiteln. Zu Zeiten eines Agassi und Sampras gab es zwei Spielsysteme, die von den Möglichkeiten her ungefähr gleich ausgelotet waren. Auf der einen Seite der Andre Agassi, der von der Grundlinie aus mit seinen Passierschlägen für Gefahr sorgen konnte und auf der anderen Seite Pete Sampras, der mit starken Aufschlägen und konsequentem Netzspiel erfolgreich war. Die Duelle der beiden - häufig in wichtigen Finalspielen - waren daher schwer auszurechnen.

Heute hat man als Sampras kaum eine Chance, weil die Spieler viel durchtrainierter sind. Sie haben gelernt, an der Grundlinie perfekte Schläge anzubringen und auch wenn sie aus dem Feld gedrängt werden, können sie die gegnerische Ecke anvisieren und sind in Wirklichkeit in der besseren Position als der angreifende Netzspieler. Selbst gute Volleyspieler wie ein Roger Federer haben gelernt, dass man von der Grundlinie aus erfolgreicher sein kann.

Selbst in Wimbledon, wo Grundlinienspieler überhaupt keine Chance hatten, wird heute viel mehr von der Grundlinie gespielt als ans Netz gestürmt - weil auch dort die defensiven Spieler mit ihren Passierschlägen in der starken Position sind. Waren früher die Spieler am Netz am Drücker, so sind es längst die Leute an der Grundlinie und am Netz befindet man sich in der Defensive.

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Passierschlag im TennisspielArtikel-Thema:
Passierschlag beim Tennisspiel
letztes Datum:
17. 04. 2019