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Leichtathletik 200 Meter Sprint

Sprint mit Kurve und Schräglage

Der Sprint über die 100 Meter stellt in der Leichtathletik das Highlight dar, aber auch der Sprint über die 200 Meter findet große Beachtung. Die Besonderheit dabei ist die Tatsache, dass aufgrund der Streckenlänge der Start in der Kurve der Laufbahn erfolgen muss, damit man zur Ziellinie die geforderte Distanz überwinden konnte.

Inhalt

Kriterium Kurve im 200 Meter Sprint der Leichtathletik

Und das bedeutet, dass die Frauen und Männer ihre höchste Geschwindigkeit nach dem Start in der Kurve erreichen, was die Fliehkräfte verstärkt. Wer einmal mit dem Fahrrad 35 bis 40 km/h gefahren ist und sich in einer Kurve befand, weiß, wie die Kräfte auf Körper und Fahrrad wirken und im Falle des Sprints in der Leichtathletik müssen diese Kräfte durch den menschlichen Körper ausgeglichen werden.

Das bedeutet, dass die Belastung auf die Gelenke und Muskeln eine sehr hohe ist und man diese Belastung kennen und tolerieren können muss, um eine erfolgreiche Zeit im professionellen Sport erreichen zu können. Auch Laien erkennen, wie sehr sich die Läuferinnen und Läufer in die Kurve legen und eine leichte Schräglage einnehmen, weil man in der Kurve möglichst innen laufen möchte, um Strecke zu sparen, aber die Fliehkräfte treiben den Läufer nach außen.

Nachdem der Start erfolgreich durchgeführt wurde und die Kurve überwunden ist, steht die Schlussgerade an, die damit dem 100 Meter Sprint sehr ähnlich ist, nur dass man hier nicht beginnt, sondern schon 100 Meter in den Beinen hat. Dennoch sind vor allem die Sprinter, die auch die 100 Meter laufen, sehr stark und es ist noch keine richtige Ausdauerfrage, ob man die 200 Meter schafft. Allerdings darf man nicht zu schnell begonnen haben, weil man sonst Mühe hat, das Tempo bis zur Ziellinie durchzuhalten und das kann bedeuten, dass man sowohl Zeit als auch Positionen verlieren kann. Ein zu vorsichtiger Start kostet viel Zeit, die kaum aufzuholen ist, aber ein zu schneller Start kann das Risiko bedeuten, dass man zum Schluss Probleme bekommt.

Kurve im 200 Meter SprintBildquelle: pixabay.com / Tama66

Bedeutung der 200 Meter in der Leichtathletik

Viele schreiben und sprechen nur von den 100 Meter, aber auch der Sprint über 200 Meter wird nicht so leicht gewonnen. So mancher hat über die 100 Meter keine Chance auf einen Platz am Podium und ist für die 200 Meter talentierter. Usain Bolt, der die Rekordzeit über 100 und 200 Meter praktisch pulverisiert hatte, wurde oftmals als besser für die 200 Meter umschrieben, weil durch seine langen Beine wäre er für den längeren Sprint noch besser geeignet. Er setzte sich aber ohnehin bei beiden Strecken durch.

Die Ausdauer spielt noch nicht die große Rolle, das kommt beim langen Sprint über 400 Meter mehr zum Tragen. Aber ein Stück weit muss man schon fähig sein, auf den letzten 50 Meter immer noch schnell zu laufen. Die Bedeutung ist durchaus auch auf dieser Streckenlänge groß, denn der Start mit der Schräglage in der Kurve sieht spannend aus und vor allem erkennt man erst auf der Zielgeraden, wer wirklich vorne liegt. Häufig ist das Rennen bereits entschieden, bevor die Gerade erreicht wird.

200 Meter Sprint: Durchführung und Qualifikation für das Rennen

Die Durchführung des 200 Meter Sprints ist jener des 100 Meter Rennens durchaus ähnlich, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Einerseits gibt es für die Großereignisse Vorgaben der nationalen Verbände, die erreicht werden müssen, um überhaupt einmal teilnehmen zu dürfen. Andererseits ist das Rennen noch immer nicht das längste, auch wenn die Distanz doppelt so lang ist wie beim 100 Meter Sprint.

Die erforderliche Qualifikation bedeutet, dass die nationalen Verbände eine Zeit vorgeben, die man bei einem der Bewerbe laufen muss, um sich für die Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder olympischen Sommerspiele das Ticket holen zu können oder auch zu dürfen. Damit kommt man entsprechend der Vergabe von Startplätzen in das Starterfeld dieser großen Veranstaltungen.

Diese Veranstaltungen unterscheiden sich von einem kleineren Meeting dadurch, dass es mehrere Runden geben kann, in denen man sich bewähren muss. Bei den großen Veranstaltungen gibt es zum Beispiel den Vorlauf und dann die Zwischenrunde sowie anschließend das Halbfinale. Jeweils gilt, dass die schnellsten Läuferinnen und Läufer jedes Laufes sich fix für die nächste Runde qualifizieren. Die letzten Startplätze werden meist über die schnelle Zeit in den Läufen aufgefüllt, zum Beispiel die schnellsten Drittplatzierten der Zwischenläufe, um doch noch das Halbfinale zu erreichen.

Im Halbfinale wird dann um die Teilnahme im Finale gelaufen, wobei für das Halbfinale acht Plätze für die acht Laufbahnen zur Verfügung stehen. Im Finale selbst wird der Sieg unter den Teilnehmern ausgemacht und im Falle von EM, WM oder Olympischen Spielen werden auch entsprechende Medaillen für die ersten drei Plätze vergeben.

Ablauf beim kleinen Meeting

Bei einem kleineren Meeting gibt es vielleicht einen Vorlauf, ein Halbfinale und das Finale, manchmal auch nur zwei Runden, zum Beispiel bei lokalen Veranstaltungen. Gibt es überhaupt wenige Teilnehmer, kann es auch einen einmaligen Lauf geben und die Siegerin oder der Sieger ist danach bereits fixiert. Größtenteils trachtet man aber danach, dass man zumindest zwei Runden anbieten kann und füllt mit lokalen jungen Talenten auf, die sich mit nationalen oder internationalen Läuferinnen und Läufern messen können.

Kurve erfordert eigenes Techniktraining

So wie der Sprint über 100 Meter sich in drei Phasen zerlegen lässt, kann man auch den Lauf über die 200 Meter entsprechend strukturieren. Wer erfolgreich sein will, braucht dreierlei Fertigkeiten: einen guten Start, ein gutes Tempo in der Kurve und einen langen Atem auf der Schlussgerade.

Start beim 200 Meter SprintBildquelle: pixabay.com / StockSnap

Der Start ist beim Lauf über 200 Meter wichtig, aber nicht so wichtig wie bei den 100 Meter, weil man die doppelte Zeit hat, um ein paar Hundertstelsekunden aufzuholen. Natürlich ist es besser, den Start sauber hinzubekommen, um von Anfang an eine Spitzenposition einnehmen zu können. Der Start erfolgt im Gegensatz zum Sprint über 100 Meter in der Kurve der Laufbahn und die Läuferinnen bzw. Läufer sind seitlich versetzt angeordnet, damit in der Außenbahn die gleiche Strecke gelaufen wird wie in der viel kürzeren Innenbahn.

Als Starthilfe dient wieder der Startblock, der die Möglichkeit bietet, dass man sich abstoßen kann und damit Fahrt aufnimmt. Dann richtet man sich immer mehr auf und erreicht bald die maximale Höchstgeschwindigkeit. Zu diesem Zeitpunkt läuft man durch die Kurve, um die finale Gerade zu erreichen.

Kriterium Kurve zu Beginn

Und die Kurve ist das Kriterium. Denn durch die hohe Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h muss man eine Schräglage einnehmen, um die Fliehkräfte auszugleichen. Aufgrund der physikalischen Kräfte neigt man dazu, nach außen gezogen zu werden und mit Kraft und richtiger Technik sowie mit dem Hineinlehnen Richtung Innenseite der Laufbahn gleicht man das aus. Das bedeutet aber auch, dass die Bänder und Gelenke einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Im Fall vom Sprint über 200 Meter ist dies zwar nur eine Kurve und nicht viele wie bei den langen Laufstrecken, aber dafür mit hoher Wucht und mit hohem Krafteinsatz.

Hat man die Kurve überwunden, dann kommt es zur finalen Geraden. Damit läuft man praktisch die 100 Meter, aber im Gegensatz zum originalen Sprint hat man schon diese Streckenlänge in den Beinen und daher braucht es eine etwas längere Ausdauer, um die Geschwindigkeit bis ins Ziel halten zu können, was natürlich nicht ganz gelingen kann. Hier kann es sich trotz der relativ überschaubaren Streckenlänge schnell rächen, wenn man das Rennen zu intensiv begonnen hat, denn dann verliert man noch viel Zeit auf den letzten Metern.

Taktische Spielereien über 200 Meter

Die Taktik beim 200 Meter Sprint bietet schon mehr Möglichkeiten als beim 100 Meter Sprint, weil man mehr Zeit hat. Während man über 100 Meter doch in jeder Runde einer Großveranstaltung zumindest bis 70 Meter voll laufen muss, ehe man das Tempo herausnehmen kann, bietet sich bei 200 Meter ein ganz anderes Bild.

Das Leistungsgefälle ist auch international gesehen sehr hoch und so gibt es die Topstars, die deutlich schneller laufen können als viele der Konkurrentinnen bzw. Konkurrenten. Beim 200 Meter Sprint wird daher oft so gelaufen, dass man den Start ernst nimmt, die Kurve durchzieht, aber schon nach 120 Meter das Tempo herausnimmt und locker in das Ziel läuft, wenn man sieht, dass man unter den fix Platzierten liegt.

Natürlich darf man nicht zu überheblich agieren, weil sonst könnte man noch in Schwierigkeiten geraten. Denn wenn man einmal abgestellt hat, ist es schwer bis unmöglich, wieder das Tempo aufzunehmen und dann wird man überholt. Doch die Stars kennen die Situationen und wissen diese üblicherweise auch richtig einzuschätzen.

Konkurrenz im Unklaren lassen

Das bedeutet aber auch, dass die Konkurrenz nicht genau weiß, welche Zeit man tatsächlich erreichen könnte. Und das gehört zu den taktischen Spielereien, die es vor dem Finale eines 200 Meter Sprints gibt. Die wirklichen Favoriten decken ihre Karten nicht auf und sie haben die Mitläuferinnen und Mitläufer im Griff, sodass sie auch nicht bis zum Ziel mit Höchsttempo laufen müssen. Da aber die weiteren Ränge über die Zeit aufgefüllt werden, ist ein schneller Lauf für die anderen Konkurrenten wichtig, um eine Chance zu haben. Haben sie einen Topstar im Lauf, an dem sie sich orientieren können, erleichtert dies ihre eigene Situation.

Aber die Favoriten haben ihre eigenen Situationen. Manche ziehen durch, um mit einer Spitzenzeit die Konkurrenz zu beeindrucken, andere sparen Kraft, um im Finale dann alle zu überraschen und die Spannung beginnt meist ab dem Halbfinale, wenn es um wirklich gute Zeiten geht.

Zeitnahme im 200 Meter SprintBildquelle: pixabay.com / jarmoluk

Erst im Finale zeigen sie meistens, was sie wirklich erreichen können, denn dann geht es um den Sieg und auch um Medaillen bei den Großveranstaltungen wie Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder Olympische Sommerspiele. Für die Konkurrenz ist der Fall anders, denn die kämpfen um das Überleben und müssen von der ersten Runde an alles aus sich herausholen, um ihr Ziel zu erreichen. Für manche ist das Erreichen des Halbfinales schon ein großer Erfolg, andere träumen von der Finalteilnahme.

Besonderheiten beim 200 Meter Sprint

Der große Unterschied zwischen dem Sprint über die 100 Meter und jenem über die 200 Meter besteht in der Kurve. Bei 200 Meter geht sich der Lauf auf der Geraden nicht mehr aus und man muss auf der Laufbahn bis in die Kurve verlängern, was eine andere Belastung beim Lauf mit hoher Geschwindigkeit bedeutet und auch die Starter sind anders zueinander angeordnet.

Das bedeutet, dass die Starter versetzt die Startposition mitten in der Kurve vor der Start-Ziel-Gerade im Startblock einnehmen, damit die kürzere Innenbahn und die längere Außenbahn die gleiche Streckenlänge ergeben. Deshalb ist der Läufer auf der Außenbahn weit vor jenem auf der Innenbahn positioniert. Aber nicht nur die Startposition ist anders, auch der Lauf gestaltet sich verschieden zum Lauf der 100 Meter, weil man zuerst durch die Kurve laufen muss, und zwar zu einem Zeitpunkt, bei dem man die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Damit steigen die Fliehkräfte und man muss Kraft und Technik einsetzen, um nicht die Bahn zu verlassen, was einer Disqualifikation gleich kommt. Die Belastung für Gelenke und Bänder der Beine ist dabei sehr hoch, aber dauert nur eine Kurve lang. Dann hat man das Kriterium dieses Sprintbewerbs auch schon überwunden.

Was dann folgt, ist im Prinzip ein reiner 100 Meter Sprint auf der Zielgeraden. Doch im Gegensatz zum Sprint hat man jetzt schon 100 Meter in den Beinen und hat die Kurve ausgleichen müssen. Wer viel zu schnell begonnen hat, hat bald Probleme, das hohe Tempo bis ins Ziel zu halten. Es gibt auch solche Läuferinnen und Läufer, die erst auf den letzten 50 Metern richtig aufdrehen können und noch Positionen und Zeit gewinnen. Optimal ist natürlich ein guter Start und dann ein Mitnehmen des Schwungs aus der Kurve heraus, um das Tempo bis ins Ziel so gut wie möglich halten zu können.

Das bedeutet zusammengefasst, dass man die Kurve überwinden muss, und zwar mit Höchstgeschwindigkeit. Die langen Strecken haben viele Kurven im Angebot - etwa der Lauf über die 5.000 Meter. Aber man läuft nicht mit letzter Wucht, beim 200 Meter Sprint hingegen schon. Und man hat danach aber noch den vollen 100 Meter Sprint zu absolvieren, also braucht es Kraft, Technik in der Kurve und ein Stück weit auch Ausdauer.

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