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Mehrkampf in der Leichtathletik (Siebenkampf / Zehnkampf)

Die besten Athleten werden gesucht

In der Leichtathletik gibt es drei wesentliche Ebenen mit dem Laufsport, mit den Wurfdisziplinen und mit den Sprungdisziplinen. Dazu kann man noch das Gehen nehmen, aber die wesentlich drei Ausrichtungen lassen sich auch durch den Mehrkampf vereinen und dabei gibt es zwei Bewerbe: den Siebenkampf der Frauen und den Zehnkampf der Männer.

Mehrkampf in der Leichtathletik

Wesentlich ist bei beiden Bewerben, dass man die besten und vielseitigsten Athletinnen und Athleten sucht. Sie sind nicht auf eine bestimmte Strecke oder eine bestimmte Ausführung spezialisiert, sondern müssen alle wesentlichen Fähigkeiten mitbringen, um eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Sowohl der Siebenkampf der Frauen als auch der Zehnkampf der Männer ist eine Austragung, die über zwei Tage dauert, zum Beispiel bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften oder bei den olympischen Sommerspielen.

Die Aufgabenstellung ist dabei, sieben bzw. zehn Disziplinen zu bestreiten, die vom Laufen bis zum Speerwerfen reichen und jede Ausführung wird mit Punkte dokumentiert. Gewonnen hat am Schluss, wer die meisten Punkte erzielen konnte. Die Punkteberechnung ist dabei eine komplexe Formel, die je nach Disziplin erstellt wurde.

Nachfolgend finden Sie die Disziplinen für den Siebenkampf, für den Zehnkampf und wie die Berechnung zu erfolgen hat.

Siebenkampf der Frauen

Die Frauen suchen die Beste unter allen Teilnehmerinnen mit sieben Disziplinen der Leichtathletik, die an zwei Tagen durchgeführt werden. Dabei gilt, dass man nicht bei jedem Bewerb die Bestleistung erbringen muss, wenn man ausgeglichen agieren kann. Aber die meisten Teilnehmerinnen haben manche Schwächen und manche Stärken und so gleicht es sich im Feld aus. Manche können sehr schnell laufen, haben aber Mühe mit den Wurfdisziplinen, andere sind beim Werfen besser, haben aber nicht die Laufform.

Die Aufteilung der Bewerbe erfolgt folgendermaßen:

Siebenkampf Tag 1

  • 100 m Hürdenlauf
  • Hochsprung
  • Kugelstoßen
  • 200 m Lauf

Siebenkampf Tag 2

  • Weitsprung
  • Speerwerfen
  • 800 m Lauf

Nach dem Ende des 800 Meter Laufes weiß man, wer den Siebenkampf gewonnen hat. Im Falle finaler Entscheidungen wie Europa- oder Weltmeisterschaft oder den olympischen Sommerspielen weiß man damit auch, wer die Goldmedaille gewinnen konnte. Die Ausführung erfolgt immer nach dem Schema, also mit dem Hürdenlauf zu Beginn des ersten Tages und dem 800 Meter Lauf am Ende des zweiten Tages.

Meist sind so viele Teilnehmerinnen am Start, dass in Gruppen agiert wird. Die Laufbewerbe erfolgen also in drei oder gar vier Läufe und bei dem Wurf- und Sprungbewerben wird in Gruppen agiert, damit die Wartezeiten auch nicht zu groß für alle Beteiligten werden.

 

Zehnkampf der Männer

Die Grundidee ist bei den Männern die gleiche, aber es gibt zehn statt sieben Bewerbe, die auch über zwei Tage verteilt durchgeführt werden. Somit hat man eine größere Bandbreite, welche Bewerbe mehr entsprechen und bei welchen man eher weniger gut auftreten kann, sodass man manche Schwäche mit seinen stärkeren Disziplinen kompensieren kann.

Die Aufteilung der Bewerbe erfolgt in dieser Reihenfolge:

Zehnkampf Tag 1

  • 100 m Lauf
  • Weitsprung
  • Kugelstoßen
  • Hochsprung
  • 400 m Lauf

Zehnkampf Tag 2

  • 110 m Hürdenlauf
  • Diskuswerfen
  • Stabhochsprung
  • Speerwerfen
  • 1500 m Lauf

Auch hier gilt, dass in Gruppen agiert wird und nach dem Ende des 1500 Meter-Laufes weiß man, wer der Sieger ist und auch im Bedarfsfall, wer die Goldmedaille gewinnen konnte.

 

Berechnung der Punkte

Die Grundlage der Bewertung jeder einzelnen Disziplin erfolgt über eine Punkteformel. Während zum Beispiel beim Speerwerfen im regulären Bewerb die Weite gilt oder beim Laufen die Zeit wird im Mehrkampf auf Punkte umgerechnet, weil man sonst ein Problem beim Zusammenfassen hätte. 

Bei der Berechnung gibt es drei Konstanten und die erbrachte Leistung. Generell gilt:

  • Punkte bei Laufbewerbe = A*(B-Leistung)C
  • Punkte bei Wurf-/Sprungbewerbe = A*(Leistung-B)C

Das bedeutet, dass zum Beispiel bei einem 100 m Lauf der Männer bei einem angenommenen Ergebnis von 10,1 Sekunden zuerst

18,0 - 10,1 gerechnet wird, dann wird hoch 1,81 gerechnet und mit A, also 25,4347 multipliziert. So kommt man auf die Punktzahl, die für diese 100 Meter erzielt worden sind.

Wer es nicht selbst rechnen möchte, findet im Internet verschiedene Seiten, die diese Berechnung übernehmen, wie etwa der österreichische Leichtatletikverband unter dem nachstehenden Link, bei dem man nur die Ergebnisse eintragen muss, um die Punkte zu erhalten.

http://www.oelv.at/static/verband/regeln/zehnkampf.htm

http://www.oelv.at/static/verband/regeln/siebenkampf.htm

 

Tabelle der Punktewertung Männer

WettkampfABCEinheit
100 m 25,4347 18,0 1,81 1 s
Weitsprung 0,14354 220 1,40 1 cm
Kugelstoßen 51,39 1,5 1,05 1 m
Hochsprung 0,8465 75 1,42 1 cm
400 m 1,53775 82 1,81 1 s
110 m Hürden 5,74352 28,5 1,92 1 s
Diskus 12,91 4,0 1,1 1 m
Stabhochsprung 0,2797 100 1,35 1 cm
Speerwurf 10,14 7,0 1,08 1 m
1500 m 0,03768 480 1,85 1 s

Tabelle der Punktewertung Frauen

WettkampfABCEinheit
100 m Hürden 9,23076 26,7 1,835 1 s
Hochsprung 1,84523 75 1,348 1 cm
Kugelstoßen 56,0211 1,5 1,05 1 m
200 m 4,99087 42,50 1,81 1 s
Weitsprung 0,188807 210 1,41 1 m
Speerwurf 15,9803 3,8 1,04 1 m
800 m 0,11193 254 1,88 1 s

 

Bedeutung der Punktewertung

Wie bereits ausgeführt, schafft man es mit dieser Umrechnung, ähnliche Werte für völlig verschiedene Disziplinen herzustellen. Wer in einer Disziplin sehr stark agieren kann, kann über 1.000 Punkte schaffen, bis zu 1.200 Punkte sind denkbar. Bei den Männern sind die besten Werte knapp unter 10.000 Punkte - bei 10 x 1.200 wären es aber weit mehr als die 10.000 Zähler. Man erkennt also daran, dass es nicht einfach oder vielleicht sogar fast unmöglich ist, in allen sieben oder zehn Disziplinen gleich gut zu sein.

Außerdem bieten die Punkte eine gute Übersicht, wer nach wie vielen Bewerben wie gut liegt oder auch wer in Führung ist. Das wäre ohne der Punktewertung gar nicht möglich und bietet so dem Publikum vor dem Fernsehgerät oder auch live im Stadion einen Überblick über das Geschehen und die Entwicklung des Mehrkampfes.

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