In den 1970er-Jahren hat man noch mit Libero und 3-5-2-System gespielt, was sich in den 1980er-Jahren durch die Viererkette aufgehört hat. Aber die Viererkette ist nicht immer gefragt und in letzter Zeit erlebt man im modernen Fußball den Trend, dass es auch ohne der Viererkette ein erfolgreiches System geben kann. Auch im Angriff zeigen sich überraschende Trends, denn etwa bei der Fußball-WM 2026 erlebte man zahlreiche Taktiken mit drei Stürmern. Eine dieser Ideen ist das 3-4-3-System.
Die Fußballaufstellung 3-4-3 ist vor allem bei asiatischen Mannschaften sehr beliebt und am Beispiel der Fußball-WM 2026 konnte man erkennen, dass Mannschaften wie Südkorea oder Japan bevorzugt diese Variante wählen. Dabei setzt man auf eine Dreierkette in der Abwehr und verzichtet auf die übliche Viererkette, man hat ein starkes Mittelfeld mit vier Leuten und drei Angreifer, wobei zwei als Flügelstürmer agieren und einer im Zentrum auf seine Chance wartet.
Abseits vom bekannten 4-3-3 gibt es daher nun mehr Varianten, bei denen drei Stürmer eingesetzt werden. Das ist ein klar erkennbarer Gegentrend, denn nach der Einführung vom 4-4-2 war nur 4-3-3 eine offensivere Variante, alle anderen System gingen in die defensivere Ecke, mit einem Sechser oder gar zwei Sechser zur Verstärkung der Abwehr.
Nach Einführung der Viererkette und des 4-4-2 dachte man, dass nur noch mit der Viererkette gespielt werden würde. Das ist mittlerweile nicht mehr so, denn sowohl bei den Nationalmannschaften als auch bei den Vereinen hat man umgedacht und wählt auch gerne Taktiken mit einer Dreierkette.
Das heißt nicht, dass nun wieder mit dem Libero und zwei Vorstoppern wie beim 3-5-2 in den 1970er-Jahren agiert wird, sondern man agiert wie bei der Viererkette, setzt aber nur drei Verteidiger ein. Sie spielen also auf gleicher Höhe und der mittlere der drei Verteidiger ist der Abwehrchef oder im Frauenfußball die Abwehrchefin.
Gut möglich, dass man sich dafür entscheidet, weil es dann keine Frage gibt, welcher der beiden Innenverteidiger in der Viererkette die Verantwortung übernimmt. Bei der Dreierkette kann es nur einen Chef geben - den Abwehrspieler in der Mitte.

Das Mittelfeld zeigt keine großen Überraschungen, denn es werden vier Leute eingesetzt, die sowohl offensive wie defensive Aufgaben übernehmen. In der Defensive unterstützen sie die Abwehr, wenn der Gegner zum Angriff übergeht. In der Offensive leiten sie gefährliche Aktionen ein, wobei sie selbst aber mit Weitschüssen zum Torerfolg kommen können.
Dadurch, dass man beim 3-4-3 drei Stürmer zur Verfügung hat, hat auch das Mittelfeld viel mehr Varianten zur Verfügung. Viele Nationalmannschaften und Vereine setzen besonders in Europa auf das 4-2-3-1, wodurch ein Stürmer sich einer ganzen Viererkette gegenüber sieht. Oftmals hängt dieser Stürmer in der Luft. Vielleicht war das auch der Grund, warum die flinken Asiaten vermehrt auf das 3-4-3 gewechselt haben, da man als Mittelfeldspieler sowohl direkt ins Zentrum zum Mittelstürmer spielen kann, als auch an die Flanke mit den beiden hängenden Stürmern oder Flügelstürmer. Wie diese ihre Aufgabe auslegen, ist dann eine Frage der taktischen Einstellung.
Bereits mehrfach ist ausgeführt worden, dass dieses System offensiv aufgestellt ist und drei Stürmer nutzt. Seit Einführung der Viererkette hat man das eigentlich nur beim 4-3-3 erlebt, aber das 3-4-3 ist dem durchaus ähnlich und man kann über die Seiten den Mittelstürmer einsetzen, hat aus dem Mittelfeld heraus mehr Optionen für Angriffe oder schnelle Gegenangriffe und ist damit nicht so leicht zu berechnen, wie bei einem defensiveren System mit nur einem Stürmer.
Ursprünglich war die Idee, dass man nicht genug gute Stürmer hat und hat statt der früheren zwei Mittelstürmer nur noch einen eingesetzt und das Mittelfeld verstärkt. Im extremsten Fall hat man gar ohne Stürmer gespielt, wie Spanien bei der EURO 2012 und dem erstaunlichen 4-6-0. Das war aber eine Ausnahme, selbst die Spanier spielen lieber 4-2-3-1.
Varianten zum 3-4-3 mit drei Stürmern gibt es mittlerweile reichlich. Das 4-3-3 ist schon genannt und kennt man von den offensiven Holländern sehr gut, beliebt wurde bei der WM 2026 aber auch das 4-1-2-3 mit einem dünnen Mittelfeld und ebenfalls drei Angreifern. Daraus lernt man, dass es nicht DAS eine System gibt, sondern das 4-4-2 war die Basis für neue Ideen und ein Trend geht dahin, wieder mehr Angreifer einzusetzen.
Pfad zu dieser Seite