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Bergziege im Radsport

Besonders guter Kletterer, weil klein und leicht

Eigentlich gibt es bereits den Ausdruck vom Bergfahrer, mit dem ein Radprofi umschrieben werden kann, der die großen Berge bei schweren Etappenrennen gut meistern können. Aber innerhalb der ohnehin schon selektierten Gruppe von Bergfahrern gibt es Fahrer, die besonders gut hochklettern können und die beschreibt man gerne als Bergziege.

Bergziege = sehr guter Bergfahrer

Radsport BergziegeIn Anspielung auf die Kletterkunst der Ziege in der freien Wildbahn werden vor allem kleine Fahrer bevorzugt als Bergziege bezeichnet, weil sie meist klein und sehr schlank sind, was ein großer Vorteil beim Klettern im Straßenrennen ist. Denn damit bringt man weniger Gewicht auf die Waage und hat es leichter, die langen Anfahrten auf Bergpässe zu überwinden. Manche dieser Bergprüfungen haben einen Anstieg von 20 Kilometer Länge oder es gibt besonders steile Rampen. Gerade beim Giro d´Italia gibt es sehr steile Berge mit bis zu 22 %, wobei diese Stücke nicht sehr lang sind, aber sie reichen aus, um einige Radprofis an ihre Grenzen zu bringen. Gerade für Sprinter sind so steile Rampen eine besondere Herausforderung, da sie für den finalen Sprint Muskeln brauchen und viel schwerer sind.

Selbst Bergziegen müssen bei solchen Stücken kämpfen, aber sie überwinden diese Momente viel leichter und sie können an guten Tagen sogar Angriffe eben dort starten, um die Konkurrenten in Schwierigkeiten zu bringen. Der Ausdruck Bergziege ist unter anderem auch deshalb entstanden, weil solche Radprofis offenbar mühelos steile Berge hochfahren können. Dass dahinter jahreslanges Training steht und dass es nicht ganz so einfach vonstatten geht wie man beim Zuschauen annehmen würde, ist eine andere Geschichte.

Es gibt aber auch wirklich Bergfahrer, denen man die Mühe nicht ansieht, bis es auf einmal nicht mehr geht und sie fast stehen bleiben, weil die Kraft sich verabschiedet hat. Erst dann wird für den neutralen Beobachter offenbar, welche Strapazen diese Anstiege selbst für die Experten darstellen und selbst die besten Bergziegen sind schon einmal auf diese Weise gescheitert, wobei das Wetter auch eine Rolle spielt. Bei 30 oder mehr Grad im Schatten werden die Berge noch anstrengender als bei kühleren Werten.

Das ganz andere Radfahren

Der Straßenradsport ist unter anderem auch deshalb so beliebt, weil es völlig verschiedene Rennen innerhalb einer Rundfahrt geben kann. Im Flachen gilt es, mit hoher Übersetzung eine hohe Geschwindigkeit lange zu halten und dies im Massensprint sogar noch zu übertreffen. Wenn man aber 20 Kilometer einen Berg mit durchschnittlich 6 bis 8 Prozent hochklettert, dann muss man mit der Kraft haushalten und arbeitet über den Rhythmus, also mit hoher Trittfrequenz, um leichter die Steigung überwinden zu können. Das ist nicht die Art von Radfahren, die die Sprinter mögen und trainieren und auch deshalb haben sie Schwierigkeiten - nicht nur wegen des schwereren Eigengewichts.

Besonders offenbar wird diese andere Art des Radfahrens bei Zwergen wie den Südamerikanern. Die Kolumbianer sind meist nicht einmal 1,7 m groß und wirklich sehr leicht. Entsprechend gut kommen sie über die Berge, die sie von zu Hause auch bestens gewohnt sind. Es gibt auch große Fahrer, die gut die Berge erklimmen können, aber diese sind eher selten.

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