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Kippstangen im Ski Alpin

Kippstangen: von Vorteil und gefährlich zugleich

Wer sich heute einen Slalom aus den 1970er-Jahren ansieht, wird sich im falschen Film wähnen, denn damals gab es zwar auch die Tore wie heute, aber die Stangen waren keine Kippstangen. Sie gaben wohl nach und man konnte sie ein wenig wegboxen, aber sie waren nicht so gefährlich wie die heutigen Torstangen, boten aber auch nicht die Möglichkeiten.

Kippstangen wegboxen

Eine Kippstange im heutigen Sinn ist eine Torstange mit einem Gelenk. Der untere Bereich bis zum Gelenk wird durch eine Bohrung im Boden verankert und ist damit fix mit der Rennstrecke verbunden. Der obere Teil ist schwenkbar, sodass man sehr eng an das Tor heranfahren kann und mit den Armen und Stöcken lässt sich der obere Teil der Torstange wegboxen. Das hat den Vorteil, dass man viel engere Linien fahren kann als in den 1970er-Jahren, aber gleichzeitig hat es den Nachteil, dass die Kippstangen sofort zurückschwenken.

Da man mit hoher Geschwindigkeit den Kurs befährt, ist die Wucht, mit der man auf die Stangen zufährt, sehr groß. Daher ist die Stange auch sehr schnell wieder am Ort des Geschehens und kann den Skifahrer voll treffen - im Gesicht genauso wie auch auf den Armen oder am Oberkörper. Besonders groß ist die Gefahr dabei beim Slalom. Die Rennläufer/innen sind auch früher von den Stangen getroffen worden und es gab Gesichtsverletzungen, dennoch fuhr man mit Haube und Skibrille sowie normalem Anzug und Handschuhen.

Heute sind die Slalomartisten ausgerüstet wie Eishockeyspieler. Es gibt Protektoren als Schutz von Beine und Arme, einen Helm mit Kinnschutz und verstärkte Handschuhe. Die Kippstangen werden beim Slalom als Tor genutzt, sie sind aber auch bei allen anderen Rennen im Einsatz und zwar vor allem Innenstange. Riesentorlauf, Super-G, Abfahrt haben ein Tor aus zwei Stangen, wobei die Innenstange als Kippstange eingesetzt wird, die äußere Stange ist zwar auch eine Kippstange, sie wird von den Rennläufern aber nicht erreicht. Verbunden sind die beiden Stangen durch ein Stück Stoff, weshalb das Hineinlehnen in die Innenstange bewirkt, dass sich auch die Außenstange mitbewegen kann. Durch die Verbindung mit einem fahnenähnlichen Material kann man nicht so leicht getroffen werden wie beim Slalom.

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