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30er-Regel im alpinen Skirennen

30er-Regel: Startreihenfolge im zweiten Durchgang

Viele Jahre gab es die Regelung, dass nach einem ersten Durchgang im Slalom oder im Riesentorlauf die besten fünf dieses Durchgangs in umgekehrter Reihenfolge an den Start gehen. Das bedeutete, dass der Fünftbeste als erster Rennläufer den zweiten Durchgang eröffnet hatte, dann folgte der Viertbeste bis zum Laufbesten, ehe mit dem sechstbesten Läufer die normale Reihenfolge im Sinne des ersten Durchgangs fortgesetzt wurde.

Gestürzte Startreihenfolge

Das hatte für die erfolgreichen Läuferinnen und Läufer den Vorteil, dass sie im zweiten Durchgang eine gute Piste vorgefunden haben. Es hatte aber auch den Nachteil, dass meistens nach fünf bis sieben Rennläufer das Rennen gelaufen war. Der Rest des Feldes hatte kaum mehr eine Chance, einen Sieg davonzutragen. Daher hatte sich die FIS als Weltverband eine neue Regelung einfallen lassen, die als 30er-Regel bekannt wurde. Diese war ursprünglich auch bei den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G eingesetzt worden.

Die Regel besagt, dass die besten 30 eines ersten Durchganges für den zweiten qualifiziert werden, wodurch der zweite Durchgang nicht mehr so lange dauern kann wie früher, als noch alle den zweiten Durchgang fahren durften. Aber diese 30 fahren nicht nach altem Schema, sondern in gestürzter Reihenfolge, sodass der Rennläufer auf Platz 30 als erster den zweiten Durchgang eröffnet und der beste des ersten Durchgangs als letzter und 30. Rennläufer an den Start geht.

Die Begeisterung der besten Rennläufer/innen hielt sich in Grenzen, weil man wusste, dass die Piste nachgeben würde und das bedeutete, dass man nicht mehr die optimalen Bedingungen vorfindet und mit jedem weiteren Läufer wird es schwieriger, Spitzenzeiten zu erreichen. Dennoch setzte sich die Regelung durch und hat den Vorteil, dass es ein TV-taugliches Format gibt und dass sich viele Verschiebungen ergeben. Mit einem starken zweiten Lauf kann man sich trotz großem Rückstand und nur Platz 25 bis 30 noch in die Top 10 nach vorne fahren, weil man eine sehr gute Piste vorfindet, die späteren Rennläufer/innen jedoch nicht mehr.

Letztlich war die Klage aber auch umsonst, denn die besten Rennläufer setzen sich trotzdem durch, auch wenn sie später an der Reihe sind. Geändert hat man nur den Modus in Abfahrt und Super-G. Denn dort war das Problem, dass man mit Nummer 30 wirklich eine schwächer werdende Piste vorfand, aber es gab und gibt keine zweite Durchgänge, um für Ausgleich zu sorgen. Daher fahren die Besten der Weltrangliste mit den Nummern 16 bis 22, wodurch die Piste noch nicht so stark beansprucht ist und dennoch nicht nach fünf Läufern das Rennen schon entschieden sein könnte. Manchmal sind diese Nummern sogar von Vorteil, wenn es Neuschnee gibt und die Piste langsam schneller wird.

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