Die Fluchtgruppe ist eine Gruppe von Radprofis, die beim Straßenrennen versucht, dem Hauptfeld zu entfliehen. Das Ziel ist es, vor dem Feld in den Zielbereich zu gelangen, um untereinander auszumachen, wer das Rennen oder die Etappe gewonnen hat. Bei mittelschweren Etappen kann es sein, dass man die Fluchtgruppe ziehen lässt, vor allem, wenn in der Gruppe niemand ist, der in der Gesamtwertung gefährlich sein kann. Bei einer Flachetappe hat man aber fast immer schlechte Karten und im Einzelrennen sowieso.
Das Stichwort heißt nämlich Nachführarbeit. Bei einer angenommenen Etappe von 200 km Länge flüchten die Radprofis oft schon im Startbereich und radeln einen Vorsprung von vielleicht zehn Minuten heraus. Das hat den Vorteil, dass es für das Publikum spannend ist und für das Feld, dass Ruhe herrscht. Die Fluchtgruppe ist der Feind und ist so weit weg, dass niemand anderer Lust hat, diese alleine zu verfolgen. Damit gibt es fast Entspannung und irgendwelche Teams halten das Tempo auf einem moderaten Niveau, damit der Vorsprung nicht zu groß wird.
Irgendwann um die 50 km vor dem Ziel wird es dann ernst, denn die Sprinterteams rücken nach vorne und beschleunigen das Tempo. Sie beginnen damit, die Nachführarbeit zu leisten. Oft sind es drei Teams, die zusammenhelfen und die schicken drei Fahrer nach vorne, sodass sich neun Fahrer, die bisher wenig leisten mussten, mit frischen Kräften voll ins Zeug legen, um die Fluchtgruppe einzuholen. Die Nachführarbeit ist die erste Phase in der Vorbereitung des Massensprints. Denn der Massensprint hat nur einen Sinn, wenn es auch eine Siegchance gibt.
Nur wenn die Fluchtgruppe Freifahrt bekommt und man ihnen nicht hinterherjagt, bleibt ein Sprint um Platz 5 oder noch weiter hinten übrig. Nicht nur der Sieg ist für die Reputation und für die Geldkasse wichtig, auch die Punkte für die Punktewertung sind mit einem Sieg maximal, bei Platz fünf gibt es nicht mehr so viele Zähler. Daher die Nachführarbeit, um die Fluchtgruppe zu stellen.
Und diese Nachführarbeit ist gnadenlos. Auch bei einem Vorsprung von zehn Minuten werden die Flüchtenden normalerweise gestellt, selbst dann, wenn die Fluchtgruppe sechs oder mehr Leute hat. Normalerweise gibt es 2 bis 6 Leute in so einer Gruppe, die sich abwechseln. Aber das haben sie schon 150 km lang gemacht und daher können sie nicht mehr schneller fahren. Die frischen Kräfte im Feld können viel schneller fahren und man rechnet, dass auf 10 km eine Minute Vorsprung aufgeholt werden kann. Der maximale Vorsprung einer Fluchtgruppe ist meist recht früh im Rennen erreicht und baut sich langsam ab. Wenn dann im Feld die Nachführarbeit beginnt, schmilzt der Vorsprung sehr schnell zusammen.
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Artikel-Thema:
Nachführarbeit im Straßenrennen
Beschreibung: Die 🚲 Nachführarbeit der Rennteams im Straßenradsport ist das Bemühen, um eine ✅ Fluchtgruppe vor Erreichen des Ziels zu stellen.