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Lutscher im Radsport

Lutscher: stets im Windschatten des Kollegen

Der übliche Vorgang bei einem Straßenrennen des Radsports ist das Bilden einer Fluchtgruppe, um dem Hauptfeld zu enteilen und den Versuch zu unternehmen, die Etappe oder das Rennen zu gewinnen. Voraussetzung dafür ist, dass die Flüchtenden sich verstehen und gut zusammenarbeiten. Das ist schwierig, wenn man einen Lutscher am Hals hat.

Hilfestellung gibt es keine

Ein Lutscher ist ein Fahrer, der die ganze Zeit den Windschatten seines Vordermanns ausnützt und sich an der Führungsarbeit nicht beteiligt. Das kann verschiedene Gründe haben. Ein taktischer Grund ist, wenn man für seinen Kapitän zur Verfügung stehen soll und Kraft sparen muss, weil dieser später einen Angriff geplant hat. Mit der Führungsgruppe hat das Team eine gute Position durch einen Helfer unterwegs, wenn der Kapitän seine Attacke versucht, aber gleichzeitig macht es wenig Sinn, wenn dieser Fahrer sich in der Fluchtgruppe kaputtfährt.

Ein anderer Grund kann einfach sein, dass der Fahrer keine Lust hat und zwar es begrüßt, in der Fluchtgruppe sein zu können, aber der Fahrer denkt gar nicht daran, sich die Arbeit mit den Mitstreitern zu teilen. Das kann zum Beispiel bei einem Sprinter sein, der weiß, dass er im Zielbereich der stärkste Fahrer der Fluchtgruppe ist - allerdings ist das nur bedingt klug, weil wenn er mitfährt, ist die Chance größer, dass die Gruppe vor dem Hauptfeld im Ziel ankommt, was die Gewinnchancen erhöht.

Der Lutscher hilft also nicht mit und wechselt sich nicht mit den Mitstreitern ab. Es gibt aber zwei Kategorien von Lutschern. Die einen nützen den Windschatten aus und arbeiten nicht mit, sind häufig aber auch nur zur Kontrolle in der Fluchtgruppe, also als taktisches Spielchen des eigenen Teams. Die anderen sind alles andere als geliebt, denn es handelt sich um Fahrer, die nie mitarbeiten, aber wenn es dann um den Sprint für den Sieg im Rennen oder in der Etappe geht, sind sie plötzlich sehr aktiv und holen sich den Sieg, obwohl sie keinen Meter Führungsarbeit geleistet haben. Das ist sportlich unfair und nicht gerne gesehen. Die Mitstreiter merken sich diese Leute und auch insgesamt spricht sich eine solche Aktion sehr negativ herum.

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