So wirklich leicht ist keine einzige Etappe im Radsport, nicht bei kleinen Rundfahrten und schon gar nicht bei den großen Rennen wie Giro d´Italia oder Tour de France. Bei Flachetappen läuft man Gefahr, in einen Massensturz verwickelt zu werden und die Rundfahrt ist oftmals beendet, bevor sie richtig begonnen hat und bei Bergetappen hat man es sowieso nicht lustig, wenn man nicht in Form ist oder wenn man mit den Bergen nicht viel anfangen kann.
Und dennoch gibt es eine Aufwertung einer bestimmten Etappe pro Rundfahrt, wobei das nicht bei jeder Rundfahrt der Fall sein muss. Diese Etappe bezeichnet man als Königsetappe und es ist stets die schwerste Etappe und meist auch die bekannteste und ruhmreichste. Ruhm gibt es auch beim Sprint, aber gemeint ist mit der Königsetappe ein Teilstück mit hohen Bergen und sehr vielen Höhenmetern, die zu überwinden sind.
Bei der Österreich Radrundfahrt ist die Königsetappe größtenteils die Glockneretappe, also jenes Teilstück, bei dem über den Großglockner, dem höchsten Berg des Landes, geradelt wird. Zwar entscheidet sich die Rundfahrt meistens auf anderen Etappen, aber der höchste Berg von Österreich und die Landschaft dazu ergeben viel Ruhm und Ehre und wer als Erstes die Kletterei absolviert hat, ist auch noch Glocknerkönig, um die Bedeutung noch zu verstärken.
Bei der Tour de France gibt es verschiedene Varianten, aber wenn Alpe d´Huez am Plan steht, ist dies überwiegend die Königsetappe, weil die Bergankunft in dem hochalpinen Tourismuszentrum mit seinen 21 berühmten Kehren ist für den Sieger etwas Besonderes und ist aufgrund der halben Million an Zuschauern am Straßenrand auch für das TV-Publikum und die Menschen vor Ort außergewöhnlich. Außerdem wird die Bergankunft meist mit hohen Alpenpässen davor bestückt, nur ganz selten ist im Vorfeld eine Flachetappe am Plan zu finden.
Die Königsetappe kann aber auch als solche bezeichnet werden, wenn sie besonders schwer gestaltet ist, zum Beispiel mit drei Pässen über 2.000 Meter Seehöhe oder mit fünf schweren Bergen in Folge. Berühmte Berge werden häufig zum Grund für die Bezeichnung wie das Stilfser Joch mit über 2.700 Meter Seehöhe beim Giro d´Italia. Es kann sich aber auch um eine Etappe handeln, bei der es besonders schwer zu gewinnen ist, wie etwa drei oder vier steile und hohe Pässe in unmittelbarer Reihenfolge, der letzten meistens als Bergankunft. Zwar kann es bei einer anderen Etappe noch höhere Gipfel geben, aber die Kombination aus Schwierigkeiten rechtfertigt den Titel Königsetappe ebenfalls.
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Artikel-Thema:
Königsetappe bei Rundfahrten
Beschreibung: Als 🚲 Königsetappe versteht man bei den Radsport-Rundfahrten die ✅ schwerste oder bedeutendste Etappe des Rennens mit meist den höchsten Gipfeln.