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Vuelta a Espana oder La Vuelta

Vuelta: spanische Radrundfahrt für Profis

Neben Tour de France und Giro d´Italia ist die Vuelta a Espana oder offiziell Vuelta Ciclista a España, meist kurz Vuelta oder La Vuelta bezeichnet, die dritte große Rundfahrt als Etappenrennen im Radsport. Sie wurde 1935 erstmals ausgetragen und dauert ebenfalls drei Wochen, umfasst 20 oder 21 Etappen und zwei Ruhetage und verlangt den Radprofis alles ab.

Vuelta: Inhalt

Vuelta: Geschichte und Bedeutung

Vuelta oder La VueltaObwohl man sich jedes Jahr bemüht, eine noch spektakulärere Rundfahrt zusammenzustellen, bleibt die Vuelta stets im Schatten der beiden anderen Rundfahrten, wobei auch der Giro d´Italia aus dem Schatten der Tour de France nicht wirklich hervorkommen kann. Das liegt am Medieninteresse, das sich auf die Tour de France konzentriert und auch auf die Bedeutung der französischen Rundfahrt für das Land Frankreich selbst, wenngleich Vuelta und Giro für Spanien bzw. Italien auch wichtig sind.

Natürlich ist auch der Termin ein Thema, denn nach Giro und Tour ist die Sättigung bei einigen Radsportfans groß und auch viele Profis, die sich bei der Tour verausgabt haben, meiden die Rundfahrt in Spanien, um vielleicht bei der Weltmeisterschaft nochmals angreifen zu können. Dennoch ist das Starterfeld beachtlich, wenngleich die Spanier hier besonders motiviert sind, was für die Franzosen bei der Tour oder die Italiener beim Giro ebenso gilt.

Interessant ist der Unterschied der Vuelta in puncto Landschaftsgestaltung. Es gibt bei dieser Rundfahrt vor allem an der Atlantikküste und im äußersten Nordwesten Spaniens Berge, die nicht höher sind als Orte im Flachland von Bayern oder Niederösterreich, aber die werden vom Meeresniveau aus angefahren und sind Bergwertungen der 1. Kategorie. Zum Vergleich: Berge der 1. Kategorie sind üblicherweise bei Giro, Tour oder auch bei Tour de Suisse und Österreich Radrundfahrt zumindest 1.000 Meter hoch, häufig auch deutlich höher. Aber da man von 20 Meter Seehöhe aus diese Berge anfährt, ist die Steigung praktisch vergleichbar.

Die Vuelta ist häufig in der Hand der Spanier, aber nicht immer. Die Konkurrenz aus dem Ausland ist stets zu beachten und manchmal profitiert man auch davon, dass Radprofis verletzt waren und die Tour nicht fahren konnten, sodass die spanische Radrundfahrt einen ungeplanten Höhepunkt in der Jahresplanung darstellt. Die Vuelta erfuhr in der letzten Zeit auch eine beträchtliche Aufwertung was sich daran zeigte, dass etwa Stars wie Chris Froome und Vincenzo Nibali genauso dabei sind wie die spanischen Helden und daher die Dichte fast genauso groß ist wie bei der Tour de France.

Wie wird bei der Vuelta gefahren?

Im Gegensatz zur Tour de France, die einmal im und einmal gegen den Uhrzeigersinn die Route gestaltet, gibt es bei der Vuelta keine wirkliche Strategie. Es gibt Ausgaben, in denen die Hälfte der Rundfahrt im Süden Spaniens an der Meeresküste und im Landesinneren auf den hohen Bergen gefahren wird und es gibt Ausgaben, in denen vor allem auf eigentlich geringer Strecke im Nordwesten nördlich von Portugal die schon erwähnten eher kleinen Hügel in Angriff genommen werden. Ein Fixpunkt ist oft Andorra im Nordosten an der Grenze zu Frankreich, weil dann wirklich schwere Bergprüfungen anstehen.

Wann wird die Vuelta gefahren?

In den letzten Jahren beginnt die Rundfahrt etwas früher, meist in der dritten Augustwoche, früher begann sie Anfang September, aber das hat man dann geändert. Es gab eine Zeit mit einem Termin im Mai, aber dann war die Konkurrenz zum Giro zu groß. Seit vielen Jahren gilt der Mai für den Giro-Termin, der Juli für die Tour und Ende August sowie September für die Vuelta.

Aktuelle Ausgabe Vuelta 2019

Die aktuelle Vuelta a Espana 2019 beginnt im Osten bei Alicante und es wird nach Norden geradelt, um Andorra wieder einen Besuch abzustatten und es gibt auch einen Besuch in Frankreich, ehe im Norden einige Bergetappen unternommen werden. Die letzte Phase findet westlich von Madrid im Bergland statt, ehe in der Hauptstadt selbst die Rundfahrt feierlich beendet wird.

Die Strecke der Vuelta 2019 bietet wieder 8 Bergankünfte, aber sie sind etwas moderater als zuletzt und so ist für die Sprinter auch mehr möglich. Die Jahre davor waren geprägt von zum Teil ultraschweren Streckenführungen, speziell was die Zielankünfte betraf. Selbst topfebene Etappen wurden mit einem Anstieg beendet.

Etappenplan Vuelta 2019

1. Etappe am 24. August: Salinas de Torrevieja - Torrevieja, 18 km (Teamzeitfahren)
2. Etappe am 25. August: Benidorm - Calpe, 193 km
3. Etappe am 26. August: Ibi - Alicante, 186 km
4. Etappe am 27. August: Cullera - El Puig, 177 km
5. Etappe am 28. August: L´Eliana - Alto de Javalambre, 165,6 km (Bergankunft)
6. Etappe am 29. August: Mora de Rubielos - Ares del Maestrat, 196,6 km (Bergankunft)
7. Etappe am 30. August: Onda - Alto Mas de la Costa, 182,4 km (Bergankunft)
8. Etappe am 31. August: Valls - Igualada, 168 km
9. Etappe am 1. September: Andorra la Vella - Alto Els Cortals d´Encamp, 96,6 km (Bergankunft)

2. September: 1. Ruhetag

10. Etappe am 3. September: Jurancon - Pau, 36,1 km (Einzelzeitfahren)
11. Etappe am 4. September: Saint Palais - Urdax-Dantxarinea, 169,0 km
12. Etappe am 5. September: Circuito de Navarra - Bilbao, 175 km
13. Etappe am 6. September: Bilbao - Alto de Los Machucos, 167,3 km (Bergankunft)
14. Etappe am 7. September: San Vicente de la Barquera - Oviedo, 189 km
15. Etappe am 8. September: Tineo - Puerto del Acebo, 159,0 km (Bergankunft)
16. Etappe am 9. September: Pravia - Alto de La Cubilla, 155,0 km (Bergankunft)

10. September: 2. Ruhetag

17. Etappe am 11. September: Aranda de Duero - Guadalajara, 199,7 km
18. Etappe am 12. September: Colmenar Viejo - Becerril de la Sierra, 180,9 km
19. Etappe am 13. September: Avila - Toledo, 163,4 km
20. Etappe am 14. September: Arenas de San Pedro - Alto de Gredos, 189,0 km (Bergankunft)
21. Etappe am 15. September: Fuenlabrada - Madrid, 105,6 km

 

Siegerliste Vuelta a Espana

Die Vuelta wurde 1935 das erste Mal gefahren und seit 1955 findet sie jedes Jahr statt. In der Siegerliste dominieren - wenig überraschend - die Spanier, die bei ihrer Heimrundfahrt besonders motiviert sind. Aber auch die Vuelta wurde, wie alle Rundfahrten, sehr international, was sich auch in der Liste der bisherigen Gesamtsieger niederschlägt.

Auffällig ist, dass die Vuelta häufig sehr schwer ist und es zahlreiche Bergankünfte gibt. Nur starke Bergfahrer können sich durchsetzen. Außerdem gibt es mehr Profis, die das Doppel von Giro und Tour de France gewinnen konnten. Das Doppel mit Tour und Vuelta schafften bis 2017 nur zwei Franzosen - Jacques Anquetil (1963) und Bernard Hinault (1978). 2017 gelang es Christopher Froome aber auch, nach der Tour die Vuelta zu gewinnen.

Ergebnis Vuelta 2018

Platz 1: Simon Yates (Großbritannien)
Platz 2: Enric Mas (Spanien)
Platz 3: Miguel Angel Lopez (Kolumbien)

 

Siegerliste Vuelta

2018 Simon Yates (Großbritannien)
2017 Christopher Froome (Großbritannien)
2016 Nairo Quintana (Kolumbien)
2015 Fabio Aru (Italien)
2014 Alberto Contador (Spanien)
2013 Christopher Horner (USA)
2012 Alberto Contador (Spanien)
2011 Juan Jose Cobo (Spanien)
2010 Vincenzo Nibali (Italien)

2009 Alejandro Valverde (Spanien)
2008 Alberto Contador (Spanien)
2007 Denis Menchov (Russland)
2006 Alexandre Vinokourov (Kasachstan)
2005 Denis Menchov (Russland) (Sieger Heras war gedopt)
2004 Roberto Heras (Spanien)
2003 Roberto Heras (Spanien)
2002 Aitor Gonzales Jiménez (Spanien)
2001 Angel Luis Casero (Spanien)
2000 Roberto Heras (Spanien)

1999 Jan Ullrich (Deutschland)
1998 Abraham Olano (Spanien)
1997 Alex Zülle (Schweiz)
1996 Alex Zülle (Schweiz)
1995 Laurent Jalabert (Frankreich)
1994 Tony Rominger (Schweiz)
1993 Tony Rominger (Schweiz)
1992 Tony Rominger (Schweiz)
1991 Melchior Mauri (Spanien)
1990 Marco Giovannetti (Italien)

1989 Pedro Delgado (Spanien)
1988 Sean Kelly (Irland)
1987 Luis Herrera (Kolumbien)
1986 Alvaro Pino (Spanien)
1985 Pedro Delgado (Spanien)
1984 Eric Caritoux (Frankreich)
1983 Bernard Hinault (Frankreich)
1982 Marino Lejarreta (Spanien)
1981 Giovanni Battaglin (Italien)
1980 Faustino Rupérez (Spanien)

1979 Joop Zoetemelk (Niederlande)
1978 Bernard Hinault (Frankreich)
1977 Freddy Maertens (Belgien)
1976 José Pesarrodona (Spanien)
1975 Augustin Tamames (Spanien)
1974 José Manuel Fuente (Spanien)
1973 Eddy Merckx (Belgien)
1972 José Manuel Fuente (Spanien)
1971 Ferdi Bracke (Belgien)
1970 Luis Ocana (Spanien)

1969 Roger Pingeon (Frankreich)
1968 Felice Gimondi (Italien)
1967 Jan Janssen (Niederlande)
1966 Franciso Gabica (Spanien)
1965 Rolf Wohlshohl (Deutschland)
1964 Raymond Poulidor (Frankreich)
1963 Jacques Anquetil (Frankreich)
1962 Rudi Altig (Deutschland)
1961 Antonio Soler (Spanien)
1960 Frans de Mulder (Belgien)

1959 Antonio Suarez (Spanien)
1958 Jean Stablinski (Frankreich)
1957 Jesus Lorono (Spanien)
1956 Angelo Conterno (Spanien)
1955 Jean Dotto (Frankreich)
1950 Emilio Rodriguez (Spanien)

1948 Bernardo Ruiz (Spanien)
1947 Edward Van Dijck (Belgien)
1946 Dalmacio Langarica (Spanien)
1942 Julian Berrendero (Spanien)
1941 Julian Berrendero (Spanien)

1936 Gustaaf Deloor (Belgien)
1935 Gustaaf Deloor (Belgien)

Übersicht der Unterseiten

Andorra

Andorra als bekannte Bergankunft im Rahmen der Vuelta und als Herausforderung und Kriterium für den Gesamtsieg des Rennens.

Alto de Angliru

Alto de Angliru als große Bergankunft bei der Vuelta mit Steigungen bis zu 23,5 % - dem steilsten Stück der großen Etappenrennen.

Kleine große Berge

Die Vuelta als spanische Radrundfahrt bietet als Besonderheit Berge an, die eigentlich keine sind und doch Herausforderungen darstellen.

Madrid

Wie bei der Tour de France Paris das Finale darstellt, ist Madrid als Hauptstadt das finale Ziel der Vuelta, der spanischen Radrundfahrt.

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