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Ski Alpin Zeitnehmung

Zeitmessung der Teilnehmer bei ihrer Fahrt

Wie sehr sich auch der alpine Skisport verändert hat, sieht man daran, wie Übertragungen im Fernsehen heute aussehen und wie sie früher stattgefunden haben. Auch die Zeitnehmung ist viel moderner geworden und wäre heute unter den Gegebenheiten der 1970er-Jahre nicht mehr denkbar.

Exakte Zeit für die Skifahrer

Ski Alpin ZeitnehmungDie Zeitnehmung ist die Grundvoraussetzung für jedes alpine Skirennen. Wenn ein Läufer am Start steht, bekommt dieser ein Freizeichen und der Startstab wird in Position gebracht. Dieser wird beim Startvorgang vom Läufer weggeklappt und bei dieser Berührung wird die Zeitnehmung ausgelöst. Würde also - was schon passiert ist - jemand den Stab vor dem Start berühren, wäre dies für die Zeitnehmung fatal, das heißt genauer für den jeweiligen Läufer, weil die Zeit dann niemals für eine Sieg reichen kann.

Nach dem Start wird das Rennen von diesem Läufer bestritten und der Kurs abgefahren, egal ob Abfahrtslauf oder Slalom. Beendet wird das Rennen oder auch nur im Falle eines technischen Bewerbs der Durchgang, durch das Überfahren der Ziellinie. Start und Ziel sind die Eckpfeiler der Zeitnehmung, wobei es für das TV-Publikum Zwischenzeiten gibt - je nach Rennen eine oder mehrere.

Selbst bei Slalom und Riesentorlauf ist man dazu übergegangen, mehrere Zwischenzeiten einzublenden, sodass man ablesen kann, ob der aktuelle Läufer sich verbessern konnte oder im letzten Teilstück Zeit verloren hat. Außerdem wird in der modernen Fernsehtechnik auch eingeblendet, wie sich der Abstand zum Gesamtführenden des Rennens entwickelt hat.

Die Zeitnehmung wird per Computer übernommen und damit ist es jederzeit möglich, eine Tabelle einzublenden, wie schnell wer war bzw. wie groß die Abstände zwischen den teilnehmenden Damen oder Herren ist. Da die schnellste Zeit für den Gewinn des Rennens nötig ist, ist die Zeitnehmung das absolute Kriterium für die Entscheidung. Sobald die letzte Person im Ziel ist, weiß man sofort, wer siegreich war.

Elektronische Zeitmessung

Die Hauptzeitmessung setzt die entsprechende technische Ausstattung einer Rennstrecke voraus. Im Startbereich muss das System genauso gut funktionieren können wie auch im Zielbereich und damit ist es noch nicht getan. Denn das Publikum erwartet auf der Anzeigentafel die genau Zeit des Teilnehmers, der gerade ins Ziel gerast kam und auch per Internet möchte man per Ticker sofort wissen, welche Zeit und welche Position erreicht wurde. Gleiches gilt für die Fernsehübertragung.

Die elektronische Messung ist natürlich viel genauer als eine manuelle Handmessung, bei der es naturgemäß Differenzen geben kann. Eine solche Messung ist im internationalen Sport längst üblich, wird aber dennoch genau in den Regeln festgehalten. Die meisten Systeme sind in der Lage, bis auf Tausendstel genau die Zeit zu messen, aber diese werden nicht angezeigt und dürfen auch nicht angezeigt werden. Die Zeiten werden bei Slalom, Abfahrt und allen anderen Rennen auf Hundertstel genau dokumentiert und angezeigt.

Technisch erfolgt die Messung durch einen Lichtstrahl, der auf Höhe der Unterschenkel auf den nächsten Teilnehmer wartet. Wenn die Dame oder der Herr diesen Lichtstrahl unterbricht, wird die Zeitmessung gestartet oder im Ziel entsprechend beendet. Dazwischen gibt es auch noch die Zwischenzeitmessung, um den Rennverlauf besser verfolgen zu können.

Zeitmessung: System A und B

Bei den internationalen Rennen gibt es nicht nur ein Zeitmesssystem, sondern gleich deren zwei Stück. In den Regeln werden sie als System A und B bezeichnet. Die beiden Systeme sind alle beide elektronisch aufgebaut, wobei die Ergebnisse von System A herangezogen werden. Nur wenn dieses Hauptsystem streikt, wird System B eingesetzt, um ein Ergebnis bieten zu können und auch einen Sieger oder eine Siegerin erklären zu können.

Manuelle Zeitmessung

Dabei wird nicht eine Lichtschranke als Auslöser genutzt wie beim elektronischen System, sondern im Startbereich wird die Zeit gestartet, wenn die Dame oder der Herr mit beiden Füßen die Startlinie kreuzt. Dann wird normal die Zeit solange weiterlaufen gelassen, bis im Ziel die Ziellinie mit dem vorderen Fuß überquert wird. Das ist der Moment, an dem im Ziel die Zeit genommen wird.

Allerdings sind diese beiden Handlungen keine automatischen Systeme, sondern es wird von Hand gestoppt. Dementsprechend gibt es natürliche Reaktionszeiten und die Genauigkeit ist weit hinter jener der elektronischen Zeitmessung. Daher wird das System auch als Hilfszeitmessung bezeichnet.

Um die zum Teil doch deutlichen Abweichungen abzufedern, werden die Differenzen bei zehn Teilnehmern erhoben, ein Durchschnitt errechnet und auf die Rennzeit aufgeschlagen oder in manchen Fällen sogar abgezogen. Daraufhin nähert man sich einer möglichen elektronischen Zeitmessung schon deutlich an, aber es ist nicht die gleiche Qualität und man erwartet heute auch, dass die technische Ausstattung der Rennstrecke funktioniert.

Plan B bei Ausfall

Deshalb ist die Hilfszeitmessung oder auch manuelle Zeitmessung nicht viel mehr als ein Plan B, denn es gibt zwei unabhängige elektronische Systeme, die für die Zeitmessung zuständig sind. Verfolgt man die Rennen über längeren Zeitraum, dann ist eigentlich mit der Stoppung der Zeiten unabhängig von der Disziplin und Länge des Rennens problemlos erfolgt. Aber wenn doch etwas passiert, hat man mit der Stoppung per Hand immer noch die Möglichkeit, ein Rennen durchführen zu können, auch wenn die Technik gerade nicht ihren besten Tag erwischt hat und das Zeitmesssystem ausgefallen ist.

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