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Skispringen Haltungsnoten

Wie wurde der Flug ausgeführt?

Neben den Weitennoten bzw. Weitenpunkten sind die Haltungsnoten für Erfolg und Misserfolg eines Skispringers sehr wesentlich. Bei jedem Bewerb gibt es fünf Sprungrichter, die vom Absprung bis zur Landung den Skispringer beobachten und ihre Bewertung abgeben. Allerdings können sie nicht tun wie sie wollen, sondern agieren innerhalb eines strengen Netzes, wie was bewertet werden darf und soll, um Fairness zu garantieren.

Haltungsnoten im Skispringen: der Inhalt

Haltungsnoten im Skispringen: wie hat dem Punkterichter die Ausführung gefallen?

Dabei fällt auf, dass immer in 0,5-Punkte-Schritte die Noten bekanntgegeben werden und es fällt auch auf, dass die Höchstnote selten vergeben wird - 20,0. Außerdem gibt es zwar Unterschiede, doch es gibt keine Situation, in der ein Sprungrichter 11,0 und der andere 19,5 vergibt. Größere Unterschiede gibt es nur, wenn unklar ist, ob der Sprung gestanden wurde oder ob der Skispringer mit den Händen den Boden berühren musste und der Sprung daher als gestürzt zu werten ist.

Warum die Unterschiede im Rahmen bleiben, liegt einfach daran, dass die einzelnen Phasen des Sprunges und der Landung fix definiert sind. Dennoch gibt es auch hier große Möglichkeiten und deshalb auch seltsam anmutende Meinungsverschiedenheiten.

Die Sprungrichter haben den Flug und die Landung zu bewerten. Für den Flug können sie insgesamt fünf Punkte abziehen, für die Landung ebenso. Landet der Skispringer zum Beispiel nicht mit der Telemarkstellung, bei der ein Fuß nach vorne versetzt ist und der andere dahinter gebeugt gezeigt wird, dann gibt für die Landung zumindest einen Abzug von zwei Punkten.

Die fünf Sprungrichter geben ihre Punktewertung bekannt, die auch bei der Fernsehübertragung im Weltcup und bei Großveranstaltungen eingeblendet werden, wobei die beste und die niedrigste Wertung gestrichen werden. Die anderen drei Wertungen ergeben zusammen die Haltungsnoten.

Punktewertung Flug im Skispringen

Die Aufgabenstellung für die Skispringerinnen und Skispringer besteht darin, nach dem Absprung sofort die optimale Haltung einzunehmen, um die Luftkraftwirkung auszunutzen. Das heißt, der Oberkörper neigt sich nach vorne und legt sich in die Luft, um zusammen mit den Ski nach unten getragen zu werden. Außerdem wird bewertet, ob die Ski schön symmetrisch angeordnet sind und damit auch optisch der Sprung für den Betrachter ein Genuss ist.

Flugbewertung und Punkte

Für den gesamten Bereich des Fluges bis zur Landung gibt es die Möglichkeit, maximal fünf Punkte abzuziehen, wenn die Ausführung nicht entsprechend erfolgt war. Einzelfehler dürfen mit maximal 2,5 Punkte bewertet werden, wobei man sich dabei auf die ungenügende Ausnutzung der Luftkraftwirkung bezieht.

Fehler kann es bei der Ausführung verschiedene geben, wobei hier auch Probleme auftreten können, für die die Teilnehmer gar nichts können. Wenn man eine starke Windböe abbekommt und die Ski einmal nach unten und dann nach oben zeigen, weil man gegenreagieren muss, um nicht zu stürzen, dann ist die Haltung natürlich nicht perfekt. Vielleicht muss man auch mit den Armen rudern, um wieder in die optimale Position zu kommen und das bringt deutliche Punktabzüge beim Flug.

Ein Fehler ist auch, wenn der eine Ski höher neigt als der andere und damit die Symmetrie nicht gegeben ist. Ein weiterer ist gegeben, wenn man seitlich springt. Das passiert bei manchen Springern immer wieder, dass sie nicht zentral landen, sondern nach links oder rechts neigen und schon in die Nähe der seitlichen Abgrenzung des Hanges kommen. Das ist dann der Fall, wenn man mit einem Bein stärker abspringt als mit dem anderen.

Beobachtet wird auch, ob man die Beine ganz durchgestreckt hat. Ist dies nicht der Fall, dann gibt es ebenfalls Punktabzüge im Bereich Flug.

Punktewertung Landung im Skispringen

Wie eine perfekte Landung auszusehen hat, ist in den Regeln des Weltverbandes FIS ganz klar vorgeschrieben. Ausgehend von der optimalen Flughaltung mit der V-Stellung wird der Kopf und Oberkörper nach oben gerichtet, um sich auf die Landung vorzubereiten. Die Ski werden zusammengeführt und in parallele Stellung gebracht. Die Arme werden seitlich nach oben geführt, sodass sie auf Schulterhöhe ausgestreckt sind.

Dann wird die Schrittstellung für die Telemarklandung eingeleitet und die Landung durchgeführt, wobei man mit Kraft die Wirkung der durchgebogenen Skienden unterstützt. Schließlich geht man mit einem Bein in die Knie und zeigt die Schrittstellung am Boden. Die Arme bleiben ausgestreckt und in dieser Position fährt man in den Auslauf, der für die Bewertung auch noch eine Rolle spielt.

Bewertung der Landung

Wie beim Flugteil gibt es auch bei der Landung einen maximalen Abzug von fünf Punkte. Zeigt man keinen Telemark, dann gibt es maximal zwei Punkte Abzug als Einzelfehler. Es gibt verschiedene Abstufungen, wie die Punkterichter reagieren, denn die Bestnoten gibt es dann, wenn man es schafft, einen flüssigen Übergang vom Flug zur Landung zu zeigen. Manche Skispringer sind für ihr stilistisches Können geradezu berühmt geworden wie auch jene, die zwar weit springen können, aber ihre Probleme mit der Telemark-Landung haben.

Ohne Telemark-Landung hat man aber praktisch keine Chance auf Erfolg, weil die Leistungsdichte so groß ist, dass man keine fünf Meter weiter springen kann. Abzüge gibt es aber auch, wenn man die Schrittstellung zeigt, aber sich seitlich auf eine Seite neigt, weil man um das Gleichgewicht kämpfen muss. Auch nicht ganz ausgestreckte oder gehobene Arme führen zum Abzug.

Stürzt man bei der Landung, dann gilt der gesamte Sprung als gestürzt und man bekommt insgesamt 6,0 Punkte zugesprochen statt der üblichen Punkte. Interessant ist der Fall, wenn eine Bindung beim Landedruck aufgeht und man den Ski verliert. Schafft man es irgendwie, mit dem anderen Ski die Auslaufzone zu passieren und nicht zu stürzen, dann ist der Sprung auch nicht als gestürzt zu werten. Dieses Kunststück schaffte Manuel Fettner aus Österreich beim Mannschaftsspringen 2013, als sich ein Ski löste und er wie beim Surfen auf einem Ski weiterfuhr. Das sicherte der Mannschaft damals sogar WM-Gold.

Punktewertung und Ausfahren

Das Ausfahren bezieht sich vom Begriff auf den Ausfahrbereich, der sich der Landezone anschließt. Er wird durch die Sturzgrenze nach unten hin begrenzt und diese Linie ist wichtig für die Bewertung des gesamten Sprungs. Die Aufgabenstellung für den Skispringer besteht darin, nach einer schönen Landung die Telemark-Haltung mit der Schrittstellung noch für zehn oder 15 Meter beizubehalten, die Ski parallel zu führen und die Arme seitlich gestreckt zu lassen. Hat man die Sturzgrenze überfahren, ist der Fall erledigt und die Aufgabe abgeschlossen. Was man danach macht, ist egal. Auch ein Sturz wird nicht mehr berücksichtigt.

Bewertung des Ausfahrens

Dieses Ausfahren scheint nicht wichtig zu sein, ist es aber sogar sehr. Denn man bekommt vielleicht die Landung nach einem weiten Flug noch hin, aber das Gleichgewicht ist vielleicht durch die Wucht und Geschwindigkeit nicht hergestellt und dann stürzt vor der Sturzlinie. Damit gilt der gesamte Sprung als gestürzt und man verliert sehr viele Punkte.

Ein Fehler ist es auch, wenn man zwar sicher landet, aber das Gleichgewicht ein wenig verliert und sich seitlich bewegt, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Denn damit ist die neutrale perfekte Haltung nicht möglich und es gibt Punktabzüge. Es ist interessant, dass es für den Bereich Flug und Landung maximal 5,0 Punkte Abzug geben kann, die Punktrichter können aber für das Ausfahren maximal 7,0 Punkte abziehen.

Verschiedene Fehler sind fix definiert. Wenn man zum Beispiel mit einem Ski aufkantet, gibt es 0,5 Punkte Abzug. Längere Unsicherheiten ohne Sturz werden mit 1,5 Punkte Abzug bestraft. Ist die Ausfahrt nicht ganz gelungen, dann hat man als Punktrichter einen Spielraum von 0,5 bis 1,5 Punkte.

Und dann gibt es natürlich den großen Sonderfall: was, wenn ein Skispringer bei der Landung Probleme bekommt und sein Oberkörper neigt sich nach hinten? Es gibt Abzüge bei der Landung und bei der Ausfahrt, aber gestürzt ist er nur dann gewertet, wenn ein Körperteil den Schnee berührt. Wenn man also mit dem Rücken auf den Ski weiter"rodelt", ist das kein Sturz. Das Kriterium ist immer, ob die seitlich gerichteten Arme den Schnee berühren oder nicht. Wenn nicht, ist es kein Sturz, aber beim Auslauf alleine gibt es einen Abzug von bis zu 3,0 Punkte pro Richter.

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Lange Jahre brauchte man nur zwei Informationen für die Bewertung der Sprünge: die Weite und die Haltungsnoten. Heute ist das komplizierter, aber auch praktischer geworden. Die Weitenpunkte sind weiterhin ein wichtiges Kriterium wie auch die Haltungsnoten, aber es braucht auch die Gatepunkte für die Beurteilung der Anlauflänge sowie die Windpunkte für die Rücksichtnahme auf veränderten Wind. Das ergibt die Gesamtnote für das sportliche Ergebnis. Das heißt, dass die Sprungrichter mit ihren Haltungsnoten weiterhin sehr wichtig sind, aber bei stark wechselndem Wind können die Windpunkte das Ergebnis sehr stark beeinflussen. Dass jemand mit 93 m Weite besser ist als jemand mit 99 m ist dadurch möglich geworden, das war früher undenkbar (bei gleicher Landung).

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Skispringen HaltungsnotenArtikel-Thema:
Skispringen Haltungsnoten
letztes Datum:
15. 09. 2020

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