Mit dem Laufband steht ein Gerät zur Verfügung, das man als Alternative zum Laufen im Park oder im Wald nutzen kann. Gibt es Glatteis, dann muss man nicht auf das Training verzichten, auch wenn es spezielles Schuhwerk selbst für eisige Verhältnisse gibt. Für viele Hobbykönner ist das dann aber schon ein Stück zu extrem. Auch Minusgrade verträgt nicht jeder Mensch gleich gut.
Die Frage ist aber, was eigentlich die Unterschiede sind, ob man auf der Maschine oder im Park läuft? Gibt es welche abseits von der eigenen Motivation oder wie schaut das mit den Daten aus?
Wenn man ein Laufband zur Verfügung hat und eine "Runde" läuft, kann man gut mit dem Laufen draußen, das eigentlich für die meisten der wirkliche Wunsch darstellt, sehr gut vergleichen. Denn durch Sportuhren von einfach bis komplex kann man erheben, wie es um den Puls steht, wie viele Kalorien man verbrannt hat und man kann persönlich auch feststellen, wie man sich dabei fühlt.
Spannend ist es, wenn man sich im Internet schlau macht, denn die Meinungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Und hier ist gar nicht gemeint, was man lieber hat, sondern was die Gelenke betrifft, was die Werte ebenso betrifft und auch den Nutzen.
In Wirklichkeit haben wir festgestellt, dass das Laufen da wie dort gar nicht so unterschiedlich ist, wenn es rein um die Daten geht. Nehmen wir einmal an, es wird eine Runde von 5 Kilometer und einer Geschwindigkeit von 10 km/h im Park, im Wald oder an anderer Stelle gelaufen (auch die Laufbahn wäre ok). Und nehmen wir weiters an, dass am Laufband die gleichen 5 Kilometer mit fix eingestellten 10 km/h absolviert werden. Das Ergebnis: Puls und Kalorienangaben sind nahezu ident, der Unterschied zeigt sich im Schwitzen oder beim Nachfedern des Laufbandes, aber dazu gleich mehr.
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Der große Vorteil beim Laufen am Laufband besteht in der Beständigkeit. Wenn man nämlich die Möglichkeit hat, vier Tage in Folge am Laufband eine Strecke zu absolvieren, dann kann man zum Beispiel die schon erwähnten 10 km/h wählen und läuft die ebenfalls angesprochenen 5 Kilometer. Das ergibt genau eine halbe Stunde Laufzeit und hat dabei einige großartige Vorteile:
Gerade das Wetter ist ein wichtiger Faktor, weil man direkt vergleichen kann. Die halbe Stunde am Montag hat die exakt gleichen Bedingungen wie die halbe Stunde am Freitag. Läuft man tatsächlich jeden Tag oder auch jeden zweiten Tag mit den gleichen Einstellungen, dann kann man direkt auf der Sportuhr ablesen, was sich beim Puls abspielt. Es gibt zwar bei vielen Geräten auch eine Pulsfunktion, die aber meistens sehr ungenau ist. Eine Pulsuhr macht mehr Sinn.
Wir haben das ausprobiert und haben folgenden Test gewählt: 36 min mit 10 km/h = 6 km Strecke, vier Tage in Folge. Das Ergebnis war Folgendes:
Bei exakt den gleichen Rahmenbedingungen war abzulesen, dass man von Tag zu Tag entspannter agiert, bei gleicher Strecke und gleichen Zielen. Man könnte jetzt die Geschwindigkeit erhöhen oder die Strecke verlängern. Präziser kann man das Lauftraining nicht steuern, weil es sonst keine Parameter gibt, die sich ändern. Natürlich kann man auch jeweils einen Tag Pause machen und man muss auch berücksichtigen, dass nicht jede Person gleich fit ist. Manche müssen sich auch erst eine Form erarbeiten und dann ist dieser Vergleich vielleicht nicht ganz so effektiv.
Ist man aber gut im Lauftraining und für draußen ist der Weltuntergang für eine Woche angekündigt, dann kann man sich sehr wohl mit dem Laufband und präzisen Daten selbst hinterfragen und auch vielleicht steigern. Das wäre zum Beispiel auch nach den Weihnachtsferien denkbar, wenn man im kalten Jänner nicht so gerne draußen läuft und sich am Laufband (im Studio oder mit eigenem Gerät) wieder in Form bringen will.
Was das federnde Laufband betrifft, gehen die Meinungen auseinander. Unser eigener Test zeigt, dass wohl das Laufband etwas nachgibt, aber wenn man wenig gewöhnt ist und 10 km absolviert, spürt man die Beine am nächsten Tag genauso wie beim Laufen im Wald. Ein großer Unterschied ist hier nicht zu entdecken.
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Sehen wir uns jetzt das Laufen draußen an. Viele Läuferinnen und Läufer bekunden ihren Unmut, wenn sie am Laufband unterwegs sein sollen, weil das öde ist. Das Laufen ums Eck im nächsten Park oder gar in einem Wald, entlang eines Flusses oder an anderer Stelle ist doch viel besser. Hier spielt die Psychologie eine große Rolle, weil natürlich das Laufen draußen Abwechslung bringt, während man beim Laufband stets im gleichen Raum oder im gleichen Fitnessstudiobereich sportlich agiert.
Es stimmt schon, dass man unter freiem Himmel ein ganz anderes Laufvergnügen empfinden kann, denn man bekommt die wichtigen Sonnenstrahlen und damit reichlich Vitamin D ab, man trifft andere Leute und hört die Vögel im Wald zwitschern - wenn man keine Musik oder Hörbücher wählt. Selbst das Laufen im Regen kann sehr fein sein, wenn es nicht gerade ein Unwetter mit Starkregen ist.
Trainingsmäßig ist man aber unregelmäßiger unterwegs als mit dem Laufband, weil man nicht stur ein Tempo vorgegeben bekommt (Intervallfunktionen ausgenommen), aber das Gefühl von Freiheit ist nun einmal ein starkes und ein ganz klarer Vorteil für das Laufen im Freien. Außerdem kann man, wenn man ein wenig fitter ist und auch längere Strecken absolvieren mag, die Runden kombinieren, neue Strecken ausprobieren und somit die Optik verändern. Am Laufband gibt es das alles nicht.
Aber auch im Freien lassen sich die Daten vergleichen, denn selbst wenn der Wind mal stärker und mal gar nicht bläst, ist die gleiche Laufstrecke eben gleich lang und man kann am Puls ablesen, ob man sich mehr bemühen musste oder nicht. Es ist die Präzision des Innenlaufs am Laufband nicht gegeben, auf die Vergleichbarkeit muss man aber nicht verzichten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass beide Varianten gute Ergebnisse bringen können. Die 10 Kilometer am Laufband sind genauso wertvoll wie die 10 Kilometer im Freien, nur ist das Naturerlebnis ein starker Motivationsfaktor für das Laufen im Freien. Andererseits kann man mit dem Laufband bei miesem Wetter umsteigen und vielleicht sogar ein alternatives Trainingsprogramm starten.
Tatsächlich ist es einen Versuch wert, an sehr heißen Tagen auf die übliche Laufstrecke zu verzichten und ein Fitnessstudio aufzusuchen, um dort klimatisiert ein paar Kilometer zurückzulegen. In einer Hitzewelle kann man sogar viel gewinnen, weil gesund ist das Laufen bei 30 Grad im Schatten nicht, auch wenn man es vielleicht vertragen würde. Hat man ein Laufband in der eigenen Wohnung, ist das eine individuelle Sache, weil eine sehr warme Wohnung hilft dann nur bedingt. Ein kühler Keller wäre hingegen eine tolle Alternative.
Von den Werten her liefern beide Laufarten ähnliche Belastungen, bei den Gelenken ist das Laufband sehr wohl besser, aber die Gelenke müssen trotzdem ihre Arbeit verrichten. Der Lauf am Asphalt belastet hingegen natürlich deutlich mehr.
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