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Gundersen-Methode in der Nordischen Kombination

Laufen nach dem Sprungergebnis

Gunder Gundersen war ein norwegischer Kombinierer, der die Idee entwickelt hatte, den Bewerb neu zu gestalten. Bis zu seinem Einwirken war man zuerst auf der Schanze, um seine Sprünge zu absolvieren und danach wurde im Langlauf der zweite Teil des Bewerbes absolviert, um das Gesamtergebnis zu erzielen. Das Problem dabei war, dass es sein konnte, dass der Sieger irgendwann in der Mitte des Rennens unterwegs war und die letzten zehn Läufer waren für die Gesamtwertung gar nicht mehr bedeutsam.

Gundersen-Methode erklärt das Rennen

Daher hatte Gunder Gundersen die Idee, dass mit dem Ergebnis des Skispringens der Langlaufbewerb gestartet werden sollte. Dazu muss man wissen, dass vor dieser Einführung nach einer bestimmten Startliste gelaufen wurde. So konnte, wie eingangs bereits formuliert, der spätere Sieger viel früher im Ziel sein, nur wusste das das Publikum oft nicht. Es war vergleichbar mit einem Einzelrennen im Langlauf, wo auch die Zeiten im Ziel verglichen wurden, nur dass im Langlauf das Rennen selbst gilt - in der Nordischen Kombination gab es aber schon das Skispringen, das mit der Reihenfolge nur bedingt zu tun haben kann.

Also wurde durch die Gundersen-Methode die Reihenfolge verbessert. Das heißt, dass der beste Skispringer auch als erstes in die Loipe geht und danach wird gemäß dem Ergebnis des Skispringens das Langlaufrennen gestartet, wobei jeder Teilnehmer die Startnummer trägt, sodass der erste auch die Nummer eins trägt. Wird er nun vom Zweiten des Skispringens überholt, dann weiß man sofort, dass die Führung gewechselt hat. Gestartet wird mit dem Zeitabstand, der sich aus dem Punkterückstand ergibt.

Es kann also sein, dass der Erste mit 10 Sekunden Vorsprung auf die Loipe geht, der Zweite und der Dritte fast zeitgleich ins Rennen geschickt werden und danach folgt eine halbe Minute niemand mehr, bis die nächsten an der Reihe sind. War das Skispringen ein sehr knapper Durchgang, dann konnte es auch sein, dass man fast ein Massenstartrennen mit vielen Athleten binnen weniger Sekunden erlebt.

Gundersen-Methode für Klarheit beim Publikum

Da der beste Springer vorne wegläuft, sieht man auch, ob er seine Position halten kann. Mehr noch: man kann anhand der Startnummer feststellen, ob ein Springer zurückgefallen ist oder ein starker Langläufer aufgeholt hat. Wenn die Nummer 15 vor der Nummer 2 ins Ziel kommt, dann weiß man sofort, wer welche Leistung gezeigt hat, aber auch, wer wo welche Qualitäten hat. Diese Form des Rennens ist in der Nordischen Kombination zum absoluten Standardverfahren geworden und heißt aufgrund des Ideengebers auch Gundersen-Methode oder auch Gundersen-Bewerb.

Obwohl sich in der Nordischen Kombination viel verändert hat und obwohl nur ein Sprung statt zwei Sprünge absolviert wird, ist die Gundersen-Methode trotzdem gleich geblieben, weil sie auf einfachste Weise den Stand der Dinge ohne großen Erklärungsbedarf zeigen kann und damit ein spannendes Rennen noch spannender macht, weil man die Verschiebungen in den Positionen gut nachvollziehen kann. Damit ist das Format auch sehr fernsehtauglich geworden.

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Nordische Kombination Gundersen-MethodeArtikel-Thema:
Gundersen-Methode in der Nordischen Kombination
letztes Datum:
10. 06. 2020

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