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Einzelbewerb in der Nordischen Kombination

Ein Sprung, 10 Kilometer Loipe

Ursprünglich bestand der Einzelbewerb aus zwei Sprüngen von der Schanze und anschließend vom Langlaufen über 15 Kilometer. Diese Zusammenstellung wurde viele Jahre so ausgeübt und dabei nutzte man die Gundersen-Methode, indem das Langlaufen mit dem Ergebnis des Skispringens begonnen wurde.

Ein Sprung und zehn Kilometer Langlauf

Das bedeutete, dass der beste Skispringer als erstes loslief und wenn er nach dem Ergebnis des Skispringens 20 Sekunden Vorsprung hatte, dann lief der Zweitplatzierte auch nach diesen 20 Sekunden los. Auf diese Weise wurde das umgerechnete Ergebnis des Skispringens auf das Langlaufen übertragen. Die Weiten- und Haltungspunkte wurden in Zeit für das Langlaufen übertragen und so starteten die Sportler auch ihre Rennen.

Das ist auch heute noch beim Einzelbewerb so, nur mit zwei wesentlichen Unterschieden. Der erste ist, dass es nur noch einen Sprung gibt und der zweite resultiert daraus, dass statt 15 nur noch 10 Kilometer gelaufen werden. Aber das heißt, dass die guten Skispringer nur noch den halben Vorsprung herausholen können, die starken Langläufer aber nur ein Drittel an Strecke verloren haben, um ihren Rückstand aufholen zu können. Daher ist die Nordische Kombination sehr lauflastig geworden und gute Skispringer ohne Chance in der Loipe haben es viel schwerer, einen Sieg davonzutragen.

Die Gundersen-Methode ist aber geblieben und auch die Spannung der Rennen, doch hat sich der Charakter sehr stark verändert. Früher waren die guten Skispringer weit voraus und wurden erst spät eingeholt. Es bildeten sich zwar Verfolgergruppen, die waren aber in der Regel eher klein. Heute ist der Abstand im Skispringen nach nur einem Sprung weit geringer und teilweise wirken die Rennen wie ein Massenstartrennen, weil Gruppen von 10 oder manchmal sogar bis zu 20 Läufern zusammenfinden und dann wird taktiert. Der Sieg wird häufig erst auf den letzten paar hundert Metern entschieden, es sei denn, ein starker Langläufer war im Skispringen auch sehr gut und konnte enteilen.

Voraussetzungen und Taktik

Das optimale Rüstzeug hat ein Athlet, wenn er gut springt und gut langlaufen kann. Dann ist er für das Podium der besten Drei praktisch schon gebucht. Aber auch sehr guten Springern kann ein Sprung missraten oder man hat Pech beim Springen mit dem Wind. Und dann hat man Rückstand, aber die Fähigkeiten, in der Loipe aufzuholen.

In der alten Version des Einzelbewerbs mit zwei Sprüngen und 15 Kilometer Langlauf konnte man als guter Springer Schwächen in der Loipe ein Stück weit kompensieren und Schwächen auf der Schanze durch gutes Langlaufen in der Loipe. Bei der aktuellen Version mit einem Sprung und 10 Kilometer Langlauf darf man sich keine Schwäche in der Loipe erlauben und kann wenig beim Springen herausholen. Schafft man 20 Sekunden Vorsprung, dann war das schon sehr gut, aber damit hat man gegen die besten Läufer kaum eine Chance.

Früher wurden 2:30 Minuten in der Loipe aufgeholt, dafür hat man heute keine Zeit mehr, also komplett schwach beim Skispringen darf man nicht sein. Umgekehrt bekommt man als Skispringer solche Vorsprünge nicht mehr und darf in der Loipe auch nicht komplett schwach sein. Ist man im Langlaufen sehr stark, hat man aktuell die besseren Karten und kann so mache Schwäche auf der Schanze korrigieren, wenn man keine Chance in der Loipe hat, hat man hingegen keine Chance auf den Erfolg, egal wie gut man auch springen mag.

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Nordische Kombination EinzelbewerbArtikel-Thema:
Einzelbewerb in der Nordischen Kombination
letztes Datum:
10. 06. 2020

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