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Wimbledon Championship

Das einzige Rasenturnier bei den Grand Slam Turnieren

Die erste Phase des Tennisjahres im Profisport wird durch den Hartplatz geprägt, von den kleinen Aufbauturnieren über die Australian Open bis zu den großen Turnieren in den USA im März. Dann kommt die zweite Phase mit den Sandplätzen bis zum Höhepunkt der French Open als zweites Grand Slam-Turnier des Jahres. Die dritte Phase ist die kürzeste und zwar die Rasensaison und bei Rasen und Tennis fällt sofort die Vokabel Wimbledon.

Wimbledon Championship - Geschichte und Bedeutung

Tennisturniere Wimbledon in LondonWimbledon ist eigentlich ein Stadtteil von London und man könnte auch London Championship sagen, aber das älteste der vier Grand Slam-Turniere im Profitennis, das bereits 1877 erstmals ausgetragen wurde, ist eng verbunden mit dem Veranstaltungsort und das ist der Stadtteil Wimbledon. Die meisten kennen Wimbledon Championship als Name gar nicht, Wimbledon in der Kurzfassung ist hingegen sehr geläufig.

Rasen war für viele Jahre jener Belag, auf dem Aufschläger eine Siegchance von 70 % hatten und Grundlinienspieler von 30 %, weil das Spiel zu schnell für lange Ballwechsel war. Das galt besonders auch für Wimbledon. Spiele von Boris Becker gegen Pete Sampras wurden häufig mit dem Aufschlag entschieden - entweder man macht den Punkt oder man macht den Fehler. Ballwechsel wie auf Sand finden nicht statt.

Thomas Muster hatte zu seiner Zeit keine Chance, mit seinen kräftigen und langen Ballwechsel zum Erfolg zu kommen. Er hat sogar kleinere Sandplatzturniere vorgezogen, weil da mehr Punkte zu holen waren als mit einer dritten Runde, weil weiter wäre er auch bei guter Vorbereitung nicht gekommen. Dass Andre Agassi das Turnier für sich entscheiden hat können, war schon fast eine Sensation.

Mittlerweile hat man den Rasen aber entschärft, wobei der Rasen selbst als Auflage und Grundlage des Tennisplatzes gleich geblieben ist, aber man hat die Bälle verändert, um das Spiel langsamer zu machen. So wurde es auch möglich, dass ein Grundlinienspieler wie Rafael Nadal zweimal Wimbledon gewinnen konnte. Zu Zeit eines Thomas Muster wäre das undenkbar gewesen. Trotzdem bleiben die starken Aufschläger im Vorteil.

Sportliche Bedeutung

Wie bei jedem Grand Slam-Turnier gibt es 2.000 Punkte für die Weltrangliste und natürlich auch viel Geld für den Sieg beim Turnier. Außerdem gibt es einige Spieler, die es einfach lieben, auf Rasen zu spielen. Nach Wimbledon gibt es noch das eine oder andere Rasenturnier, aber eigentlich sind die Turniere vor Wimbledon die Vorbereitung für Wimbledon und danach wechselt man entweder auf die Sandplatzturniere in Europa oder auf Hartplatz in Nordamerika.

Weiterhin gilt auch in Wimbledon, dass man sieben Siege braucht, um im Einzel den Turniersieg einfahren zu können. Gespielt wird ein Jugendbewerb, das Einzel, das Doppel und der Mixed-Bewerb, wobei die Qualifikation für das Einzel noch dazukommt, das sind weitere drei Runden für die schwächer gereihten Spieler. Das heißt auch, dass die Nummer 1 der Weltrangliste genauso in der ersten Runde scheitern kann wie jeder andere Spieler oder jede andere Spielerin auch.

Die Spiele haben sich in Wimbledon verändert, weil das Spiel generell langsamer wurde. Das bedingungslose Serve-And-Volley aus der Ära Edberg/Becker/Sampras/Ivanisevic ist vorbei, selbst ein Roger Federer agiert häufig von der Grundlinie aus, weil man am Netz immer mehr in die Devensive gedrängt wird. Früher war man als Netzspieler noch in der Offensive daheim.

Wimbledon extrem: Isner - Mahut

Das Jahr 2010 dokumentierte das Problem des Rasentennis, denn es trafen zwei Herren aufeinander, die sich offenbar sehr mochten. John Isner, ein 2,06 m großer Aufschlagtyp, traf auf Nicholas Mahut, längst ein begnadeter Doppelspieler. Der US-Aufschläger und der Franzose, damals um die Nummer 150 gereiht (Isner war Nummer 23 des Turniers) dominierten mit ihren Aufschlägen, wie man das von Wimbledon gewohnt war, aber es kam zu einer ganz speziellen Situation.

Denn das Spiel lautete aus Sicht von Isner 6:4, 3;6, 6:7, 7:6. Soweit, sogut. Der fünfte Satz musste entscheiden und hier gab es kein Tie-Break, also musste ein Break gelingen und das gelang einfach nicht. Die beiden Spieler agierten beim Aufschlag so souverän, dass sich die Veranstaltung zu einem seltsamen Ereignis wurden. Der fünfte Satz wurde am Folgetag bei 59:59 (!!) abgebrochen und am dritten Tag (!!) fertiggespielt. Isner gelang doch ein Break und er gewann den fünften Satz mit 70:68 nach drei Tagen Spieldauer.

Ein paar Fakten zu diesem, auch spontan ausgezeichneten Tennisspiel:

  • 163 Games wurden gespielt (bisheriger Rekord 112)
  • 11:05 Stunden Spielzeit (bisher: 6:33)
  • längster fünfter Satz bei einem Grand Slam Turnier (bisher 21:19)
  • längster fünfter Satz in Wimbledon (bisher 20:18)
  • längster Satz bei einem Grand Slam Turnier (bisher 25:23)
  • die meisten Asse in einem Match - Isner 112, Mahut 103 (bisher Karlovic 78)
  • die meisten Asse zusammen Isner/Mahut 215 (bisher Stepanek-Karlovic 96

Vor allem, dass in Wimbledon das längste je gespielte Tennisspiel bei einem Grand Slam-Turnier stattfand, war schon schräg. Denn die längsten Partien gibt es aufgrund der Oberfläche an sich in Paris auf Sand, manchmal gibt es irre Partien auf Hartplatz, aber selbst eine Partie über fünf Sätze bei den Herren dauert oft nur drei Stunden, weil die Punkte viel schneller ausgespielt sind.

Wann wird Wimbledon gespielt?

Das Rasenturnier in London/Wimbledon findet Anfang Juli statt und dauert auch zwei Wochen, die Qualifikation beginnt bereits davor. Nach Wimbledon gibt es nur eine kurze Pause, ehe die nächsten großen Turniere anstehen, dann aber auf Hartplatz.

Unter der nachstehenden Internetseite des Veranstalters finden Sie alle Auslosungen, Berichte, Videos und natürlich Ergebnisse des Turniers.

https://www.wimbledon.com/index.html

 

Siegerinnen in Wimbledon seit 1970

Zwar ist das Damentennis nicht so extrem temporeich wie bei den Herren und daher noch mehr Spielkultur in Wimbledon auf Rasen möglich, aber durchgesetzt haben sich doch immer die Favoritinnen und manche sogar serienweise, wie zuletzt die Williams-Schwestern oder vor einigen Jahren Martina Navratilova.

Als Boris Becker einmal gemeint hat, dass Wimbledon sein privates Wohnzimmer sein, lächelte Martina Navratilova nur und meinte, dass das durchaus sein kann, aber sein Wohnzimmer befindet sich in ihrer Wohnung. Letztlich hat sie Wimbledon neunmal im Einzel gewonnen. Mit dem Titel 2016 hatte Serena Williams auch schon sieben Erfolge und hat auf Basis der Grand Slam-Titel mit Steffi Graf gleichgezogen. Titel Nummer acht verhinderte Angelique Kerber 2018 mit ihrem Finaltriumph über Serena Williams, dem ersten deutschen Wimbledon-Titel seit 1996, als Steffi Graf noch siegte.

Ergebnis 2018

Angelique Kerber (GER/11) - Serena Williams (USA/25) 6:3, 6:2

Siegerliste Wimbledon Damen

2018 Angelique Kerber (Deutschland)
2017 Garbine Muguruza (Spanien)
2016 Serena Williams (USA)
2015 Serena Williams (USA)
2014 Petra Kvitova (Tschechien)
2013 Marion Bartoli (Frankreich)
2012 Serena Williams (USA)
2011 Petra Kvitova (Tschechien)
2010 Serena Williams (USA)

2009 Serena Williams (USA)
2008 Venus Williams (USA)
2007 Venus Williams (USA)
2006 Amelie Mauresmo (Frankreich)
2005 Venus Williams (USA)
2004 Maria Sharapowa (Russland)
2003 Serena Williams (USA)
2002 Serena Williams (USA)
2001 Venus Williams (USA)
2000 Venus Williams (USA)

1999 Lindsay Davenport (USA)
1998 Jana Novotna (Tschechien)
1997 Martina Hingis (Schweiz)
1996 Steffi Graf (Deutschland)
1995 Steffi Graf (Deutschland)
1994 Conchita Martinez (Spanien)
1993 Steffi Graf (Deutschland)
1992 Steffi Graf (Deutschland)
1991 Steffi Graf (Deutschland)
1990 Martina Navratilova (USA)

1989 Steffi Graf (Deutschland)
1988 Steffi Graf (Deutschland)
1987 Martina Navratilova (USA)
1986 Martina Navratilova (USA)
1985 Martina Navratilova (USA)
1984 Martina Navratilova (USA)
1983 Martina Navratilova (USA)
1982 Martina Navratilova (USA)
1981 Chris Evert (USA)
1980 Evonne Goolagong (Australien)

1979 Martina Navratilova (CSSR)
1978 Martina Navratilova (CSSR)
1977 Virginia Wade (Großbritannien)
1976 Chris Evert (USA)
1975 Billie Jean King (USA)
1974 Chris Evert (USA)
1973 Billie Jean King (USA)
1972 Billie Jean King (USA)
1971 Evonne Goolagong (Australien)
1970 Margaret Smith Court (Australien)

 

Sieger bei den French Open seit 1970

Lange Jahre waren nur die Aufschlagtypen in Wimbledon siegreich. Becker, Edberg und vor allem Pete Sampras siegten in Serie. Dass Andre Agassi gewinnen konnte, war schon sensationell. Erst später hat man die Bälle langsamer gemacht, um das Spiel attraktiver zu halten. Denn die Kritik an den extrem kurzen Ballwechseln riss nicht ab und so war es dann auch Rafael Nadal möglich, zweimal den Titel zu holen.

Universelle Spieler wie Novak Djokovic oder Roger Federer sind aber mit ihren starken Aufschlägen weiterhin im Vorteil, aber nicht mehr so sehr wie früher und reine Aufschlag-Volley-Spieler gibt es kaum mehr und hätten zwar mit dem Aufschlag Vorteile, aber am Netz sind auch diese Leute immer mehr unter Druck.

Ergebnis 2018

Novak Djokovic (Serbien/12) - Kevin Anderson (Südafrika/8) 6:2, 6:2, 7:6

Siegerliste Wimbledon

2018 Novak Djokovic (Serbien)
2017 Roger Federer (Schweiz)
2016 Andy Murray (Großbritannien)
2015 Novak Djokovic (Serbien)
2014 Novak Djokovic (Serbien)
2013 Andy Murray (Großbritannien)
2012 Roger Federer (Schweiz)
2011 Novak Djokovic (Serbien)
2010 Rafael Nadal (Spanien)

2009 Roger Federer (Schweiz)
2008 Rafael Nadal (Spanien)
2007 Roger Federer (Schweiz)
2006 Roger Federer (Schweiz)
2005 Roger Federer (Schweiz)
2004 Roger Federer (Schweiz)
2003 Roger Federer (Schweiz)
2002 Lleyton Hewitt (Australien)
2001 Goran Ivanisevic (Kroatien)
2000 Pete Sampras (USA)

1999 Pete Sampras (USA)
1998 Pete Sampras (USA)
1997 Pete Sampras (USA)
1996 Richard Krajicek (Niederlande)
1995 Pete Sampras (USA)
1994 Pete Sampras (USA)
1993 Pete Sampras (USA)
1992 Andre Agassi (USA)
1991 Michael Stich (Deutschland)
1990 Stefan Edberg (Schweden)

1989 Boris Becker (Deutschland)
1988 Stefan Edberg (Schweden)
1987 Pat Cash (Australien)
1986 Boris Becker (Deutschland)
1985 Boris Becker (Deutschland)
1984 John McEnroe (USA)
1983 John McEnroe (USA)
1982 Jimmy Connors (USA)
1981 John McEnroe (USA)
1980 Björn Borg (Schweden)

1979 Björn Borg (Schweden)
1978 Björn Borg (Schweden)
1977 Björn Borg (Schweden)
1976 Björn Borg (Schweden)
1975 Arthur Ashe (USA)
1974 Jimmy Connors (USA)
1973 Jan Kodes (CSSR)
1972 Stan Smith (USA)
1971 John Newcombe (Australien)
1970 John Newcombe (Australien)

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