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Serve-And-Volley-Spiel

Netzangriff unmittelbar nach dem Aufschlag

Vor allem bis in die 1990er-Jahre hatte man speziell bei den Männern die Tennisprofis in zwei Gruppen einteilen können. Das eine waren die Angriffsspieler, die ihre Heimat beim Netz gesehen haben und die anderen waren die Grundlinienspieler, die es sich dem Namen nach bei der Grundlinie gemütlich gemacht haben. Lockte man den Grundlinienspieler mit einem Stoppball zum Netz, fühlte er sich unwohl, zwang man einen Angriffsspieler zum langen Grundlinienduell, ging es ihm ähnlich. Eine wichtige Hilfestellung bot sich dem Angriffsspieler durch das Serve-And-Volley-Spiel.

Serve-And-Volley oder: volle Attacke

Der Name ist Programm, denn bei dieser Art, Tennis zu spielen, wird unmittelbar nach dem Aufschlag der Weg zum Netz gesucht. Beispiele für diese Art von Tennis gab es genügend wie etwa Boris Becker, Stefan Edberg, Pete Sampras oder Goran Ivanisevic. Sie alle suchten ihr Heil im vollen Angriff, indem sie einen starken Aufschlag zeigten, damit den Gegner unter Druck setzten und am Netz auf den Verteidigungsschlag warteten. Diesen mit einem Volley als Punkt abzuschließen war meist nicht so wirklich schwierig.

Die Kombination wurde auch gerne mit dem Kick-Aufschlag eingesetzt, der den Gegenspieler aus dem Feld zwang, vor allem beim Aufschlag zur Seitenlinie. Dadurch hatte man noch viel mehr Zeit, um zum Netz vorzurücken und der Gegenspieler hat nicht viele Möglichkeiten, um den Ball am Netzspieler vorbeizuspielen. Es gelang zwar schon immer wieder und manche hatten das zur Kunst entwickelt wie früher ein Ivan Lendl oder später ein Andre Agassi, aber lange Zeit war man mit dem Serve-And-Volley der offensive Spieler, der bestimmt hatte, was Sache ist.

Gewonnen hatte man deshalb aber noch lange nicht, denn es gab reichlich Tage, an denen der Aufschlag nicht so geklappt hatte und von dem war man abhängig, um sein Spiel durchziehen zu können.

Serve-And-Volley heute

Die Sache hat nur einen Haken, denn die Spieler wurden generell sehr viel fitter, schneller und reagieren früher. Das heißt, dass man als Netzspieler nicht mehr in der Offensive ist, sondern man ist in Wirklichkeit dem Grundlinienspieler ausgeliefert. Er kann auf der Vorhandseite oder Rückhandseite passieren, also den Ball vorbeispielen, er kann mit einem Stopp die Situation am Netz erschweren und kann mit dem Lob einen Defensivschlag anbringen. Dass der Gegner am Netz steht und auf den Ball wartet, setzt kaum mehr jemanden unter Druck und deshalb gibt es diese Spielertypen auch kaum mehr.

Aber das Spielprinzip blieb erhalten. Man muss nicht ständig ans Netz stürmen, doch hin und wieder ist es eine gute Taktik, weil man damit nicht mehr rechnet. In Wimbledon auf Rasen ist es noch eine Option, aber auch keine Garantie mehr, den Punkt zu gewinnen. Spieler wie Roger Federer sind auch Jahre nach der Hochphase der Angriffsspieler in der Lage, diesen Spielzug zu zeigen, doch von der Grundlinie gewinnt man die Spiele viel eher.

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