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Sandplatz als Tennisplatz

Tennisplatz für Geduldige

Der Sandplatz ist jener Untergrund für den Tennisplatz, bei dem die längsten Ballwechsel möglich werden. Ein Sandplatzmatch kann zwar auch nach 1,5 Stunden beendet sein, aber eine Partie über vier Stunden ist ebenfalls einzuplanen, wobei es natürlich von den handelnden Personen abhängt. Denn die Sandoberfläche (in Deutschland auch Asche bezeichnet) ist der langsamste Belag, den es im Tennissport geben kann. Das hat für viele seinen Reiz, für manche ist der Belag nicht unbedingt besonders attraktiv.

Sandplatz: Charakter der Oberfläche für das Tennisspiel

Sandplatz im TennissportDer Charakter des Tennisspiels unterscheidet sich völlig von zum Beispiel jenem auf Hartplatz und noch viel mehr von jenem auf Rasen. Durch den aufgelegten Sand springt der Tennisball hoch ab und wird beim Aufspringen deutlich abgebremst. Das hat zur Folge, dass man als Spieler viel mehr Zeit hat, auf den Schlag zu reagieren und das ist der Grund, warum die Spiele deutlich länger dauern können. Denn das moderne Tennis zeichnet sich auch durch laufstarkes Spiel aus und deshalb kann man auch Netzspieler leichter mit einem Passierschlag besiegen, als das noch in den 1980er-Jahren der Fall war.

Befinden sich zwei sehr konditionsstarke Spieler in einem Match und beide haben einen guten Tag, ist Geduld durchaus gefragt, ehe die Entscheidung fällt, wer von den beiden siegreich vom Platz geht. Man kann natürlich mehr Risiko nehmen und Gewinnschläge anbringen, aber auch hier gilt, dass viele dieser Schläge noch zurückgebracht werden können und durch das höhere Risiko wird auch die Fehlerquote höher. Dem geduldigen Grundlinienspieler freut es, denn er ist damit dem Sieg ein Stück näher.

Aber das Sandplatztennis darf man nicht als langweilig verstehen, denn es ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Einerseits kann man sehr wohl mit direkten Punkten schnell zum Erfolg kommen und andererseits sind viele Varianten möglich. Eine Möglichkeit ist der Stopp, denn beim Sandplatz kann man davon profitieren, dass der Ball abgebremst wird und somit bleibt er fast liegen, sodass der Gegner Mühe hat, ihn rechtzeitig zu erreichen bzw. ihn dann auch noch über das Netz zu bringen. Weiß man zudem, dass der Gegner sich am Netz nicht wohlfühlt, ist diese Variante sogar noch viel interessanter.

Tennisspiel am Sandplatz

Und so gibt es viele Herangehensweisen, was man denn mit dem Sand (oder der Asche) anzufangen weiß. Die offensive Variante ist der Versuch, den Gegner mit Winkelspiel aus dem Feld zu treiben. Man könnte dann einen Netzangriff wagen, aber meist wartet man auf einen defensiven Schlag und spielt den Ball dann in die andere Ecke, um den Gegner unter Druck zu setzen. Der rennt dann von Eck zu Eck und bekommt das Spiel selten in den Griff.

Oder vielleicht doch. Denn defensive Sandplatzspieler lieben es, wenn sie beschäftigt werden. Das mag komisch klingen, ist aber so. Denn je mehr Bälle sie doch noch zurückbringen, umso ungeduldiger wird der offensive Spieler und dann riskiert er noch mehr und verschlägt - das jedenfalls ist die Hoffnung der "Gummiwand". So bezeichnen die Angriffsspieler gerne Grundlinienspieler, die offenbar jeden Ball zurückbringen können wie eine Gummiwand. Das kann sehr nerven, zumal man immer müder wird und das spielt dem defensiven Spieler in die Karten.

Dazwischen gibt es verschiedene weitere Varianten. Manche Spieler sind schwer auszurechnen. Sie spielen plötzlich Serve-And-Volley, dann wieder lange Zeit an der Grundlinie, mal langsam, mal schnell und man weiß nie, was als nächstes kommt - und das ist voll beabsichtigt. Es gibt auch die offensive Variante, dass man nach einem Angriffsball ans Netz vorrückt, um mit einem Volley die Geschichte abzuschließen. Und man kann natürlich auch mit dem Stopp den Gegner ans Netz holen und sich anschauen, was er denn dort so treibt, wenn man weiß, dass er das Netzspiel überhaupt nicht mag.

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