Sie sind hier: Startseite -> Leichtathletik -> 1500 Meter

Laufbewerb über 1.500 Meter

Die längere Mittelstrecke im Laufen

Die Laufbewerbe der Leichtathletik über 800 und 1.500 Meter werden als Mittelstrecke zusammengefasst, denn sie sind nicht so kurz wie die Sprintbewerbe von 100 bis 400 Meter, aber sie sind auch keine Ausdauerläufe ab 3.000 bis zu 10.000 Meter, trotzdem ist die Ausdauer das Kriterium.

Inhalt

Leichtathletik 1500 m: Bedeutung der Strecke

Das Laufen über 1.500 Meter ist damit die längere Distanz der Mittelstreckenbewerbe und wird von Frauen und Männer bestritten. Die Männer kennen die Strecke schon sehr lange, die Frauen laufen bei den Olympischen Sommerspielen erst seit 1972 über diese Distanz. Gestartet wird das Rennen nach der ersten Kurve auf der Laufbahn aus Sicht der Start-Ziel-Geraden.

Dabei gehen je nach Bewerb und Starterfeld 12 bis maximal 15 Läuferinnen oder Läufer an den Start, wobei die Startlinie eine gekrümmte Kurve zeigt, damit die Teilnehmer an der Außenbahn die gleiche Streckenlänge absolvieren wie jene an der Innenbahn. Das wird durch die Linie ausgeglichen und so stehen die Läuferinnen und Läufer an der Außenbahn ein Stück vor jenen der Innenbahn.

Bei großen Veranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen wird ein Vorlauf, ein Halbfinale und letztlich das Finale gelaufen, sodass die Strecke dreimal absolviert werden muss, und zwar von den Favoriten ebenso wie von jenen, die es schon als Erfolg verbuchen, wenn sie den Vorlauf überstehen können.

Im Gegensatz zum 800-Meter-Lauf vereinigen sich alle Teilnehmer sofort nach dem Start auf der Innenseite der Laufbahn zu einem kompakten Feld. Die Streckenlänge erfordert, dass man eine gute Kondition besitzt und ein hohes Tempo lange halten kann. Sprintqualitäten helfen zwar im Finale auf den letzten Metern, sind aber oft nicht das Kriterium. Die Krafteinteilung ist hingegen sehr wichtig. Wer die 1.500 Meter zu schnell beginnt, bekommt am Ende große Probleme.

Laufbewerb 1500 m auch in der Halle

In der Halle gibt es ein kürzeres Oval und daher deutlich weniger Bewerbe, die Mittelstrecke bei den Laufbewerben bleibt aber erhalten und so werden auch die 1.500 Meter in der Halle absolviert.

Laufstrecke 1500 m: Ablauf des Rennens mit Qualifikation

Beim Lauf über die kürzere Mittelstrecke, ergo 800 Meter, müssen die Läuferinnen und Läufer die erste Kurve in ihrer Bahn absolvieren, ehe das Feld auf der Innenseite zusammenrücken darf. Das ist beim längeren Lauf über 1.500 Meter nicht so. Ansonsten erfolgen die beiden Mittelstreckenrennen ähnlich.

1500-Meter-Lauf in der LeichtathletikBildquelle: foto.wuestenigel.com

Denn der Start erfolgt nach der ersten Kurve der Laufbahn aus Sicht der Start-Ziel-Gerade und wird durch eine gekrümmte Linie organisiert. Zwischen 12 und 15 Läuferinnen und Läufer nehmen an einem Lauf teil und reihen sich an der Linie auf, wobei die Innenbahnposition bedeutet, dass man etwas weiter hinten startet, die Außenbahnposition rückt etwas vor. Das hat den Grund, weil man die gleiche Laufdistanz absolvieren soll und mit dieser gebogenen Linie wird dies auch garantiert. Denn nach dem Start rücken alle Läuferinnen bzw. Läufer zur Innenbahn vor, sodass sich ein kompaktes Feld bildet.

Je nach Veranstaltung gibt es zwei oder drei Läufe. Bei olympischen Sommerspielen wird zum Beispiel im Vorlauf bei jedem Lauf ein Feld von bis zu 15 Läuferinnen bzw. Läufer zusammengeführt. Diese müssen sich vor dem Bewerb national qualifizieren, indem sie die Norm erbringen müssen. Das heißt, dass festgelegt wird, welche Leistung bei den Bewerben erbracht werden muss, um sich für die Großveranstaltungen qualifizieren zu dürfen.

Hat man es zu den Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen geschafft, dann gibt es im Vorlauf die Herausforderung, dass man unter die sechs schnellsten eines Laufes sein muss, wenn das Ziel erreicht wird. Denn diese Läuferinnen bzw. Läufer sind fix für das Halbfinale qualifiziert, egal wie schnell oder langsam das Rennen abgelaufen ist. Es gibt aber noch den Plan B, und zwar sechs Plätze, die in den drei Vorläufen vergeben werden, und zwar nach den besten Zeiten jener, die sich nicht fix qualifizieren konnten. Gibt es bei den drei Vorläufen einen schnellen und zwei langsame Vorläufe, dann kann es auch passieren, dass sehr viele Teilnehmer aus dem schnellen Lauf ins Halbfinale aufrücken dürfen, während bei den anderen Läufen nur die fix Qualifizierten aufsteigen.

Im Halbfinale wiederholt sich das Spiel, allerdings gibt es nur zwei Läufe und statt 14 oder 15 Teilnehmer sind es 12. Diese 12 gibt es auch im Finale, wobei die Plätze so vergeben werden, dass bei jedem Halbfinale die ersten fünf fix qualifiziert sind. Die restlichen zwei Plätze werden wieder über die Zeit vergeben.

Im Finale wird dann der Sieger ermittelt. Bei Großveranstaltungen wie WM oder Olympischen Spielen werden außerdem die Medaillen Gold, Silber und Bronze für die ersten drei Ränge vergeben.

Laufbewerb 1500 m: längere Mittelstrecke ruft nach Kondition

Der Start erfolgt nach der ersten Kurve aus Sicht der Start-Ziel-Gerade und dann werden auf der 400 Meter langen Laufbahn fast vier komplette Runden zurückgelegt. Damit gibt es jede Menge Gelegenheit, taktische Varianten auszuprobieren, wobei Fehler sofort bestraft werden. Die taktischen Varianten umfassen sowohl die Läuferinnen und Läufer selbst, als auch mannschaftliche Überlegungen, sowohl auf Vereinsebene als auch als Nationalmannschaft.

So gibt es Läuferinnen und Läufer, die selbstlos ein hohes Tempo wählen, um die Kolleginnen bzw. Kollegen zu gute Zeiten zu treiben. Sie selbst werden bald ausscheiden oder in Ruhe auslaufen, Siegchancen haben sie keine, weil sie das hohe Tempo nicht bis zum Schluss durchhalten können. Doch der Lauf über die 1.500 Meter mit seinen fast vier kompletten Stadionrunden bietet auch viele Möglichkeiten für ein ruhiges Laufen.

Laufbewerb über 1500 MeterBildquelle: wikimedia.org / tompagenet

Immer wieder kommt es vor, dass sich das Feld nicht einig ist und gebummelt wird, weil die Favoriten sich ihrer Rolle bewusst sind. Sie können am Ende noch zulegen und haben es deshalb nicht eilig, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Die Technik bei diesem Laufbewerb erfordert, dass man viel Erfahrung mitbringt und sich gut einschätzen kann. Man muss wissen, welches Tempo gewählt werden kann, um am Ende dieses noch zu halten. Wer zu schnell beginnt, hat selten eine Chance.

Da das Feld nach dem Start sofort auf der Innenbahn zusammenrückt, kann man viel Kraft im Windschatten sparen. Auch das muss man lernen, denn im Gegensatz zum Lauf über 800 Meter, wo bereits gedrängelt wird, hat man es bei 1.500 Meter mit 11 bis 14 Konkurrenten zu tun und ein Sturz ist schnell passiert. Und man muss auch wissen, wie man die Ellbogen ausfahren kann, ohne unfair zu agieren.

Laufstrecke 1500 m: mehr Zeit für Taktik

Die Taktik spielt bei den längeren Laufbewerben eine deutlich größere Rolle als im Sprint. Beim Sprint von 100 bis 400 Meter hat man kaum Zeit, sich taktische Spielereien zu leisten, einzig in den Vorläufen kann man etwas Kraft sparen, wenn man der Konkurrenz überlegen ist.

Beim Lauf über 1.500 Meter hat man schon mehr Zeit, wobei die Frage im Raum steht, ob man diese Zeit überhaupt haben will. Möchte man eine sehr gute Zeit laufen, dann gibt es die Variante, dass man vom Start weg ein sehr hohes Tempo anschlägt. Eine Motivation kann sein, dass man eine sehr gute Zeit erreichen möchte, eine andere ist das Abhängen der Konkurrenz. Beides kann auch durch den "Hasen" ermöglicht werden.

Der Hase ist eine Anspielung an die Märchenwelt und bezieht sich beim Laufbewerb über 1.500 Meter auf Mitglieder eines Vereins oder einer Nationalmannschaft, die an der Spitze des Feldes ein hohes Tempo laufen. Wie der Hase im Märchen kann auch dieser Läufer nicht sein Tempo bis ins Ziel durchhalten und hat keine Siegchance, aber er kann mit seiner Aktion durch den Windschatten seinem Kollegen zu einer Topzeit verhelfen.

Im Finale bilden die starken Laufteams häufig kleine Gruppen, die sich gegenseitig helfen. Der Favorit wird geschützt und zu einer guten Zeit getrieben. Die Hasen müssen dann dem Tempo Tribut zollen und laufen "gemütlich" ins Ziel, während der Favorit das hohe Tempo aufrecht hält, um den Sieg einzufahren oder vielleicht sogar eine Rekordzeit zu laufen.

Verschiedene Varianten beim Rennverlauf

Eine ganz andere Taktik ist der langsame Lauf über drei Runden, um in der Schlussrunde die Konkurrenz zu überraschen. Hier zählt man auf seine Sprintfertigkeiten, um die Konkurrenz zu besiegen. Gerade bei Vorläufen oder auch manchmal im Halbfinale wird eine nicht so schnelle Zeit angestrebt, weil die Favoriten sich sicher sind, dass sie auf den letzten Metern die Konkurrenz schlagen können. Laufen sie langsamer, dann sparen sie Kraft für das Finale.

Die Rechnung muss aber nicht aufgehen, weil wenn der Lauf zu langsam gewählt wird, kann es auch Überraschungen geben und so mancher Favorit ist frühzeitig ausgeschieden, weil er im Sprint nicht unter den vordersten Rängen zu finden war. Das passiert vor allem dann, wenn eine Läuferin oder ein Läufer in der Ausdauer seine Stärke hat und nicht im Sprint. Zu lange sich Zeit zu lassen, ist daher keine so gute Taktik, weshalb häufig in der dritten von vier Runden das Tempo angezogen wird, um für klare Verhältnisse zu sorgen.

Besonderheiten über 1.500 Meter: Einteilung ist der halbe Sieg

Beim Laufbewerb über 800 Meter zählen die Sprintqualitäten noch stärker, auch wenn die Ausdauer bereits eine große Rolle spielt. Beim Lauf über 1.500 Meter ist die Ausdauer hingegen das absolute Kriterium und das bedeutet, dass man genau wissen muss, was man sich vorgenommen hat und was möglich ist.

Wer das Rennen zu schnell beginnt, hat im Finale ein Problem, und zwar einerseits deshalb, weil die Kraft ausgeht und man Positionen und Zeit verliert und andererseits, weil die Konkurrenz vielleicht die Kraft hat, um mitzulaufen und im Windschatten viel Kraft sparen kann. Damit hat man das Gegenteil dessen erreicht, dass man eigentlich mit dieser Taktik bezwecken wollte.

Die große Besonderheit beim Lauf über 1.500 Meter ist die Tatsache, dass die Distanz zwar noch nicht so groß ist wie die Langstrecken, aber dennoch die Einteilung schon eine Rolle spielt. Bei den Bewerben wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen möchte man in den Vorläufen und Halbfinalläufen Kraft für das Finale sparen, doch darf man nicht unterschätzen, dass die Konkurrenz auch nicht schläft.

Je langsamer ein Lauf ist, umso unberechenbarer wird der Zieleinlauf und wenn man dann nicht unter den besten gereiht wird, kann es auch einem Favoriten passieren, dass man sich nicht für die nächste Runde qualifizieren kann. Daher ist für die Läuferinnen bzw. Läufer ebenso wie für das Publikum das Rennen schwer zu lesen. Es gab schon so manche Überraschung, weil klare Favoriten es gemütlich angingen und im Finale von klaren Außenseitern übersprintet wurden, womit die Favoriten im Finale gefehlt haben.

Viele Varianten, wie man das Rennen anlegen kann

Es ist immer wieder über 1.500 Meter zu beobachten, dass ein Rennen fast bedächtig angelegt wird, aber in der letzten Runde wird so schnell gelaufen, dass die Endzeit dennoch sehr gut ist. Andere Rennen werden von Beginn an so schnell gelaufen, dass am Ende nur wenige in der Spitze mithalten können, was bedeutet, dass auch die hinteren Positionen ausreichen können, wenn alle das Tempo lange mithalten konnten, während in anderen Läufen langsamer gelaufen wird.

Die Taktik spielt eine Rolle, aber auch der Rennverlauf. Denn im ersten von drei Vorläufen weiß man bei Großveranstaltungen nie, wie schnell die beiden anderen Läufe angelegt werden und muss eine gute Zeit vorlegen. Die Teilnehmer der nächsten Vorläufe haben die Information vom ersten Lauf hingegen schon und können sich daran ausrichten.

Zur Besonderheit über 1.500 Meter gehört natürlich auch, dass das gesamte Feld vom Start weg zusammen läuft und es in den Kurven zu Drängeleien kommen kann. Manchmal passiert auch ein Sturz und in seltenen Fällen gibt es auch einen Protest, wenn man behindert wurde.

Pfad zu dieser Seite