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Sportwelt im Coronajahr 2020

Auf einmal sind Geisterspiele cool

Es ist unglaublich, wie schnell etwas völlig normales ad absurdum geführt werden kann und eine grundsätzliche Haltung sich völlig neu darstellen kann. Die Sportwelt hat diese Überlegung im Jahr 2020 erfahren müssen, denn die großen Veranstaltungen fanden meistens ohne Publikum statt - was bis zum Jahr 2020 undenkbar war.

Spitzenfußball: Geisterspiele voll okay

Wenn die Fans eines Vereins oder auch einer Nationalmannschaft sich daneben verhalten haben, gab es mitunter harte Strafen in Form von Geisterspiele. Ein Geisterspiel ist dann gegeben, wenn man ohne Publikum ergo ohne Fans ein Spiel austragen muss und das ist quasi die Höchststrafe für den Verein oder das Nationalteam. Denn es fehlen die Einnahmen durch die Besucher und vor allem die Stimmung, wenn man in den Angriff übergeht oder gar ein Tor erzielen konnte.

Das Geisterspiel ist also absolut böse. Oder doch nicht. Denn im Jahr 2020 griff die Corona-Pandemie immer mehr um sich und damit stellte sich die Frage, ob überhaupt die Meisterschaft weitergeführt werden könnte. Nach einer Nachdenkphase hat man in den meisten Ländern entschieden, dass der Amateurfußball weiter pausieren muss, die wichtigsten nationalen Ligen durfte aber den Meisterschaftsbetrieb wieder aufnehmen, aber ohne Fans.

Das bedeutete, dass quer durch die Ligen vor leeren Rängen ein Geisterspiel nach dem anderen absolviert wurde und man war begeistert, weil man doch spielen konnte. Die Fans konnten sich das via Livestream und/oder TV-Programm anschauen und in den Foren diskutieren, aber lustig war es halt nur bedingt, weil die Stimmung völlig gefehlt hatte. Beim Torjubel schreiben in einer Deutschen Bundesliga normalerweise tausende Leute mit, jetzt war Ruhe, wenn es ein Tor gab. Aber: the show must go on, wie Queen einst sang und so konnte mit Geisterspielen der Meisterschaftsbetrieb aufrecht erhalten werden - auch international mit der Europa League und der Champions League.

Radsport: Rundfahrt ohne Massenansturm

So wie der Fußball nach Wochen des Nachdenkens doch wieder möglich war, war auch der Radsport zu der Entscheidung gelangt, dass es möglich sein sollte, die Rennen auszutragen. Der Giro d´Italia wurde 2020 verschoben, die Tour fand daher als erste große dreiwöchige Rundfahrt statt und konnte bis zum Schluss durchgezogen werden, wobei die Rennen spannend waren wie eh und je. Aber es fehlten die vielen tausenden Fans entlang der Strecke. Es gab wohl Zuschauer, aber mit Maske und Abstand und sehr zur Verwunderung viele hat das gut geklappt.

Danach gab es den Giro d´Italia mit gleichen Erkenntnissen und die Vuelta schloss sich in Spanien daran an. Die Rennen konnten zu Ende gefahren werden - was anfangs niemand für möglich gehalten hatte. Und es gab noch andere Zitterpartien, weil ein Giro in den Dolomiten im September ist schon eine ganz eigene Geschichte, aber man hatte Glück mit dem Wetter und so gab es nicht das Chaos, vor dem sich viele schon gefürchtet hatten. Kalte Regentage waren aber trotzdem am Plan, aber das war fast vorhersehbar.

Tennis: mal mit und mal ohne Zuschauer

Und auch der Tennissport hatte seine Probleme. Manche Turniere wurden überhaupt abgesagt wie etwa Wimbledon, andere fanden später statt wie die French Open und oft waren die Spielerinnen und Spieler in der Bubble, also in einem eigenen Bereich, in dem sie sich nur mit den Trainern austauschen konnten. Fans waren nicht zugelassen und man spielte vor leeren Rängen. Gerade bei engen und langen Partien fehlten die Fans ständig, denn diese jubelten immer gerne mit, wenn ein Ballwechsel gelungen war oder wenn das Spiel gerade besonders spannend verlaufen war.

Manchmal wurde mit Fans gespielt, aber in reduzierter Zahl und dann war das Spiel von der Atmosphäre her ein ganz anderes, aber das System konnte nicht immer durchgezogen werden. Anfang 2021 gab es die Australian Open mit Fans, aber nach ein paar Runden musste man das wieder zurücknehmen und für die Spieler war dies eine starke Umstellung, wenn alles ruhig ist und nur Spieler und Trainer vorhanden sind - samt Schiedsrichter und Ballkinder natürlich.

Wintersport ohne Fans

Die Fans sind je nach Sportart mal mehr und mal weniger vorrätig und bemerkbar. Im alpinen Skisport gibt es wohl das Gegröhle, wenn eine Abfahrt durchgeführt wird, wobei es aber Veranstaltungsorte gibt, an denen gar nicht so viele Fans vorhanden sind und andere wie Wengen oder Kitzbühel, wo sich das Rennen zum Volksfest gestaltet. Im Coronajahr 2020 fanden die Rennen erfreulicherweise statt - aber ohne Fans.

Noch stärker wirkte sich das im Biathlonsport aus. Dort, wo normalerweise 20.000 und mehr Fans das Schießen am Schießplatz mit Jubel begleiteten, gab es fast Totenstille, was für manche Athletin oder Athlet vielleicht sogar angenehm war, weil man sich auf sich selbst besser hat konzentrieren können, aber andere brauchen diese Atmosphäre, die jedes Rennen begleitet haben.

Corona hat auch auf Großveranstaltungen gepfiffen. So fanden die Weltmeisterschaften im Ski Alpin, Ski Nordisch und Biathlon wie geplant statt, aber ohne Fans. Für die Veranstalter war das natürlich ein Fiasko, weil die Einnahmen für alle die Vorleistungen gefehlt haben, aber immerhin hat man sich präsentieren können. Vom Langlauf bis zum Biathlon, vom Skispringen bis zum alpinen Slalom fand man neue Titelträger, zuschauen war nur via TV und Stream möglich. Gleiches galt für die Snowboard-Weltmeisterschaften, die überhaupt auf drei Orte aufgeteilt wurden.

Fazit

Viele weitere Sportarten könnten genannt werden, doch allen gleich ist, dass etwas, was selbstverständlich ist, plötzlich fehlte und der Sport trotzdem funktionieren konnte. Die Sehnsucht nach den Fans oder umgekehrt die Sehnsucht nach der Nähe zu den Sportstars wurde immer größer, die Pandemie blieb aber auch über das Jahr 2020 hinaus wirksam.

So manchem Sportstar wurde Überheblichkeit bekundet, was den Umgang mit den Fans und die Wertschätzung betraf. Das Jahr 2020 hat wohl vielen gezeigt, wie wichtig die Fans für die eigene Sportart, für die Atmosphäre und die eigenen Glücksgefühle sind. Wohl hat sich die Lisa Hauser zurecht über ihren ersten WM-Titel im Biathlonsport gefreut, aber um wie viel schöner wäre es gewesen, wenn dies vor 20.000 Leuten passiert wäre? Oder der erste Grand Slam Titel von Dominic Team und viele weitere Erfolge vieler Sportler rund um den Erdball von Golf bis Schwimmen. Leider war dies nicht möglich.

Spannend wird, ob der Umgang von Fans mit Sportstars und umgekehrt ein veränderter sein wird, wenn alles wieder normal laufen wird.

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Sportwelt im Coronajahr 2020Artikel-Thema:
Sportwelt im Coronajahr 2020
Beschreibung: Die Sportwelt veränderte sich im 🏁 Coronajahr 2020 nachhaltig und zwar nicht nur wegen mangelnder ✅ Einnahmen, sondern vor allem wegen mangelnden Fans.

letztes Datum:
25. 08. 2021

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